Top 5: Was Kleinkinder und Zombies gemeinsam haben

Ja, ich habe in meinem Leben zu viele Horrorfilme und Zombie-Serien gesehen. Das hat Folgen und beeinflusst meinen Alltag enorm: So denke ich beim Thema „Campen im kanadischen Wald“ nicht an Grizzlys, sondern an die Blair Witch. Und wenn mir auf einer einsamen Straße sehr lange kein Auto entgegen kommt, wäge ich mich schon mitten in der Zombie-Apokalypse und entwickle Überlebensstrategien. Über Clowns oder komische Puppen brauchen wir gar nicht erst reden und komm mir keiner mit einsamen Motels oder abgeschiedenen Blockhütten. Weiß ja jeder, was da so alles passiert. Ja, Horrorfilme haben mich versaut. So sehr, dass ich tatsächlich im Verhalten meiner Tochter Parallelen zu Zombies feststellen kann! Krank oder?!

 

Hier meine Top-Five

1. Kinder essen wie Zombies – Mir ist aufgefallen, dass meine Tochter ihr Brötchen nicht isst, sondern sie weidet es aus. Sie beißt immer in die Mitte des Brötchens und manchmal reißt sie dabei den Kopf so energisch nach links und rechts, als ob sie ein Stück Beute im Mund hat, das sie erlegen muss. In Kombination mit dem roten Paprika-Tomaten-Aufstrich, ergibt das ein Massaker. Ihr Mund ist rot verschmiert und immer wieder reißt sie mit Wonne Stücke aus dem Brötchen, dass sie mit beiden Händen festhält. Sie reißt und beißt und schmatzt. Manchmal lacht sie dabei auch. Wer schon einmal einen Zombie bei einer Mahlzeit gesehen hat, kommt nicht umhin, gewisse Ähnlichkeiten im Essverhalten zu beobachten.

2. Sie wirken langsam, sind aber schnell – Wenn ich es morgens eilig habe, bewegt sich mein Kind in Zeitlupe. Sie schlurft die Treppe hinunter und wirkt dabei unendlich langsam. Doch dreht man sich im Supermarkt mal eine Sekunde um, dann ist sie plötzlich schnell. Blitzschnell. Genauso ist es doch in Zombiefilmen. Erst schlurfen sie langsam durch die Gegend und plötzlich sind sie super schnell da. Immer, wenn sich die Gejagten mal eine Sekunde lang umdrehen.

3. Sie machen komische Laute – Gerade am Anfang geben Kinder komische Geräusche von sich. Vor allem nachts. Das ist unheimlich – hat aber den Vorteil, dass man auch im Dunklen weiß, wo sie sind. Ich kann meine Tochter nachts anhand ihres Schnuller-Schmatz-Geräusches lokalisieren. Das ist auch wichtig, wenn man im Dunklen auf Zombies trifft. Man kann das Stöhnen, Ächzten und Schmatzen schon von weitem hören.

4. Kleidungsstil und Frisur – Wenn ich meine Tochter aus der Kita abhole, dann sieht ihre Kleidung aus, wie aus einem Zombiefilm. Verdreckt. Verschmiert. Meist mit roter Soße, weil ja anscheinend nur diese Flecken macht. Und oftmals kaputt. Ihre Haare stehen oft in alle Richtungen ab und sind verklebt und voller Vogelnester.

5. Sie schlafen nicht – Ein großer Vorteil, den Zombies haben, ist die Tatsache, dass sie keinen Schlaf brauchen. So können sie 24 Stunden am Tag Menschen jagen und in den Wahnsinn treiben. Ähnlich ist es mit kleinen Kindern. Gefühlt schlafen sie nicht. Oder selten oder zumindest dann nicht, wenn man will. Sie treiben einen in den Wahnsinn damit und dann wird man plötzlich selbst zum Zombie.

Es ist ein Kreislauf. Mama und Papa schlurfen nach den ersten Wochen mit Baby plötzlich auch mit verdreckten Sachen und strubbeligen Haaren langsam und teilnahmslos durch die Gegend. Wissen nicht mehr, ob Tag oder Nacht ist. Geben komische Laute von sich und fallen nach Tagen des Hungers plötzlich über eine alte Pizza her.

