Ein Abend ohne Kind: Date-Night!

Wir hatten es uns so schön ausgemalt. Ein abend zu zweit in einem Restaurant. Cocktails. Kerzenschein. Tapas. Ohne Kind. Die Großeltern hatten sich zum Babysitten angekündigt. Das hieß: Date-Night! YEAH! Der letzte Abend in trauter Zweisamkeit war schon eine Weile her. Es kommt ja immer was dazwischen. Das Leben. Oder das Kind. Naja, eben das Leben mit Kind.

Doch heute Abend hatten wir es vor. Alles klappte wie am Schnürchen. Das Töchterchen ließ sich ohne Murren von Oma zeitig ins Bett legen. Wir hatten uns ausgehfein gemacht. In Schale geschmissen und die Klamotten mit den Flecken in die Wäschetonne gekloppt. Die Nacht war lau. Wir schafften es sogar noch rechtzeitig ins Restaurant und bestellten übermütig wie zwei Teenager direkt zwei Jumbo-Cocktails vor Ablauf der Happy Hour. Wir scherzten mit dem Kellner darüber. Fühlten uns wie früher. Cocktails an einem Samstagabend. In einem Restaurant. Mit Erwachsenen. Ohne Hochstuhl und ohne Kinder. Auch mal ganz schön. Leichte Chill-Out-Klänge im Hintergrund und die Stimmung bestens.

Das Essen kam. Es war gut. Die Cocktails gingen gut runter. Doch dann um 20.40 Uhr das Unvorstellbare: wir können uns plötzlich kaum noch auf den Stühlen halten. Nein, nicht weil wir betrunken waren. Das wäre ja eine coole Geschichte. Wir waren plötzlich totmüde. Erst erstarrten nur die anfangs euphorischen und anregenden Gespräche. Stille. Wir guckten uns mit müden Augen an – daran änderte auch mein aufwendiges Augen-Makeup nichts mehr. Schließlich sprach ich das Unaussprechliche aus: „Bist du auch so furchtbar müde? Ich kann kaum die Augen aufhalten. Ich will schlafen!“ Mein Mann nickte mit schweren Augenlidern und erwiderte: „Meinst du es ist peinlich, wenn wir jetzt schon Heim gehen?“ Wir mussten lachen, aber nur kurz, weil wir zu müde waren. Wir hatten diesen Abend zwei Wochen lang geplant und uns ewig darauf gefreut, mal wieder zu zweit Essen zu gehen. Das konnte jetzt echt nicht sein. Die Großeltern waren extra angereist. „Das können wir nicht machen!“, sagte ich. Zu peinlich. Wir einigten uns, dass 22 Uhr etwas weniger peinlich für eine Rückkehr wäre. Mindestens bis dann durchhalten. Irgendwie. Es war armselig. Wir waren mal Partyanimals. Doch Schlafmangel ist einfach eine Bitch.

Wir brauchten frische Luft. Sonst hätte ich mich auf einer Bank eingerollt und wäre noch im Restaurant eingeschlafen. Ein Spaziergang brachte uns wieder nach vorne. Wir genossen es, einfach mal zu zweit Hand in Hand durch die Stadt zu gehen. Auch schön. Wir waren dann noch ganz verrückt und haben einen Absacker getrunken und tatsächlich bis Mitternacht durchgehalten. Wir waren stolz auf uns. Früher sind wir im Morgengrauen angeduselt nach Hause getorkelt. Heute stehen wir im Morgengrauen auf. So ist das eben. Aber Date-Night muss sein – auch, wenn man sich manchmal durchbeißen muss. Vielleicht fangen wir demnächst einfach früher an.

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4 Kommentare zu „Ein Abend ohne Kind: Date-Night!

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