Muddi kocht: Pasta für Faule in 9 Minuten

Ich würde mal sagen, dass ich keine klassische Rezept-Tante bin. Allerdings koche ich sehr gerne und probiere auch super gerne neue Rezepte aus – wenn ich Muße habe. Das ist der Haken an der Sache. Mit Kind kommt das leider nicht mehr sooo häufig vor. Da koche ich eher schnell und pragmatisch, was ich so im Repertoire habe.

Aber dieses Rezept ist einfach der Hammer – gerade für Neu-Muddis oder generell Menschen, die ganz wenig Zeit haben, aber lecker und gesund essen wollen. Ich nenne es „Paste für Faule“. Es könnte aber auch „Pasta für Muddis, die ein Zeitfenster von 30 Minuten haben, bevor das Kind aufwacht“ heißen. Das tolle an diesem Rezept: Alle Zutaten werden einfach roh zusammen in eine Pfanne geschmissen und nach 9 Minuten ist alles fertig. Und: Es schmeckt super. Kein Witz. So geht’s:

Zutaten:
340 Gramm Linguini (Spaghetti gehen auch)
340 Gramm Cherry- oder kleine Rispen-Tomaten (halbiert oder geviertelt)
1 Zwiebel (fein gehackt)
2-4 Knoblauchzehen (fein gehackt)
1/2 Teelöffel getrockenete Chilli-Flocken (hatte ich nicht – geht auch ohne)
2 Esslöffel Basilikumblätter (grob zerkleinert)
2 Esslöffel extra virgin Olivenöl
Salz und frisch gemahlenen Pfeffer
1 Liter Wasser
Parmesan nach belieben

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Wichtig: Die Mengenangaben müssen genau eingehalten werden!

Zubereitung:
Die ungekochten Nudeln und alle weiteren Zutaten einfach alle zusammen in eine Pfanne geben. Dann auf hoher Stufe kochen lassen, bis das Wasser verdampft ist. Zwischendurch immer mal umrühen. Nach ca. 9 Minuten ist die Pasta fertig und al dente. Mit Parmesan und Basilikum garnieren und fertig!

Das Original-Rezept ist von Martha Stewart und kommt aus den USA. Diese Variante wurde ein bisschen modifiziert.

Vereinbarkeit? Die Teilzeitfalle: Wir brauchen Vorbilder!

Eigentlich wollte ich diesen Text nicht schreiben. Mein Mann wollte auch nicht, dass ich diesen Text schreibe. Könnte ja jemand lesen. Von der Firma. Aber ich schreibe ihn jetzt doch. Denn eigentlich geht es dabei gar nicht um die Firma. Es geht um eine Frage, die sich jede Mutter und – ja – auch jeder Vater stellen muss. Und damit geht es um das große Wort Vereinbarkeit. Von Beruf und Kind. Oft hört man auch Kind und Karriere. Aber ich glaube das Hauptthema ist meist ja gar nicht die „Karriere“ im klassischen Sinne. Vielmehr geht es um den Job generell, einen guten Wiedereinstieg, Entwicklungsmöglichkeiten und Geld. Ja, genau. Geld. Es fallen oft Begriffe wie Selbstverwirklichung, wenn es darum geht, dass Mütter wieder arbeiten gehen. Ich frage mich manchmal, wie viele Leute sich so eine Selbstverwirklichung eigentlich leisten können. Denn ich kenne nur sehr wenige Menschen, die dauerhaft mit nur einem Gehalt über die Runden kommen. (An alle Meckerköppe da draußen: Ja, bla, ich weiß – das liegt daran, dass wir alle zu hohe Ansprüche an unseren Lebensstil haben und wir alle ständig schick Essen gehen und fancy Urlaub machen wollen – Sarkasmus aus).  So, das hätten wir dann ja geklärt. Deswegen nun zum Punkt.

Ich kann es selbst nicht mehr hören. Dieses Wort: Vereinbarkeit. Und irgendwie bleibt dieses Thema fast immer bei den Müttern hängen. Väter können ja anscheinend ganz gut vereinbaren.  Mmh, wieso eigentlich? (Keine Panik, ich trete hier jetzt keine Gender-Debatte los.) Ich kann nur erzählen, wie es bei mir war/ist. Bevor das Baby geboren wurde, war mir klar: Ich nehme zwar Elternzeit, aber wir teilen uns das auf. Und: Ich werde nach sechs Monaten schon wieder mit Homeoffice leicht einsteigen und recht schnell wieder auf Vollzeit gehen. Kita mit 12 Monaten? Kein Ding! So der Plan.