Habt Ihr auch solche Zombie-Momente erlebt?

 

 

Alles nur eine Phase?! Zwischen Wahnsinn und Frohsinn!

Die wichtigste Lektion, die man als Neu-Muddi schon sehr früh lernt: Gewöhne dich an nichts, denn alles ändert sich wieder. Meistens dann, wenn man es ausspricht. Etwa: „Seit zwei Wochen schläft das Baby super!“ Fail. Nachdem du diesen Satz laut gesagt hast, wird dein Kind nie wieder so super schlafen. Oder: „Bislang war das mit dem Zahnen nicht so wild!“ Möööp! Das Kind wird von nun an dauernd schreien und du wirst die Nächte neben deinem Sprößling bewaffnet mit Osanit Kügelchen und Zahnungsgel verbringen und dir wünschen, nie etwas gesagt zu haben. Auch ein Klassiker: „So richtig erkältet war das Baby noch nicht!“ Schwups! Von diesem Moment an wird die Nase deines Kindes nicht mehr aufhören zu laufen und eine Erkältung wird von der nächsten abgelöst. Das ist ein Gesetz.

Doch es gibt einen tröstlichen Gedanken, der alle Eltern irgendwie über Wasser hält und Hoffnung schöpfen lässt: Es ist alles nur eine Phase! Tatsächlich kann man sich darauf verlassen. Auch, wenn es manchmal unendlich lang bis zum Ende der Phase erscheint. Es hört irgendwann wieder auf. Bis zur nächsten Phase eben.

Bei uns gab es so einige Phasen, die uns an den Rande des Wahnsinns getrieben haben. Hier unsere Hitliste:

Schreiphase

  • Beschreibung: Dauerhaftes Schreien, sobald wach ab dem 3. Tag
  • Dauer: 14 Wochen
  • Launometer: im Keller
  • Erschöpfungsgrad: auf einer Skala von 1-10? 100!

5-Uhr-Phase

  • Beschreibung: Baby wacht um 5 Uhr auf und möchte nicht mehr schlafen
  • Dauer: 3 – 4 Monate
  • Launometer: man gewöhnt sich an alles
  • Erschöpfungsgrad: 6

Kind-wacht-mehrmals-nachts-auf-Phase

  • Beschreibung: siehe Titel
  • Dauer: alle Monate mal wieder für 1-2 Wochen
  • Laumometer: kein Kommentar
  • Erschöpfungsgrad: 7 (seitdem ich wieder arbeite: 9)

Kind-schläft-plötzlich-nicht-mehr-alleine-ein-Phase

  • Beschreibung: von heute auf morgen ging nichts mehr ohne ein bis zwei Stunden Einschlafbegleitung am Abend in Form von tragen, schaukeln oder Hand halten
  • Dauer: 8 Monate
  • Laumometer: Fuck it, dann hab ich eben nie wieder Freizeit
  • Erschöpfungsgrad: 8

Trotzphase

  • Beschreibung: Kind will alles alleine machen und wenn es nicht so läuft, wie gewünscht, dann geht es rund. Von Wegrennen über Dinge wegwerfen bis hin zum Weinkrampf mit auf den Boden werfen, war schon alles dabei.
  • Dauer: andauernd und immer wieder aufflammend
  • Launometer: Auf der Richter-Skala? Je nach Stärke und Dauer des Bebens.
  • Erschöpfungsgrad: Beim Kind? Hoch! Bei den Eltern? Ebenfalls!

Neben den schwierigen Phasen, die zu 90 Prozent mit dem Thema Schlaf zu tun haben, gibt es natürlich auch gute Phasen.

