Daddy allein zu Haus: Wenn Papa es einfach nicht hinkriegt…

Ich habe gestern einen Blogbeitrag* gelesen, der mich traurig gemacht hat. Da fragt eine Mutter um Rat. Seit Monaten habe sie sich auf eine kleine Auszeit vom Kind gefreut. Alles vorbereitet. Hotel gebucht. Ein paar Tage wollte sie allein zu einer Messe fahren. Freunde besuchen. Der Partner habe auch schon Urlaub eingereicht. Alles geritzt. Ein paar Tage vor dem besagten Kurztrip habe der Vater allerdings bedenken geäußert, sich alleine um sein Kind zu kümmern. Man muss dazu sagen, dass das Kind fast zwei Jahre alt ist und tagsüber von einer Tagesmutter betreut wird. Es geht also nur um Nachmittage und den Abend. Und: Die Mutter hat ihm alles vorbereitet: Eingekauft, Kleidung fürs Kind rausgelegt, Wäsche gemacht, diverse Listen geschrieben etc. Nun fragt sich die Mutter, ob sie ihren Trip absagen soll.

Ich lese das also und in meinem Kopf schreit eine Stimme ganz energisch: WTF!! Ganz davon abgesehen, dass ich es ein wenig merkwürdig finde, dass man dem eigenen Partner und Vater des Kindes „alles vorbereiten muss“, um den Alltag mit dem eigenen Kind im eigenen Heim bestreiten zu können, denke ich: Alter! Ernsthaft?

Und ich weiß nicht mal, welche Tatsache ich schlimmer finde: Dass der Vater, seiner Partnerin nicht mal ein paar tage Auszeit gönnt, obwohl er schon Urlaub eingereicht hat oder dass er anscheinend nicht in der Lage ist, auf sein fast zwei Jahre altes Kind aufzupassen. Mir tut die Mutter auch einfach Leid. In meiner Empörung lese ich die Kommentare unter dem Artikel und die wiederum machen mich sprachlos: Denn niemand findet es merkwürdig, dass ein Vater da solche Bedenken hat. Ich meine: Es geht hier nicht um einen Säugling. Zwar sagen alle Kommentatoren, dass sie fahren soll, aber niemand fragt: Warum kann ein Vater anscheinend nicht alleine auf sein Kind aufpassen?

Nun bin ich verunsichert. Denn was bedeutet es, dass so viele Mütter es offensichtlich nicht außergewöhnlich finden, dass Väter das nicht „hinkriegen“. Ist es tatsächlich immer noch eher eine Ausnahmeerscheinung, dass Väter involviert sind? Ist es exotisch, dass auch die Papas sich ganz freiwillig und gerne kümmern und eine gleichberechtigte Rolle in der Kindererziehung spielen? Müssen in den meisten Familien tatsächlich noch Frauen ihren Partnern ellenlange Listen mit Instruktionen schreiben und Essen vorkochen, damit die Familie zwei Tage ohne sie überlebt? Wechseln gar nicht die meisten Väter auch Windeln und bringen ihre Kinder ins Bett? Ich bin anscheinend naiv. Und irgendwie auch sauer. Ganz generell. Auf Väter, die sich so aus der Affaire ziehen, aber auch auf Mütter, die ihren Partnern vielleicht gar nicht den Raum lassen, sich gleichwertig einzubringen bei den Kindern. Vielleicht wollen manche Mütter auch lieber Listen schreiben und unabkömmlich sein. Und vielleicht wollen viele Männer auch einfach keine Zeit mit ihrem Kind alleine verbringen. Das mag alles sein. Aber wie Selbstverständlich das anscheinend akzeptiert ist, das schockiert mich. Ich dachte schlichtweg wir wären schon weiter.

Eure Meinung zu diesem Thema interessiert mich! Wie sieht das bei Euch aus? Wäre ein Kurztrip für Muddi ein Problem? Bringen sich Eure Partner/innen gleichwertig ein? Feuer frei! Ich diskutiere gerne mit! 