Die Realität sah anders aus. Das lag aber nicht an meinem Arbeitgeber. Ich hatte schlichtweg unterschätzt, was es bedeutet, ein Kind zu haben. Die ersten Monate waren hart. Das Baby hat viel geschrien. Alles neu. Das ganze Leben umgekrempelt. In meinem Kopf war kein Platz für das Thema „Arbeit“. Ich wollte erstmal als Mutter ankommen und meinen Alltag mit Baby meistern. Im eigenen Tempo. Nach fünf Monaten war für mich klar, dass es nicht möglich ist, in nur einem Monat wieder zu arbeiten. Nein, nicht mal für einen Tag die Woche. Denn: unsere Tochter fremdelte schon sehr sehr früh, sehr stark. Es war uns die ersten 8 Monaten kaum möglich, sie nur mal auf einen anderen Arm zu geben. Nicht mal bei Oma und Opa, die sie gut kannte. Es wäre nicht möglich gewesen, sie betreuen zu lassen. Außerdem stillte ich noch.

Doch es wurde besser. Die Situation entspannte sich mit der Kurzen und je näher das Ende meiner Elternzeit rückte, desto mehr freute ich mich auch wieder auf die Arbeit. Ich hatte Glück: Konnte mit flexiblen Arbeitszeiten wieder einsteigen. Ich hab die Möglichkeit, Homeofficetage mit Büropräsenz zu kombinieren und die Tage nach Bedarf auch zu tauschen – solange ich meinen Kram erledigt bekomme, ist es egal, wie ich meine Stunden aufteile. Das hat mir den Einstieg erleichtert. Dafür bin ich dankbar.

Fakt ist aber auch: Ein Kind zu bekommen und Elternzeit zu nehmen, stellt immer eine Zäsur dar. Im eigenen Leben, aber eben auch im Berufsleben. Ich wollte das anfangs nicht so wahrhaben. Letztendlich habe ich nicht den gleichen Job wie vorher. Das lag bei mir aber auch daran, dass meine Abteilung in meiner Abwesenheit generell neu strukturiert wurde. Dennoch ist vieles nicht so wie vorher. Man muss sich sein Standing, seine Kompetenzen plötzlich wieder neu erarbeiten. Schnell war auch klar: Karriere in Teilzeit ist bei uns in der Firma nur schwer bis gar nicht möglich.

Mit Karriere meine ich übrigens Perspektiven. Auf lange Frist Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten haben. Komischerweise wird einem als Frau der Begriff Karriere immer um die Ohren gehauen. Warum auch immer. Vollzeit wäre das alles kein Problem. Das weiß ich. Bleibt nur die Frage, ob ich das will. Und ich denke, das ist die Frage, die wirklich zählt. Männer, die Karriere machen, sehen ihre Kinder zwar auch nicht, aber es nimmt ihnen auch niemand krum. Bei Frauen ist es ein Stigma. Dennoch ist es ja meine Entscheidung. Egal, ob unfair oder nicht.

Würde ich eine Vollzeitstelle hinkriegen? Mit Kind. Ich denke irgendwie schon, aber zurzeit ist mir der Preis zu hoch. Ich will Zeit mit meiner Tochter verbringen. Da sein. Mein Mann übrigens auch. Er arbeitet zwar vollzeit, hat aber Schichtdienst und ist oft bereits mittags daheim. Er sagt, wenn er das nicht hätte, würde er auch nicht vollzeit arbeiten wollen. So arbeitet er voll und ich 60 Prozent. Das klappt gut. Er hat einfach die besseren Arbeitszeiten. Da sind wir ganz pragmatisch. Und die Karriere? Kommt vielleicht, wenn es sich endlich etabliert, dass man in Teilzeit (und das bedeutet ja nicht immer 20 Stunden) und einem flexiblen Modell einen verantwortungsvollen Job geregelt kriegt.

Und Kitaplätze? Sind super wichtig, aber ich denke das hilft nur bedingt. Menschen wie ich, die zur Arbeit pro Strecke 45 Minuten pendeln müssen, kommen mit den Öffnungszeiten nie hin. Mir hilft nichtmal 18 Uhr. Ich brauche immer jemanden, der mein Kind abholt, wenn ich zwei Mal die Woche im Büro arbeite. Das Zauberwort ist Flexibilität. Neue Arbeitszeitenmodelle. Homeoffice. Gleitzeit. Clever geplante Teilzeit. Und: Es muss in die Köpfe. Sonst helfen Kitaplätze auch nicht. Letztendlich geht es doch gar nicht um Karriere, sondern um die Möglichkeit, wählen zu können. Als Frau. Als Mann. Vielleicht würden dann auch mehr Männer in Teilzeit arbeiten.