Zum Beispiel: Die Baby-schläft-durch-und-super-Phase oder die 10-Uhr-14-Uhr-Phase, in der unsere Tochter ein halbes Jahr lang wie ein Uhrwerk jeden Tag zwei Nickerchen von jeweils bis zu 2 Stunden gemacht hat. Ein Traum. Das ist nämlich das Gemeine: Wenn super tolle Phasen plötzlich enden. Das läuft dann in etwa so ab:

  1. Verleugnung (nein, die Phase ist nicht vorbei!)
  2. Schock (die Phase ist tatsächlich vorbei)
  3. Trauer (warum ist die Phase vorbei?)
  4. Annahme (die Phase kommt nicht wieder)
  5. Aufarbeitung (bald kommt eine neue Phase)

Egal, wie es kommt, es kommt immer etwas Neues. Somit: Genießt die guten Phasen! Und: Seid euch in schlechten Zeiten sicher: es wird besser. Es ist ein wenig wie ein Glücksspiel. Und noch was: Erzählt niemandem, wie gut euer Kind schläft. Niemals!

Mutterliebe: Warum ich mein Bier gerne warm trinke

Zwei kleine Arme, sind um meinen Hals geschlungen und eine heiße Wange klebt an meiner. Ich spüre ihren Atem in meinem Gesicht. Ich bekomme fast keine Luft mehr. So eng ist diese Umarmung. Im Nebenzimmer wird Fußball geguckt. Das erste Deutschland-Spiel der EM. Mein Mann und zwei kalte Biere warten nebenan. Doch ich liege in einem dunklen Raum. Jenseits von Fußball. Jenseits von allem, was da draußen in der Welt passiert. Ich liege da. Glücklich. Mit meiner Tochter eng umschlungen. Sie hatte nicht einschlafen können und ich habe mich zu ihr gelegt. Anfangs war ich genervt. Ausgerechnet zum Anpfiff.

Nun ist die erste Halbzeit fast vorbei und es ist mir egal. Eine getrocknete Träne klebt an meiner Wange. Eine salzige Spur der Freude. Manchmal kommen perfekte Moment unverhofft. So wie heute. Dann ist Glück eine Umarmung meiner Tochter.

Wir liegen da so nebeneinander. Ihre Atmung wird gleichmäßiger. Sie streicht mir kurz vorm Einschlafen noch einmal mit ihren kleinen Fingern durchs Gesicht. Als wolle sie gucken, ob ich noch da bin. Mein Herz macht einen Satz. Ein lautes „JAAAA!“ durchbricht die Stille. 1:0 für Deutschland. Doch ich möchte gerade nirgends lieber sein als in diesem dunklen Zimmer eng umschlungen mit meiner Tochter. Liebe fühlen. Glück spüren.

Gleich werde ich ein lauwarmes Bier trinken und wieder in die Welt da draußen einsteigen. Aber noch nicht jetzt. Ein paar Minuten brauche ich noch…

10 Dinge, die im Urlaub mit Kind nerven

Das Stimmungsbarometer im Urlaub mit Kleinkind ist oftmals so unbeständig, wie das Wetter in Deutschland. Von unbeschwert fröhlich bis hin zu verhagelt ätzend. Ja, man muss sich daran gewöhnen, dass Urlaub mit Kind eine völlig andere Nummer ist. Vor allem, wenn es mitten in der Trotzphase ist. Wenn früher all day long Aperol-Time angesagt war, gibt es heute eher „Ich-wollte-meine-Schorle-selber-eingießen-Heulkrampf-Time“.
Hier meine persönlichen Top-Ten Nervfaktoren im Urlaub:

1. Urlaub mit Kind ist wie eine Woche lang Wochenende!
Früher bedeutete Wochenende: Ausschlafen! Heute heißt es das Gegenteil. Deswegen ist Urlaub wie ein einziges mega langes Wochenende: Man wird jeden Tag zwischen 6 und 7 Uhr wach gemacht und dann geht es los.

2. Irgendwas ist immer
Zu heiß. Sonnenhut auf. Zu kalt. Mütze auf. Zu windig. Sonnenhut weht weg und Mütze ist zu heiß. Kind schreit und reißt sich jedwede Kopfbedeckung vom Kopf.