 

*Den Artikel möchte ich hier gar nicht verlinken, weil ich niemanden bloßstellen möchte. Denn um den konkreten Fall geht es mir gar nicht. Vielmehr steht dieser Text stellvertretend für ein Phänomen, dass anscheinend nicht so selten ist, wie ich geglaubt hatte. 

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27 Kommentare zu „Daddy allein zu Haus: Wenn Papa es einfach nicht hinkriegt…

  1. Ich habe noch keine Kinder. Aber ich habe in meinem Bekanntenkreis und auf Arbeit viele Mütter und Väter. Mir is dieses Phänomen auch schon aufgefallen und es beunruhigt mich zutiefst. Ich wollte mal mit einer Freundin zu ikea. Dh ihr Mann hätte 3h auf den kleinen (2 jahre) aufpassen müssen. Sie ist nicht mit weil er nicht aufpassen wollte.
    Ich frage mich manchmal ob die „Emanzipation“ vielleicht doch noch nicht wirklich weit gekommen ist. Besonders im Familienleben fällt es mir häufig auf.
    Du hast aber recht. Es gibt auch viele Frauen die es forcieren. Das ist genauso schlimm wenn nicht sogar noch trauriger als Väter die es nicht mal schaffen 3h auf ein Kind auf zu passen.

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  2. Es kommt wohl noch deutlich öfter vor als man glauben würde. Für mich war immer klar das ich einen Teil dazu beitragen möchte. Es war also selbstverständlich das ich Nachts aufstehe, die Windeln wechsle und den Zwerg füttere. Genauso wenig ist es ein Problem wenn meine Frau sich eine Auszeit von einer Woche nimmt. Zum damaligen Zeitpunkt (wäre vor 8 Jahren gewesen) hat sie es nicht. Ich muss aber zugeben das ich mir auch schwer tat den Animateur für das Kind zu geben. Das würde ich allerdings mit meinem persönlichen Werdegang rechtfertigen.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es beide Arten. Wobei das Windel wechseln wohl außer mir keiner gemacht hat.

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  3. Ich bin ein Vater, mein Sohn ist fast zwei Jahre alt und das „WTF“ ist auch mein erster Impuls bei solchen Geschichten. Aber eines möchte ich schon loswerden: Jede Frau und Mutter, die solche Männer und Väter toleriert, ist zu (mindestens) 50 Prozent für die Misere mitverantwortlich. „Hinter jedem unfähigen Mann steht eine Ich-regle-das-schon-für-dich-Frau.“ Wer Konflikte in der Partnerschaft scheut, die/der darf sich nicht wundern, wenn andere sich aus der Affäre ziehen. Und das ist _kein_ bisschen als Freibrief für die Väter gemeint – im Gegenteil.

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    1. Ich glaube es sind nicht immer die Frauen Schuld…das wäre zu einfach. Aber ich glaube schon, dass viele Mütter es ihren Partnern zu einfach machen, sich aus der Affäre zu ziehen bei der Betreuung. Ich glaube man muss es dann noch stärker einfordern, auch wenn das Konflikte birgt.

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  4. Sehe das ganz genauso wie Du!
    Ich bin jedes Mal wieder geschockt, wenn ich sowas lese oder höre.
    Ich frage dann immer wovor die Mutter eigentlich Angst hat. Wird der Vater dem Kind weh tun? Wird jemand verhungern? Erfrieren? Wird der Vater das Kind einfach im Supermarkt oder der Kita vergessen?
    Nein? Dann lass ihn einfach machen. Vielleicht wird nicht slles perfekt, vielleicht wird es auch echt kacke laufen aber dann weiß der Mann hinterher immerhin was das für ein Knochenjob sein kann.
    Und ich stelle da auch immer die Frage warum man mit jemandem Kinder kriegt den man dann nicht mit selbigen allein lassen möchte.

