Im Vollzeit-Tunnel verschollen: Muddi ist noch da!

Puh! Ganz schön zugewuchert….und ein bisschen staubig ist es hier auch. Nach vier Monaten kommt ein Lebenszeichen von mir – aus dem Vollzeit-Dschungel. Seit vier Monaten schreibe ich tolle Blogeinträge und super Texte nur noch in meinem Kopf. Es fehlt schlichtweg die Zeit, meine Ideen zu Papier oder vielmehr in den Computer zu bringen. Doch nun hat eine liebe Leserin, mich darauf hingewiesen, dass es da draußen Menschen gibt, die Muddi und ihre Texte vermissen:

„Ich kenn dich nicht, aber deine Texte fehlen mir… und ich mach mir fast ein bisschen Sorgen, was los ist“, schreibt Leserin Marion in einer lieben Mail.

Die Nachricht hat mich gerührt. Und irgendwie auch erstaunt. Es gibt Leser, die auf Nachschub von Muddi warten. Fast feuchte Augen bekam ich, als ich die Mail weiter las:

„Ich finde, du hast ein wirkliches Talent zum Schreiben und Erzählen und außerdem fand ich immer deine Ehrlichkeit so erfrischend und auch beruhigend, dass man mit manchen Problemen und „Sorgen“, Schwierigkeiten nicht alleine ist! Du mimst nie die perfekte Supermuddi und schreibst ehrlich über deine Erfahrungen als Muddi, ohne dabei ständig zu jammern, wie auf manchen anderen Blogs. Danke dafür und ich hoffe, es geht weiter!“.

Wow! Das ist sicherlich das schönsten Kompliment, das ich als Bloggerin jemals bekommen habe. Denn meine Leserin Marion hat mir tatsächlich den Grund gespiegelt, warum ich überhaupt blogge: Ich möchte meine Erfahrungen teilen und zeigen, dass der tägliche Wahnsinn und auch die Verzweifelung, die man manchmal spürt normal sind. Außerdem schreibe ich aus Leidenschaft. Deswegen hat mich die Mail aufgerüttelt: Es war ein Tritt in den Hintern: Hey! Schreib mal wieder was! Lass dich mal wieder blicken! Dafür sage ich Danke!

Ich weiß, dass hier seit einigen Monaten Ebbe herrscht. Aber auch das gehört zu meinem Leben dazu: Ich bin keine perfekte Bloggerin. Manchmal kriege ich es einfach nicht hin. In den vergangenen Monaten hatten mich mein Leben mit Vollzeitjob, Familie und einigen anderen Projekten fest im Griff. Der Spagat zwischen Job und Familie ist schwierig und das Bloggen fällt dabei immer häufiger hinten runter. Denn: Die Zeit, die ich jenseits von Arbeit habe, verbringe ich dann am liebsten mit meiner Tochter. Da möchte ich ungern noch am Computer sitzen oder mit dem Smartphone in der Hand auf dem Spielplatz hocken.

Für mich ist das auch ok, da dieser Blog eben immer nur ein Hobby war. Leider kommen Hobbies manchmal zu kurz  – so wie Sport (hüstel). Was ich aber merke ist, dass ich ständig Texte in meinem Kopf formuliere. Tolle Texte;). Und dann sind sie weg. Ich vermisse das Bloggen. Aber es würde auch nichts bringen, wenn ich nun Besserung gelobe und dann wieder drei Monate nichts schreibe.

Ich möchte damit sagen: Ich bin noch da. Und ich hoffe, dass zwischendurch mal wieder häufiger ein Artikel den Weg aus meinem Kopf auf diese Seite schafft. Und allen Leserinnen und Lesern, die tatsächlich noch ab und zu auf dieser verstaubten Seite vorbeischauen, möchte ich für die Treue danken.

Rock‘ On!

Eure Muddi!

Mütter dürfen auch mal ausrasten!

Achtung! Achtung! Hier eine schockierende Nachricht für alle Helikopter-Moms: Es gibt ein Leben jenseits vom Muddi-Dasein. Ja, tatsächlich. Denn Muddi hat ja auch noch Interessen und Hobbys, die jenseits von Kind, Job und Haushalt liegen. So bin ich am Wochenende wieder zur Rockerin geworden. Festival. Laut. Voll. Gut. Einfach mal ausrasten. Für ein paar Stunden unvernünftig* sein dürfen. Einfach Spaß haben. Tanzen. Singen. Grölen. Bier trinken. Mann und Tochter machen sich daheim einen schönen Tag. Muddi auch. Nur der hat eben nichts mit häkeln, backen oder DIY zu tun.

