Mutterliebe: Warum ich mein Bier gerne warm trinke

Zwei kleine Arme, sind um meinen Hals geschlungen und eine heiße Wange klebt an meiner. Ich spüre ihren Atem in meinem Gesicht. Ich bekomme fast keine Luft mehr. So eng ist diese Umarmung. Im Nebenzimmer wird Fußball geguckt. Das erste Deutschland-Spiel der EM. Mein Mann und zwei kalte Biere warten nebenan. Doch ich liege in einem dunklen Raum. Jenseits von Fußball. Jenseits von allem, was da draußen in der Welt passiert. Ich liege da. Glücklich. Mit meiner Tochter eng umschlungen. Sie hatte nicht einschlafen können und ich habe mich zu ihr gelegt. Anfangs war ich genervt. Ausgerechnet zum Anpfiff.

Nun ist die erste Halbzeit fast vorbei und es ist mir egal. Eine getrocknete Träne klebt an meiner Wange. Eine salzige Spur der Freude. Manchmal kommen perfekte Moment unverhofft. So wie heute. Dann ist Glück eine Umarmung meiner Tochter.

Wir liegen da so nebeneinander. Ihre Atmung wird gleichmäßiger. Sie streicht mir kurz vorm Einschlafen noch einmal mit ihren kleinen Fingern durchs Gesicht. Als wolle sie gucken, ob ich noch da bin. Mein Herz macht einen Satz. Ein lautes „JAAAA!“ durchbricht die Stille. 1:0 für Deutschland. Doch ich möchte gerade nirgends lieber sein als in diesem dunklen Zimmer eng umschlungen mit meiner Tochter. Liebe fühlen. Glück spüren.

Gleich werde ich ein lauwarmes Bier trinken und wieder in die Welt da draußen einsteigen. Aber noch nicht jetzt. Ein paar Minuten brauche ich noch…

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8 Kommentare zu „Mutterliebe: Warum ich mein Bier gerne warm trinke

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