Mütter dürfen auch mal ausrasten!

Achtung! Achtung! Hier eine schockierende Nachricht für alle Helikopter-Moms: Es gibt ein Leben jenseits vom Muddi-Dasein. Ja, tatsächlich. Denn Muddi hat ja auch noch Interessen und Hobbys, die jenseits von Kind, Job und Haushalt liegen. So bin ich am Wochenende wieder zur Rockerin geworden. Festival. Laut. Voll. Gut. Einfach mal ausrasten. Für ein paar Stunden unvernünftig* sein dürfen. Einfach Spaß haben. Tanzen. Singen. Grölen. Bier trinken. Mann und Tochter machen sich daheim einen schönen Tag. Muddi auch. Nur der hat eben nichts mit häkeln, backen oder DIY zu tun.

Aber darf Muddi das überhaupt? Unvernünftig sein? Mal wieder zu viel trinken? Wild tanzen? Lieder mit F**K-lastigen Texten von Limp Bizkit mit grölen und verwundert sein, dass man nach 15 Jahren noch jede Zeile mitsingen kann? Darf Muddi ausrasten?

Ich sage „NEIN!“ – sie darf nicht. Sie MUSS! Sie muss ausrasten. Einfach mal durchdrehen. Dabei kann jede Muddi für sich ihr „Ausrasten“ definieren. Für manche ist das eben das Rockfestival. Für andere ist es wiederum schon verrückt genug, mal wieder mit guten Freundinnen tanzen zu gehen. Oder einen Hugo zu viel zu trinken. Die sündhaft teure Handtasche einfach zu kaufen. Beim Frühstück mit der Schwester den Sekt zu trinken, auf den man einfach gerade Bock hat. Das Leben zu feiern. Aber diesmal das eigene. Stolz auf das zu sein, was man jeden Tag leistet und dann auch mal loslassen zu können. Papa oder Oma übernehmen zu lassen. Ausrasten im positivsten Sinne. Warum nicht? Wenn Männer das machen, kräht kein Hahn danach, oder?

Doch nicht alle Muddis sehen das so. Während ich auf dem Festival rockte, haben sich einige sehr gute Freundinnen von mir auch getroffen, um auszurasten. Gemeinsam. In einer anderen Stadt. Eine wilde Partynacht. Da waren auch Muddis dabei. Eine erzählte, dass sie deswegen früher von einem Kinderfest weg musste. Eigentlich kein Ding, denn ihr Mann war ja auch noch da. Als sie den anderen Muddis auf dem Fest erzählte, warum sie nun weg müsse, erntete sie komische Blicke und vor allem eines: Unverständnis. Neid?! Ist das ein Anflug von Mommy Wars? Warum gönnen wir das einander nicht? Ist man eine schlechte Mutter, wenn man sich auch mal wieder auf das eigene Leben fokussiert?

Ich bin froh, dass ich so viele Muddis kenne, die noch ausrasten können. Denn eigentlich ist es eine Kunst, mal von Kind und Family abschalten zu können. Und: Es tut gut. Nicht nur Muddi, sondern auch dem Kind. Denn Muddi ist glücklich.

So steh ich also Mähne schüttelnd auf dem Festival, meine Hose getränkt in Bier und meine Stimme heiser als neben mir in der Menge das Handy einer Frau aufblinkt: Auf dem Display erscheint das Foto eines kleinen Jungen. Sie blickt auf das Foto, grinst, steckt das Handy in ihre Hosentasche und springt wieder in die Menge.

Wie definiert ihr euer „ausrasten im positiven Sinne“? Was würdet ihr gerne mal wieder tun?

*unvernünftig heißt in diesem Falle, einem Junggesellinnen-Abschied im Zug einen Piccolo abzukaufen und diesen mitten am Tag, alleine im Zug zu trinken! Unvernünftig heißt auch: Zu viele Caipis und Bier. Außerdem: Hochhackige Schuhe bei einem Festival – keine gute Idee – auch, wenn sie toll aussehen.

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4 Kommentare zu „Mütter dürfen auch mal ausrasten!

  1. Ausrasten muss sein :). Bei mir dauerts zwar noch eine Weile, bis die kleine ihre Bauchwohnung verlässt und ich mal wieder richtig ausrasten kann – aber ich hab schon während der Schwangerschaft öfter auf Parties Fragen gestellt bekommen a la „Geht das so mit Bauch überhaupt noch, das Tanzen? Und die kurzen Röcke…“ Ähm, ja geht noch :D.
    Und ich freue mich ja immer so sehr genau solche Posts wie diesen hier zu lesen und zu sehen, ja es gibt sie: Die Frauen, die neben dem Mamasein immer noch sie selbst bleiben und deren Welt nicht nur aus Kind besteht. Danke dafür :).

    Ganz liebe und sonnige Grüße,
    Klaudi

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  2. Ich seh das genauso und freue mich immer, „gleichgesinnte“ Mütter zu treffen. Denn selbstverständlich dürfen – und sollten! – Muddis/Mamas/Moms/Mütter „ausrasten“ und immer mal wieder etwas ganz allein nur für sich tun!

    Ich hoffe, Du hast das Festival ordentlich genossen! Lets fetz! 🙂

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