    Ich rege mich über sowas furchtbar auf. Mich macht es soo wütend, das wir 2016 immer noch nicht weiter sind. Es kotzt mich an!

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    1. Man muss sich ja auch überlegen, dass ein Vater im Notfall das ja auch geregelt kriegen muss. Wenn der Mutter mal was passiert und sie vielleicht durch Krankheit längere Zeit ausfällt…aber ihn solchen Fällen zieht dann wohl meist die Schwiegermama ein und übernimmt…ich weiß es nicht..

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  5. Zum gluck sind wir in Schweden da schon ein bisschen weiter. Hier gehen fast alle Väter in Elternzeit und es ist ganz normal, dass wir Mütter die Kinder mit den Vätern alleine lassen. Ohne Listen…ich glaube, es ist wie du schon geschrieben hast eine Kombination aus Müttern die nicht loslassen wollen, und Vätern die noch im letzten Jahrhundert denken…

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  6. Ich glaube, dass wir Frauen uns da auch noch viel lockerer machen müssen. Irgendwie denken wir doch immer, dass wir halt doch noch den Daumen drauf halten müssen und kontrollieren, ob alles wirklich klappt. Ich nehme mich da gar nicht aus, ich kenne das nämlich auch von mir. Und dass sich diese Unsicherheit dann vielleicht auch auf den Partner überträgt, erscheint mir schon auch schlüssig.

    Nchtsdestotrotz würde ich ihr aber natürlich auch raten zu fahren. Einfach mal ins kalte Wasser springen. Das wird schon klappen! Und dann ist es beim nächsten Mal sehr viel einfacher.
    Im übrigen hab ich gerade vor ein paar Tagen beschlossen, demnächst auch einmal eine solche Mutti-alleine-Auszeit durchzuziehen. Ich brauch das jetzt einfach mal. Und ich weiß genau, wie gut es mir tun wird.

    Denn das Problem an uns Müttern ist ja, dass immer alles wichtiger ist als wir selber. Unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse stellen wir IMMER hinten an. Weil wir einfach nicht anders können. Und da müssen wir uns dann schon selber an die Nase fassen und sagen: Ich denke jetzt einfach mal nur an mich.

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    1. Ich glaube, dass das erwähnte „maternal gatekeeping“ nur eine Art Übersprungshandlung ist. Es setzt dann ein, wenn Männer sich aus der Verantwortung stehlen nach dem Motto „Am Ende wird sie sich schon kümmern.“ Tut sie es wirklich, dann bleibt alles beim alten. Deshalb verstehe ich das mit der „Mutti-Auszeit“ auch nicht. Jeder Elternteil hat das Recht darauf: so oft es eben geht. Lasst Eure Männer nicht so leicht aus der Verantwortung, das wäre mein Wunsch und mein Appell.

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      1. Mit „Mutti-Auszeit“ (sorry, ist vielleicht etwas flapsig ausgedrückt) meine ich nicht, mal nen Nachmittag in die Sauna zu gehen. Das mach ich eh. Ich meine damit, 8 bis 10 Tage weg zu sein, auf einem anderen Kontinent. Und nicht immer zu denken, puh, ob das auch gut geht. Sondern daran zu denken, was ich will. Meine Kinder sind noch recht klein, deswegen war ich die letzten 4 Jahre eben sehr mit dem Muttersein beschäftigt. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, auch mal wieder was für mich zu tun. Weil ich eben merke, dass man sich in dieser Rolle allzu schnell auch verlieren kann, ohne Absicht, einfach weil der Alltag einem eigentlich gar keinen Atem lässt, das zu hinterfragen. Das ist ja erst der Anfang und keine Sorge, ich habe einen wundervollen Mann, dem ich voll und ganz vertraue und der das wunderbar wuppen wird. 🙂

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  7. Meine Frau hatte auch solche Termine und mir wurde frühzeitig zu verstehen gegeben, dass ich da zu sein habe. Bei mir war es mehr ein Thema mit der Arbeit als mit den Kindern. Es hat jedes Mal geklappt. Sowohl zeitlich als auch mit den Kindern. Bei letzterem hatte ich nie Bedenken. Was mich allerdings jedes Mal gewundert hatte war das Lob, dass von allen möglichen Leuten bekam, dass ich mich ein Wochenende um meine Kinder alleine gekümmert habe. Besonders von anderen Müttern. Darunter waren auch viele, die es erst gar nicht versucht hatten, sondern die Entscheidung für ihre Männer getroffen hatten.