Aber darf Muddi das überhaupt? Unvernünftig sein? Mal wieder zu viel trinken? Wild tanzen? Lieder mit F**K-lastigen Texten von Limp Bizkit mit grölen und verwundert sein, dass man nach 15 Jahren noch jede Zeile mitsingen kann? Darf Muddi ausrasten?

Ich sage „NEIN!“ – sie darf nicht. Sie MUSS! Sie muss ausrasten. Einfach mal durchdrehen. Dabei kann jede Muddi für sich ihr „Ausrasten“ definieren. Für manche ist das eben das Rockfestival. Für andere ist es wiederum schon verrückt genug, mal wieder mit guten Freundinnen tanzen zu gehen. Oder einen Hugo zu viel zu trinken. Die sündhaft teure Handtasche einfach zu kaufen. Beim Frühstück mit der Schwester den Sekt zu trinken, auf den man einfach gerade Bock hat. Das Leben zu feiern. Aber diesmal das eigene. Stolz auf das zu sein, was man jeden Tag leistet und dann auch mal loslassen zu können. Papa oder Oma übernehmen zu lassen. Ausrasten im positivsten Sinne. Warum nicht? Wenn Männer das machen, kräht kein Hahn danach, oder?

Doch nicht alle Muddis sehen das so. Während ich auf dem Festival rockte, haben sich einige sehr gute Freundinnen von mir auch getroffen, um auszurasten. Gemeinsam. In einer anderen Stadt. Eine wilde Partynacht. Da waren auch Muddis dabei. Eine erzählte, dass sie deswegen früher von einem Kinderfest weg musste. Eigentlich kein Ding, denn ihr Mann war ja auch noch da. Als sie den anderen Muddis auf dem Fest erzählte, warum sie nun weg müsse, erntete sie komische Blicke und vor allem eines: Unverständnis. Neid?! Ist das ein Anflug von Mommy Wars? Warum gönnen wir das einander nicht? Ist man eine schlechte Mutter, wenn man sich auch mal wieder auf das eigene Leben fokussiert?

Ich bin froh, dass ich so viele Muddis kenne, die noch ausrasten können. Denn eigentlich ist es eine Kunst, mal von Kind und Family abschalten zu können. Und: Es tut gut. Nicht nur Muddi, sondern auch dem Kind. Denn Muddi ist glücklich.

So steh ich also Mähne schüttelnd auf dem Festival, meine Hose getränkt in Bier und meine Stimme heiser als neben mir in der Menge das Handy einer Frau aufblinkt: Auf dem Display erscheint das Foto eines kleinen Jungen. Sie blickt auf das Foto, grinst, steckt das Handy in ihre Hosentasche und springt wieder in die Menge.

Wie definiert ihr euer „ausrasten im positiven Sinne“? Was würdet ihr gerne mal wieder tun?

*unvernünftig heißt in diesem Falle, einem Junggesellinnen-Abschied im Zug einen Piccolo abzukaufen und diesen mitten am Tag, alleine im Zug zu trinken! Unvernünftig heißt auch: Zu viele Caipis und Bier. Außerdem: Hochhackige Schuhe bei einem Festival – keine gute Idee – auch, wenn sie toll aussehen.

In eigener Sache: Ich blogge, also spinne ich?

Früher oder später musste es in meiner zarten Blogger-Karriere ja so kommen: Ich mache bei einer Blogparade mit. Thema: Mein Blog, Dein Blog, Unsere Blogosphäre  (#bloggerhausen). Ins Leben gerufen wurde das Thema von Terrorpüppi mit ihrem tollen und sehr lesenswerten Blog.

Warum blogge ich also? Was steckt dahinter… Profilneurose? Unbändiger Mitteilungsdrang? Zu viel Zeit? Keine Freunde? Zu viel Sido gehört? Eigentlich ging es bei mir immer ums Schreiben. Viele Texte waren schon da, bevor ich überhaupt wusste, dass ich jemals „Noch ne Muddi“ starten würde. Die Kleine war da, die erste krasse Zeit war vorbei und diese ganzen Dinge, die da auf mich einprasselten, wollten raus. Also schrieb ich mir die Finger wund. Gedichte, Anekdoten, kurze Geschichten, Episoden. Über das Leben als Muddi. Über komische Begebenheiten. Skurrile Erlebnisse. Nachdenkliches. Den Alltag mit Kind.

