Wieso?Weshalb?Warum?

IMG_0735Babys waren mir immer schon suspekt. Irgendwie unheimlich. Keine Frage, ich mochte Kinder schon immer und irgendwie wusste ich auch immer, dass ich irgendwann mal eigene haben würde. Die Kinder meiner Schwestern liebe ich! Dennoch: mit Babys von anderen Leuten konnte ich nie viel anfangen. Süß – zumindest meistens – aber auch unheimlich, so passiv und man weiß nie was sie denken und wollen. Kleinkinder fand ich immer spannender.

Ein Jahr Au-Pair in den USA haben mich damals nur noch mehr darin bestärkt: Kinder ja! Aber nicht in den nächsten zehn Jahren. Mindestens. Als 19-Jährige war das wohl auch nicht die schlechteste Entscheidung. Nicht falsch verstehen: Ich habe mein Au-Pair-Jahr geliebt. Zu den damals 5- und 8-jährigen Jungs und deren Eltern habe ich heute noch Kontakt und wir haben uns in den vergangenen 15 Jahren auch schon mehrfach besucht. Aber damals ist mir klar geworden, wie krass diese Kindersache wirklich ist. Nämlich: extrem krass! Die Verantwortung und diese Selbstaufgabe und die Erkenntnis, dass es kaum etwas Schlimmeres gibt als zwei Monate Schulferien.

Also ließ ich mir Zeit. Studium. Praktika. Ausland. Reisen. Party. Job. Auskosten, die Welt erleben, frei sein. Aus zehn Jahren sind plötzlich 14 geworden. Um mich herum waren alle munter am Gebären, während ich in Laos durch den Dschungel getingelt oder durch kanadische Wälder gestreift bin und wahlweise vor Vogelspinnen, Malariamücken oder Bären fliehen musste. Mein Freund und ich haben das Kinder-Thema einfach immer weiter vor uns her geschoben. Wir hatten uns doch so schön ein gegroovt. Manchmal waren wir uns gar nicht mehr sicher, ob wir das überhaupt noch wollten. Es war einfach alles so schön zu zweit.

Aber: Zeit ist ne verdammte Bitch. Und auf eines kann man sich als Frau verlassen: diese Uhr. Ja, sie fängt wirklich irgendwann an zu ticken. Bei mir eben sehr leise. Ich hab sie ja auch ein bisschen absichtlich überhört. Dann wurde sie lauter. Ich wollte sie aber nicht hören. Und dann: eines schönen Tages in einer Hütte in Kanada hatte ich so ein Gefühl: „Irgendwie wäre es schön, wenn jetzt noch jemand mit uns hier wäre“, flüsterte eine leise Stimme in mir. Und diese Stimme wurde lauter. Shit!

Dann ging alles ganz schnell. Innerhalb eines Jahres: Verlobung, Hochzeit, Flitterwochen, Schwanger. Und dann kam unser Mädchen auf die Welt. Im März 2014. Mein bisheriges Leben machte eine Vollbremsung, drehte sich um 180 Grad und beschleunigt seither auf das, was der Tacho hergibt. Ein wilder Ritt. Krass. Schonungslos. Am Anfang: Schock! Und jetzt: ich liebe es! Ich liebe sie. Und ich danke dieser leisen/lauten Stimme. Denn: es ist tatsächlich das Beste, was mir/uns passieren konnte.

Darüber möchte ich schreiben. Übers Muddi-Sein aus der Perspektive einer Frau, die sich lange nicht vorstellen konnte Muddi zu sein. Übers Leben, Arbeiten und auch Reisen mit Kind. Aber auch über die großen und kleinen Geschichten am Rande. Beobachtungen, Erfahrungen, Gedanken, Skurriles, Lustiges, Trauriges.

5 Kommentare zu „Wieso?Weshalb?Warum?

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