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  8. Ich finde es etwas erschreckend, dass hier gerade viele Frauen doch recht schnell dabei sind, den Müttern die Schuld daran zu geben, dass der Vater nicht allein auf das Kind aufpassen kann. Grundsätzlich stimme ich Robert Franken zu: „Jede Frau und Mutter, die solche Männer und Väter toleriert, ist zu (mindestens) 50 Prozent für die Misere mitverantwortlich.“

    Aber schon der darauf folgende Satz ist meiner Ansicht nach etwas gefährlich: „Hinter jedem unfähigen Mann steht eine Ich-regle-das-schon-für-dich-Frau.“ Denn es gibt Frauen, die gar keine andere Wahl haben, weil die Väter sich tatsächlich einfach verweigern. Natürlich haben die Frauen dann verschiedene Möglichkeiten bis hin zur Beendung der Beziehung. Und das mag häufig auch eine gute Entscheidung sein. Aber die Väter machen es sich doch eindeutig zu einfach, wenn sie sagen, es liege nur daran, dass die Mütter sie nicht einfach mal machen lassen würden.

    Und viele Mütter sind zu hart sich oder anderen Müttern gegenüber, wenn sie schreiben, das Problem seien die Mütter selber, weil sie beständig ihre eigenen Bedürfnisse hintanstellen würden. Das hilft dann den betroffenen Frauen keinen Deut weiter, sondern verhindert eine wirksame Solidarität unter Frauen und Müttern. Und irgendwann spricht dann wieder jemand von den berüchtigten „Mommy Wars“ …

    Zum Artikel kann ich nur feststellen, wie froh ich bin, dass sowohl mein Mann als auch die meisten Väter in meinem Umfeld sich völlig gleichberechtigt am Familienleben beteiligen und dass keiner von ihnen irgendwelche Probleme hätte, einige Tage mit den Kindern allein zu verbringen. Ich weiß aber aus der Kita und der Schule, dass es in erschreckend vielen Familien anders ist.

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    1. Volle Zustimmung, auch in Ihrer Einschätzung der Gefährlichkeit meines Folgesatzes bzw. in der Relativierung meiner Aussage. Ich formulier(t)e das so radikal, weil ich überzeugt davon bin, dass sich in einer Beziehung nicht erst beim (Nicht-)Engagement des Vaters zeigten sollte, wie gleichberechtigt ein Paar lebt. Hier muss viel früher der Reflex einsetzen: „Moment mal, mit DEM ein Kind?“. Wer glaubt, das regle sich schon, wenn das Kind mal auf der Welt ist, ist naiv. Schlimm ist, das dann die Frauen/Mütter tatsächlich erheblich weniger Wahl zu haben scheinen als ihre Partner.

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      1. Das Problem scheint wirklich sehr früh in einer Beziehung einzusetzen. Es herrscht offenbar immer noch stark die Ansicht vor, dass grundsätzlich die Frau Kinder will und den Mann überhaupt erst mal davon überzeugen muss. Dafür sollte sie dann auch bereit sein, kleinere (oder eben größere) Opfer zu bringen. Und wenn sie dazu nicht bereit ist, gibt es eben keine Kinder – oder keinen Mann.

        Ich habe es leider schon bei vielen Frauen gesehen, dass sie sich sehr weit auf tatsächliche oder auch nur angenommene Bedingungen ihrer Partner eingelassen haben, um dann ein Kind zu bekommen. Oder dann eben nicht.