Ich habe übrigens kürzlich einen Artikel für die Zeitung über Vereinbarkeit geschrieben. Da habe ich drei Mütter in Führungspositionen vorgestellt. Tolle Frauen – keine Frage, aber in Teilzeit arbeitet keine von ihnen. Mir fehlen somit die Vorbilder. Das macht nicht gerade Mut. Doch ich bin zuversichtlich.

Mommy Wars: Das Märchen von den Muddi-Kriegen

Ich habe mir Muddis früher oft als nervige Zeigefinger schwingende Öko-Frauen mir praktischen Kurzhaarfrisuren und Fair-Trade-Outdoor-Jacken vorgestellt. Ich weiß nicht warum. Ähm. Doch. Eigentlich weiß ich warum. Denn bis auf die kurzen Haare ist es das Bild einer langjährigen ultra nervigen Nachbarin, was ich mit mir herumtrug, wenn ich an Mütter dachte. Diese Frau redet nur über ihre Kinder. In einer Tonlage, die in den Ohren weh tut und suggeriert, sie trage das Leiden Jesu auf ihren Schultern. Dabei lässt sie gerne durchblicken, was sie von Schnullern und Langzeitstillen hält. Außerdem hasst sie Halloween. Mit ihren Kindern redet sie nur in einem oberlehrerhaften Ermahnton. Bizarr ist, dass ich nur Muddis in meinem Freundeskreis habe, die gar nicht so sind. Eigentlich kenne ich bis auf diese eine Nachbarin gar niemanden, der so ist. Aber negative Beispiele setzen sich ja oft fest.

Heute weiß ich: es liegt nicht am Muddi-Sein, dass jemand doof oder schlichtweg unsympathisch ist. Es liegt einfach an den Personen selbst. Biste vorher doof, dann bist du es hinterher wohl auch. Es sei denn jemand hat buddhistische Erleuchtung erlangt oder ähnliches. Man sagt ja immer, dass Kinder das Gute in einem zum Vorschein bringen. Somit sind doofe Muddis wahrscheinlich vorher noch ätzender gewesen. Das ist aber nur meine Theorie.

In der Blogger-Szene hört man immer wieder den Begriff Mommy Wars. Wer sich darunter kriegerische Frauen vorstellt, die mit Kochlöffeln aufeinander los gehen, liegt falsch. Gemeint sind diese kleinen Kriege im Alltag, wenn man auf dem Spielplatz doof angeguckt wird, weil man keine zig Snackboxen mit frischem Obst dabei hat. Wenn man einen doofen Spruch in der Krabbelgruppe kriegt, weil man vielleicht nicht stillt oder, wenn man Hasskommentare auf dem Blog bekommt, weil man kritisch über das Familienbett, Kitaeingewöhnung oder Kindertragen schreibt. Oder wenn Mütter, die Zuhause bleiben über berufstätige Muddis urteilen und umgekehrt. Es gibt sicherlich 1000 Beispiele dafür. Im Netz wird immer wieder darüber diskutiert.

Ich selbst finde den Begriff dämlich und irgendwie sogar sexistisch. Mommy Wars. Was soll das heißen? Es gibt eben Situationen, in denen Menschen andere Ansichten über Erziehung, Ernährung und generell über Kinder haben. Darüber wird eben diskutiert. Im Netz oft heftiger, weil irgendwie anonymer. Im echten Leben meist etwas dezenter. Klar gibt es Sprüche. Aber was hat das mit Müttern zu tun? Wenn sich Väter über solche Dinge streiten, heißt es ja auch nicht Daddy-Wars. Oder wenn Männer sich in Fußball-Foren verbal kloppen. Sind das dann Male-Soccer-Fan-Wars? Tun Frauen das nicht?

Achtung! Wichtiger Warnhinweis: Bitte nicht wegklicken – es folgt keine Feminismus-Debatte.

Immer, wenn ein Thema emotional besetzt ist – und das sind die eigenen Kinder nun mal – dann gibt es eben manchmal Kontroversen. Und es gibt eben ätzende Leute, die nie ihren Schnabel halten können und immer eine Meinung haben. Zu allem. Das sind aber nicht immer zwangsläufig Mütter.

Habe ich hitzige Diskussionen über Familienthemen erlebt? Ja! Habe ich Mommy Wars erlebt? Nein! Meine Erfahrungen mit anderen Menschen sind ehrlich gesagt, seitdem ich ein Kind habe, viel positiver geworden. (Bis auf die Truppe beim Babyschwimmen). Überraschenderweise habe ich doofe Sprüche weder in der Krabbelgruppe noch auf dem Spielplatz oder beim Elternabend in der Kita erlebt. Doofe Leute habe ich trotzdem immer mal wieder getroffen. Aber hätte ich ja ohne Kind auch. Und online gibt es eine Menge nette Muddis, aber eben auch doofe Blogger. So what?!