Daddy allein zu Haus: Wenn Papa es einfach nicht hinkriegt…

Ich habe gestern einen Blogbeitrag* gelesen, der mich traurig gemacht hat. Da fragt eine Mutter um Rat. Seit Monaten habe sie sich auf eine kleine Auszeit vom Kind gefreut. Alles vorbereitet. Hotel gebucht. Ein paar Tage wollte sie allein zu einer Messe fahren. Freunde besuchen. Der Partner habe auch schon Urlaub eingereicht. Alles geritzt. Ein paar Tage vor dem besagten Kurztrip habe der Vater allerdings bedenken geäußert, sich alleine um sein Kind zu kümmern. Man muss dazu sagen, dass das Kind fast zwei Jahre alt ist und tagsüber von einer Tagesmutter betreut wird. Es geht also nur um Nachmittage und den Abend. Und: Die Mutter hat ihm alles vorbereitet: Eingekauft, Kleidung fürs Kind rausgelegt, Wäsche gemacht, diverse Listen geschrieben etc. Nun fragt sich die Mutter, ob sie ihren Trip absagen soll.

Ich lese das also und in meinem Kopf schreit eine Stimme ganz energisch: WTF!! Ganz davon abgesehen, dass ich es ein wenig merkwürdig finde, dass man dem eigenen Partner und Vater des Kindes „alles vorbereiten muss“, um den Alltag mit dem eigenen Kind im eigenen Heim bestreiten zu können, denke ich: Alter! Ernsthaft?

Und ich weiß nicht mal, welche Tatsache ich schlimmer finde: Dass der Vater, seiner Partnerin nicht mal ein paar tage Auszeit gönnt, obwohl er schon Urlaub eingereicht hat oder dass er anscheinend nicht in der Lage ist, auf sein fast zwei Jahre altes Kind aufzupassen. Mir tut die Mutter auch einfach Leid. In meiner Empörung lese ich die Kommentare unter dem Artikel und die wiederum machen mich sprachlos: Denn niemand findet es merkwürdig, dass ein Vater da solche Bedenken hat. Ich meine: Es geht hier nicht um einen Säugling. Zwar sagen alle Kommentatoren, dass sie fahren soll, aber niemand fragt: Warum kann ein Vater anscheinend nicht alleine auf sein Kind aufpassen?

Nun bin ich verunsichert. Denn was bedeutet es, dass so viele Mütter es offensichtlich nicht außergewöhnlich finden, dass Väter das nicht „hinkriegen“. Ist es tatsächlich immer noch eher eine Ausnahmeerscheinung, dass Väter involviert sind? Ist es exotisch, dass auch die Papas sich ganz freiwillig und gerne kümmern und eine gleichberechtigte Rolle in der Kindererziehung spielen? Müssen in den meisten Familien tatsächlich noch Frauen ihren Partnern ellenlange Listen mit Instruktionen schreiben und Essen vorkochen, damit die Familie zwei Tage ohne sie überlebt? Wechseln gar nicht die meisten Väter auch Windeln und bringen ihre Kinder ins Bett? Ich bin anscheinend naiv. Und irgendwie auch sauer. Ganz generell. Auf Väter, die sich so aus der Affaire ziehen, aber auch auf Mütter, die ihren Partnern vielleicht gar nicht den Raum lassen, sich gleichwertig einzubringen bei den Kindern. Vielleicht wollen manche Mütter auch lieber Listen schreiben und unabkömmlich sein. Und vielleicht wollen viele Männer auch einfach keine Zeit mit ihrem Kind alleine verbringen. Das mag alles sein. Aber wie Selbstverständlich das anscheinend akzeptiert ist, das schockiert mich. Ich dachte schlichtweg wir wären schon weiter.

Eure Meinung zu diesem Thema interessiert mich! Wie sieht das bei Euch aus? Wäre ein Kurztrip für Muddi ein Problem? Bringen sich Eure Partner/innen gleichwertig ein? Feuer frei! Ich diskutiere gerne mit! 

 

*Den Artikel möchte ich hier gar nicht verlinken, weil ich niemanden bloßstellen möchte. Denn um den konkreten Fall geht es mir gar nicht. Vielmehr steht dieser Text stellvertretend für ein Phänomen, dass anscheinend nicht so selten ist, wie ich geglaubt hatte. 