3. Sonnencreme
Vorbildliche Eltern tragen Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 bereits ab 15 Grad und Bewölkung auf. Das Eincremen selbst macht oftmals so viel Spaß, wie einem Aal die Augenbrauen zu zupfen (wenn Aale welche hätte). Kommen die Faktoren Sand und Wasser hinzu, kann man sich ja vorstellen was passiert. Es wird nicht lustiger.

4. Essen
Es ist Urlaub. Muddi hat Urlaub. Vaddi hat Urlaub. Die Küche hat Urlaub. Aber das Kind muss trotzdem einigermaßen gesund ernährt werden. Will es aber nicht. Es will Pizza. Kommt die Pizza will es Pasta. Bestellt man beim nächsten Mal Pasta will das Kind Pizza. So will es das Gesetz.

5. Regentage
Ätzend genug, wenn es früher im Urlaub geregnet hat. Mit Kind fallen alle Aktivitäten, die man früher als Paar bei Regen unternommen hat weg. Nämlich: Nix tun und/oder den ganzen Tag in einem Bistro sitzen und sich durch die Speise- und Getränkekarte essen und trinken. Mit Kind muss man kreativ werden. Denn nichts ist schlimmer als Langeweile in einer beengten Ferienwohnung oder gar in einem Hotelzimmer (wer macht eigentlich noch Urlaub im Hotel mit Kind?).

6. Planänderungen rächen sich immer
Einfach mal in den Tag hineinleben. Faul sein. Spät frühstücken. Vergiss es! Im Urlaub mit Kleinkind rächen sich jedwede Versuche, spontan zu sein und vom normalen Zeitplan abzuweichen. Mittagsschlaf mal ausfallen lassen, weil man gerade einen Tagesausflug macht? Kann man machen. Macht man danach wohl nie wieder. Denn spätestens am Nachmittag ist das Kind übermüdet und überdreht und der Tag wird mega anstrengend. Auch mutig: Zu spät zum Mittagessen in ein Restaurant gehen. Wenn man Lust auf ein mit Essen werfendes schreiendes Kind hat, nur zu!

7. Trotzanfälle
Eigentlich muss ich dazu nichts sagen. Zu Hause ist es schon mega nervig. Warum sollte es im Urlaub anders sein. Doch irgendwie hat man die Vorstellung, dass alles entspannter wird, wenn man erst einmal die Heimat verlassen hat. Wird es aber nicht. Es ist das gleiche Kind nur an einem anderen Ort.

8. Kleidung
Im aktuellen Urlaub habe ich für einen Badeurlaub gepackt und auch viel Wasser bekommen – allerdings von oben. Also musste ich improvisieren. Lagenlook im Sommerurlaub braucht kein Mensch. Dazu war es wechselhaft. Also muss man immer alles mitnehmen. Und ständig alles aus und wieder anziehen. 50 Prozent des Urlaubes war ich mit Umziehen des Kindes beschäftigt.

9. Packesel
Regenjacke, Matschhose, Badehose, Sonnenhut, Mütze, Jäckchen, Wechselbody, Windel, Wickelunterlage, Feuchttücher, Wasser, Quetschie, Sonnenmilch, Schnuller. Das ist die Grundausstattung, wenn das Wetter einem die ganze Bandbreite bietet und das auch noch innerhalb von 60 Minuten. Doof gelaufen, wenn man eigentlich nur mal kurz irgendwo hingehen will. Man packt immer alles ein.

10. Spielplätze
Ich bin keine typische Spielplatz-Muddi. Ich finde es mal ganz ok, ein Stündchen dort zu verbringen. Doch es ist nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Da ist es auch nicht besser auf einem italienischen oder österreichischen Spielplatz zu hocken. Vor allem, wenn man einen Strand hat. Aber egal wie toll die Landschaft, der Strand oder der Pool ist: das Kind will auf den Spielplatz.

Zum Thema Urlaub mit Kind durfte ich übrigens als InsideMom bei familie.de meinen Senf dazu geben.

Morgen sage ich euch dann, warum Urlaub mit Kind so toll ist. Denn das Leben als Muddi ist eben immer voller Widersprüche…