Im Job war ich zuletzt – trotz Festanstellung bei einer Zeitung – nicht mehr so viel zum Schreiben gekommen. Die Journalistin in mir wollte aber nicht länger ruhen. Also raus damit. Anfangs nur für mich. Dann hat mein Mann mit gelesen. Nach sechs Monaten habe ich die Seite gestaltet. Dann wieder Zweifel. Interessiert das überhaupt eine Sau, was ich über das Muddi-Dasein schreibe. Ist das peinlich? Gebe ich zu viel preis?

Dann hätte ich fast einen Rückzieher gemacht und die Seite wieder gelöscht, die ich schon mit ersten Texten befüllt und eingerichtet hatte. Doch nach zwei weiteren Monaten gab ich mir einen Ruck. Warum nicht. Ich muss es versuchen. Vielleicht gefällt es mir – vielleicht aber auch nicht. Wenn ich es nicht mache, dann werde ich es wohl nie erfahren. Viele Texte waren schon da. Manche – zu intime Artikel – habe ich nicht veröffentlicht. Die schlummern auf meinem iPad und da werden sie auch bleiben. Für mich. Für später. Denn eines sollte mein Blog nie sein: kompletter Seelenstriptease. Mein Blogger-Motto: Ich erzähle das, was ich auch auf einer Party erzählen würde. Kann sein, dass ich manche Geschichten eher leicht angetrunken in schummeriger Atmosphäre erzählen würde. Somit gibt es auch ernste Themen und persönliche Einblicke. Aber eine gewisse Grenze möchte ich nicht überschreiten. Einen Echtzeit-Geburtsbericht gibt es hier nicht. Auch keine Fotos von unserer Tochter. Einfach nur Geschichten aus dem Leben einer Muddi, die gerne schreibt.

Und? Es macht mir Spaß und es freut mich, dass es Leute gibt, die das wirklich lesen und sogar nette Kommentare hinterlassen. Keine Ahnung, wie lange ich bloggen werde. Vielleicht wird mein Blog auch irgendwann wieder privat. Mal sehen! Aber für jetzt sage ich: Coole Sache!

So, jetzt muss ich noch Fragen beantworten:

Beschreibe deinen Blog in drei Worten
Offen. Skurril. Rock’n’Roll

Beschreibe dich als Bloggerin in zwei Sätzen
Noch ne Muddi, die über Muddi-Dinge bloggt – dabei manchmal von Gin Tonic träumt und sich auch mal eine Nacht ganz alleine im Hotel wünscht.

In welchen Situationen und welchen Menschen erzählst du außerhalb des Internets von deinem Blog?
Viele liebe Menschen wissen von dem Blog, aber ich erzähle nicht groß davon.

Welchen Blog – abgesehen von deinem eigenen – würdest du mir als allererstes empfehlen wollen?
Ich mag den Schreibstil und die entwaffnende Offenheit von kiddo.the.kid. Ich lese aber auch gerne Seit Du da bist, weil es sich auch um einen kleinen, recht neuen Blog handelt und ich mich häufig wiedererkenne.

Welchen Blogger oder welche Bloggerin möchtest du gerne mal im richtigen Leben kennenlernen?
Eigentlich mag ich die Tatsache, dass man die Blogger nur so kennt, wie sie sich online präsentieren. Es entzaubert vielleicht einen Blog auch, wenn man die Person dahinter treffen würde. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann vielleicht die Blogger von „Ich bin dein Vatter„.

Wenn du dir aussuchen könntest, mit jemanden ein Interview auf deinem Blog zu führen – egal mit wem – wer wäre das?
Brad Pitt: Sieben Kinder und offensichtlich die falsche Frau;) – das bietet doch Gesprächsstoff.

Welche Art von Beiträgen liest du gerne auf anderen Blogs?
Situationskomik. Skurrile Begebenheiten aus dem Alltag. Ehrliche Erfahrungsberichte.

Welche Art von Beiträgen magst du überhaupt nicht gerne auf anderen Blogs lesen?
Selbstbeweihräucherung a lá Chakka-Seht-Her-Ich-Wuppe-Kind-und-Karriere-Backe-Nähe-Blogge-Twittere-Bin-Supermuddi. Ultra detaillierte 1000-Zeilen-Geburtsberichte (ich bewundere den Mut und frage mich, ob man das nicht irgendwann bereut, aber es interessiert mich nicht).

Was hast du dich beim Bloggen schon „immer“ gefragt?
Liest das wirklich jemand?

Was würdest du Blogger-Neulingen raten?
Meldet euch nicht bei Twitter an.

Was wünscht du dir für das Miteinander in der Blogosphäre?
Immer schön geschmeidig bleiben.