        Es ist einfach fast immer noch die Frau, die sich die Gedanken machen muss, ob sie Kinder will oder nicht. Und wie dringend sie das dann möchte. Denn für Frauen ändert sich Leben zwangsläufig sehr grundlegend, wenn sie Kinder bekommen. Bei Männern muss das nicht der Fall sein, sie haben viel mehr die Wahl, wie weit sie sich darauf einlassen. Und da sind Zugeständnisse dem Partner gegenüber im Vorfeld vielleicht erstmal die kleinsten Bedenken, die Frauen haben. Dass sie hinterher so weitreichende Konsequenzen für alle Beteiligten und für die Beziehung haben werden, wird von vielen Frauen ignoriert, um überhaupt zunächst den Kinderwunsch zu erfüllen.

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  9. Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Mein Mann hat kein Problem, auf EIN Kind aufzupassen. Aber zwei auf einmal – wie soll das denn bitte gehen?

    Szenen noch vor einem halben Jahr:
    „Ich gehe den Wocheneinkauf machen.“ sage ich.
    „Nimmst du die Kinder mit? Dann sind sie beschäftigt.“ sagt er.
    „Nein, wenn ich alleine gehe, geht es schneller. Kinder, Autositze, 12 Tetrapacks Milch, 12 Saft etc.“
    Da sagt er „Ja wie, aber eins nimmst du mit. Wie soll ich das denn mit beiden zuhause machen?“

    Es ist aber ganz normal, dass ich zwei Kinder zuhause betreut habe, manchmal auch den ganzen Tag und Kind krank oder Mama krank, gleichzeitig geputzt und gekocht habe. Wenn er alleine mit einem Kind zuhause war, musste ich dankbar sein, dass das Haus nicht abgerissen wurde in der Zwischenzeit. Von einem vollen Kühlschrank, gekochtem Essen oder Ordnung darf man gar nicht träumen.

    Auch lustig: Kind 2 ist 9 Monate alt, bekommt 3 Breitmahlzeiten am Tag, trinkt Wasser und wird auch noch gestillt:
    „Ich würde am Samstag mal zum Friseur gehen.“ sage ich.
    „Ok, dann gehe ich mit dem Großen zum Sport.“ sagt er.
    „Oh, ich wollte alleine zum Friseur, ohne das Baby.“ sage ich.
    „Ja wie soll ich denn auf die Kleine aufpassen – du stillst doch noch.“

    Wenn ich mich von zuhause fortbewegt habe, musste also immer mindestens ein Kind mit.

    Ich habe das im ersten Lebensjahr des Kindes noch akzeptiert – ist ja auch kompliziert so ganz ohne Brüste. Langsam aber stetig entwickeln wir uns aber weiter…

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  10. Ich finde das auch erschreckend. Unser Sohn ist 5 1/2 Monate alt und mein Mann geht ein Mal wöchentlich mit ihm zum PEKiP. Er bekommt extra von seinem Arbeitgeber die Erlaubnis seine Mittagspause zu verlängern, denn der Kurs ist natürlich mittags 😉
    Ich bringe den Kleinen also zum Kursbeginn hin und hole ihn hinterher wieder ab (nebenbei bemerkt, ne nette wöchentliche Mami-Freizeit 😉 ) und direkt beim ersten Termin kam beim Abholen eine Mama aus dem Kursraum und sagte zu mir „ich glaube du solltest mal reingehen, dein Kind weint ganz schön“. Ich war etwas verwirrt, weil mein Mann war ja bei ihm. Er erzählte mir auch hinterher, dass alle Kinder geweint hatten, aber sie schien davon auszugehen, dass mein Mann mit dem weinenden Kind nicht klar kommt. Ich bin so froh, dass sich mein Mann von Anfang an relativ gleichberechtigt an der Babypflege beteiligt hat… mal abgesehen vom Stillen natürlich.

