Tor 1, 2 oder 3?

IMG_0738Es gibt ja dieses mehr oder minder abgedroschene Sprichwort. Dieses von den Türen. Da schließt sich die eine Tür und eine andere öffnet sich. Kurz nach der Geburt hatte ich das Gefühl, dass sich alle Türen geschlossen hatten, sich aber leider keine andere geeöffnet hat. Zonk?! Leider war mir im Vorfeld der Niederkunft nicht überliefert worden, wie die ersten zwei Wochen des Wochenbettes wirklich sind. Das war im Nachhinein sicherlich auch gut so. Dennoch fühlte ich mich belogen und betrogen von der Mütter-Kinder-Welt da draußen. War das große Glück am Ende nur eine Lüge? Ein stillschweigendes Abkommen unter allen Müttern, ihr Wissen nicht zu teilen, damit der Fortbestand unserer Spezies gesichert wird und damit noch mehr Frauen leiden müssen? (Wow, das ist mal ein Cliffhänger;))

SPOILER ALARM! Achtung an alle Frauen, die noch nicht das Vergnügen einer Geburt hatten, aber auf jeden Fall nochh gebären wollen. Bitte nicht weiter lesen!

Jetzt echt nicht!

Nein!

Also gut….von der Geburt will ich hier gar nicht anfangen. Das ist mal ne ganz andere Geschichte. Aber hier die Wahrheit über das Wochenbett:
TROMMELWIRBEL! Tada! Es ist scheiße. Den meisten Frauen (eigene Erfahrung und Überlieferungen aus Familien-, Freundes, und Bekanntenkreis – klar, es gibt immer Ausnahmen und Wunder;)) geht es recht lang noch ziemlich ziemlich schlecht. Schnitt, Riss und etwaige andere Verletzungen heilen ja nicht über Nacht. Glückwunsch an alle, die nach einer Woche wieder einigermaßen laufen oder sitzen können. Dann die Hormone. Diese ganzen krassen Emotionen. Und diese Blutungen. Ja, genau die, über die niemand spricht und die ziemlich lange nicht aufhören. Dann das mit den gefrorenen Einlagen und windelähnlichen Vorlagen. Und: Schlafmangel. Die moderne Folter. Und – wenn es doof läuft – noch ein Baby mit Koliken. Sagen wir es mal so: Ich war nicht vorbereitet auf das, was da kam. Ich konnte nix. Ich kam kaum aus dem Bett. Ich konnte mein Baby anfangs nicht heben. Ich bin nicht mehr zum Essen gekommen. Ich dachte, dass ich das Schlafzimmer nie wieder verlassen würde. Die Türen waren zu. Alle – auch innerlich.

An dieser Stelle auch mal ein herzliches Dankeschön an die Michelle Hunzigers und Heidi Klums dieser Welt: Ihr vermittelt den Unwissenden da draußen ein falsches Bild von der ganzen Nummer.

ENDE SPOILER ALARM

Aber: die Türen öffnen sich tatsächlich wieder. Am Anfang konnte ich es nicht glauben, aber es öffnete sich plötzlich nicht nur eine Tür, sondern eine ganz neue Welt. Eine Art Paralleluniversum, von dem Berufstätige ohne Kinder nichts mitbekommen. Vielleicht auch nichts mitbekommen wollen. Eine skurrile und wunderbare Welt, von der ich berichten möchte.

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6 Kommentare zu „Tor 1, 2 oder 3?

    1. Hab den Text gelesen…viele ähnliche Erfahrungen! Echt witzig! Gott sei Dank wird es ja meist schnell wieder besser und nach einem Jahr fängt man plötzlich an, die Zeit ein bisschen zu verklären. Das hat die Natur clever eingerichtet…😹

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  1. Da hast Du Recht!
    Obwohl ich sagen muss, mit einem etwas älteren Kind (so ab Krabbelalter vielleicht) finde ich es auch viel spannender als in der Säuglingszeit: Ständig kann das Kind etwas Neues, lernt sprechen, laufen,… Aufregend, das alles! (Daher sehne ich mir auch nicht die Säuglingszeit mit ihren Unsicherheiten und dem wenigen Schlaf zurück.)

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  2. Jein, ich kann das so halb nachvollziehen. Das Körperliche definitiv: Es dauerte ewig, bis ich keine Schmerzen mehr hatte. Manchmal merke ich es heute, fast ein Jahr später, noch. Aber im Großen und Ganzen fand ich die ersten zwei Wochen noch halbwegs entspannt. Da war mein Mann noch zu Hause und das Kind schlief noch viel. Der richtig krasse Schlafmangel kam erst später. Da wünschte ich mir, ich hätte mich im Wochenbett mehr ausgeruht.

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