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  11. Unfassbar! Ich finde das richtig gruselig. Und stelle mal wieder fest, dass ich anscheinend nicht in der Realität lebe, sondern in einer Bubble – online wie im reallife… Ich behaupte, wir sind umgeben von Familien, in denen es völlig selbstverständlich ist, dass die Väter auch alleine mit ihren Kindern klarkommen – mit mehreren Kindern.

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  12. Bei uns musste mein Mann von Anfang an mit ran, er hatte 12 Monate Elternzeit genommen und ich habe in der Zeit voll gearbeitet, teilweise mit Reisetätigkeit. Aber wenn zwei Aufgaben anstehen nimmt er die ohne Kind lieber. Aber ich finde es gut, wenn das Kind zu beiden Eltern eine gute Bindung hat und beide es wenn nötig alleine versorgen können.

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  13. Ich bin grade tatsächlich etwas schockiert. Ich hätte im Leben nicht geglaubt das es diese Einstellung noch so oft vertreten ist. Bei uns gibt es nichts was mein Mann nicht macht, mal abgesehen vom Nägel schneiden. Da gab es auch nie eine Diskussion.

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  14. Ich bin schon eine „alte“ Mutti, denn meine Töchter sind schon erwachsen, aber noch in der Ausbildung. – Mit Schaudern habe festgestellt, dass wir uns im Hinblick auf Emanzipation und gleichberechtigte Partnerschaft offenbar in den letzten 10 Jahren zurückentwickeln. Mein Mann hat mich als alleinerziehende Mutter eines Kleinkindes kennen und lieben gelernt. Es wurde von Anfang an festgelegt, wie wir beide uns ein Familienleben vorstellen. Und auch nach Geburt des gemeinsamen Kindes wurde das Modell Familie nur etwas angepasst. Mein Mann musste daher nicht gedrängelt werden, sich um die Mädchen zu kümmern. In der Elternzeit gab es tägliche Papazeit, auch mal Ausflüge nur Papa-Töchter und ich konnte (nicht durfte) auch mal meine Freundinnen besuchen, die leider nicht um die Ecke wohnen, ohne das ich Bedenken gehabt hätte. Für die Kinder war es ein Abenteuer nur mit Papa alle Lieblingsorte aufzusuchen oder en Mass Nudeln zu essen. – Komischerweise hat auch mein Vater (Ossi-Vater) sich in gleichem Maße um mich und meinen Bruder gekümmert. Und nun der Schock, dass sich die Freundinnen meiner Töchter in das Familienmodell „BRD 1960“ zurückkatapultiert haben lassen. – Meine Empfehlung wäre, man sollte sich als Paar im Voraus nicht allein über den Kinderwunsch verständigen, sondern auch gemeinschaftlich über die Auswirkungen desselben und wie man damit umgehen möchte.

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  15. Meine Reaktion wäre mit Sicherheit auch zuerst: WTF!!!???
    Und ich finde es nicht nur bedenklich in Bezug auf die Beziehung der Eltern, sondern in erster Linie traurig für Papa und Kind, da beiden so vieles entgeht! Kinder wollen beide Eltern gleichermaßen in ihrem Leben! Da ist es doch nur natürlich und logisch, die Sache mit der Kinderziehung ebenbürtig anzugehen!!!
    Dennoch: häufig sind nicht allein die Papas diejenigen, die sich in diese „Nebenrolle“ hineinbegeben!! Ich habe es als Kind, aber auch heute in meinem Bekanntenkreis schon häufig erlebt, dass es auch die Mamas sind, die die Väter in diese Rollen hinein bugsieren. Denn sie WOLLEN gebraucht werden. Sie WOLLEN unverzichtbar sein, und tun dann eben völlig unbewusst alles dafür, dass dann am Ende nichts ohne sie läuft.

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  16. Absolut unvorstellbar für mich :-O !!!
    Ich bin schwanger und der Papa to be ist schon voll in Action.
    Er hat sich das „Papa Handbuch“ geholt, dazu gleich ne „Ich werde Papa“ App.

    Ich darf nichts mehr tragen wenn mein Liebster in Sichtweite ist.
    Toiletten putzen ist jetzt seins – das ist bäh- kann man somit keiner schwangeren zumuten xD !

    Ich habe ihm mitgeteilt das ich stillen möchte. Am nächsten Tag lag ne Milchpumpe daheim….
    (Da ist mir auch ein WTF rausgerutscht xD)
    Er mag ja auch füttern!

    Er bekommt mit wie ich ne Stoffwindel Seite angucke, erkundigt sich auch und plötzlich kommt er zu mir „ist mir zu kompliziert- wenn du das machen magst gern – aber wir brauchen ein paar Wegwerfwindeln damit ich auch mal ran kann“

    Das mein großer, tätowierter, bärtiger Mann so zum Super Papi mutiert macht mich natürlich sau happy! 🙂 ❤
    Aber wenn man SOWAS liest wird man gleich noch viel dankbarer!

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  17. Der Artikel erinnert mich entfernt an meine Situation.
    Ich bin alleinerziehend und war es schon in der Schwangerschaft. Seit meine Tochter auf der Welt ist, hat der Daddy Kontakt zu ihr und wir haben zum Kennenlernen das gesamte letzte Jahr die Treffen gemeinsam gestaltet. Die beiden haben sich so gut es ging regelmäßig einmal die Woche gesehen und eine Beziehung zueinander aufgebaut, so wie ich es mir gewünscht habe.
    Doch ich muss sagen, auch wenn Seine Vaterrolle nicht der „Norm“ entspricht so wie im Artikel beschrieben und wie es hauptsächlich in den Kommentaren der Fall ist, kommt sein Vaterdasein dem Beschriebenen sehr nahe…
    Er erkundigt sich wenig im Alleingang über die Entwicklung und altersgerechten Bedürfnisse, was den verantwortungsvollen Umgang sehr erleichtern würde. Ich koordiniere das was sie braucht, sage wann es Essen gibt, wann die Windel gewechselt wird, wann geschlafen wird, weil davon ausgegangen wird das dies meine Rolle ist, meine Aufgabe.
    Mittlerweile bin ich an dem Punkt dass ich die beiden alleine los schicken möchte – Er soll planen, er muss sich kümmern. Denn genau wie die Mutter aus den Artikel, brauche ich die Zeit auch mal für mich! Ob das verstanden wird? Nur mit minderem Interesse. Seit ich den Vorschlag gemacht habe die Treffen anders zu gestalten, werden die Treffen weniger oder fallen gar aus.
    Also eine Bestätigung dessen was hier bemängelt wird. Solange man nicht selber die Fäden in der Hand hat und immer noch ein Rückhalt da ist (Mama) zu dem Töchterchen eilen kann wenn Papa mal nicht klar kommt, ist es schön Papa zu sein. Doch fällt dieser weg und man steht mit der vollen Verantwortung alleine da, zieht man sich aus der Affäre.
    Ich bin in keinem Fall eine Mutter die die Verantwortung nicht gerne mal für einen Moment der Ruhe an einen vertrauensvollen Ersatz abgibt, im besten Fall den Vater, doch sieht die Realität in dem dies geschieht und ohne Kopfzerbrechen reibungslos über die Bühne geht, leider anders aus!
    Ich finde das ziemlich schade und kann es überhaupt nicht nachvollziehen…
    Zeit mit seinem eigenen Kind zu verbringen und sich bewusst zu sein dass es einen braucht und sich darauf verlässt dass man immer da ist wenn man gebraucht wird, ist doch das schönste auf der Welt!
    Deshalb ein Appell an alle Väter : TRAUT es euch zu! JEDER Mann kann es lernen ein Vater zu sein, so wie es ebenso jede Mutter lernt!
    Und für meinen Fall gebe ich die Hoffnung auch noch nicht auf! 😀

    Liebe Grüße
    Conny

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