Alles nur eine Phase?! Zwischen Wahnsinn und Frohsinn!

Die wichtigste Lektion, die man als Neu-Muddi schon sehr früh lernt: Gewöhne dich an nichts, denn alles ändert sich wieder. Meistens dann, wenn man es ausspricht. Etwa: „Seit zwei Wochen schläft das Baby super!“ Fail. Nachdem du diesen Satz laut gesagt hast, wird dein Kind nie wieder so super schlafen. Oder: „Bislang war das mit dem Zahnen nicht so wild!“ Möööp! Das Kind wird von nun an dauernd schreien und du wirst die Nächte neben deinem Sprößling bewaffnet mit Osanit Kügelchen und Zahnungsgel verbringen und dir wünschen, nie etwas gesagt zu haben. Auch ein Klassiker: „So richtig erkältet war das Baby noch nicht!“ Schwups! Von diesem Moment an wird die Nase deines Kindes nicht mehr aufhören zu laufen und eine Erkältung wird von der nächsten abgelöst. Das ist ein Gesetz.

Doch es gibt einen tröstlichen Gedanken, der alle Eltern irgendwie über Wasser hält und Hoffnung schöpfen lässt: Es ist alles nur eine Phase! Tatsächlich kann man sich darauf verlassen. Auch, wenn es manchmal unendlich lang bis zum Ende der Phase erscheint. Es hört irgendwann wieder auf. Bis zur nächsten Phase eben.

Bei uns gab es so einige Phasen, die uns an den Rande des Wahnsinns getrieben haben. Hier unsere Hitliste:

Schreiphase

  • Beschreibung: Dauerhaftes Schreien, sobald wach ab dem 3. Tag
  • Dauer: 14 Wochen
  • Launometer: im Keller
  • Erschöpfungsgrad: auf einer Skala von 1-10? 100!

5-Uhr-Phase

  • Beschreibung: Baby wacht um 5 Uhr auf und möchte nicht mehr schlafen
  • Dauer: 3 – 4 Monate
  • Launometer: man gewöhnt sich an alles
  • Erschöpfungsgrad: 6

Kind-wacht-mehrmals-nachts-auf-Phase

  • Beschreibung: siehe Titel
  • Dauer: alle Monate mal wieder für 1-2 Wochen
  • Laumometer: kein Kommentar
  • Erschöpfungsgrad: 7 (seitdem ich wieder arbeite: 9)

Kind-schläft-plötzlich-nicht-mehr-alleine-ein-Phase

  • Beschreibung: von heute auf morgen ging nichts mehr ohne ein bis zwei Stunden Einschlafbegleitung am Abend in Form von tragen, schaukeln oder Hand halten
  • Dauer: 8 Monate
  • Laumometer: Fuck it, dann hab ich eben nie wieder Freizeit
  • Erschöpfungsgrad: 8

Trotzphase

  • Beschreibung: Kind will alles alleine machen und wenn es nicht so läuft, wie gewünscht, dann geht es rund. Von Wegrennen über Dinge wegwerfen bis hin zum Weinkrampf mit auf den Boden werfen, war schon alles dabei.
  • Dauer: andauernd und immer wieder aufflammend
  • Launometer: Auf der Richter-Skala? Je nach Stärke und Dauer des Bebens.
  • Erschöpfungsgrad: Beim Kind? Hoch! Bei den Eltern? Ebenfalls!

Neben den schwierigen Phasen, die zu 90 Prozent mit dem Thema Schlaf zu tun haben, gibt es natürlich auch gute Phasen.

Zum Beispiel: Die Baby-schläft-durch-und-super-Phase oder die 10-Uhr-14-Uhr-Phase, in der unsere Tochter ein halbes Jahr lang wie ein Uhrwerk jeden Tag zwei Nickerchen von jeweils bis zu 2 Stunden gemacht hat. Ein Traum. Das ist nämlich das Gemeine: Wenn super tolle Phasen plötzlich enden. Das läuft dann in etwa so ab:

  1. Verleugnung (nein, die Phase ist nicht vorbei!)
  2. Schock (die Phase ist tatsächlich vorbei)
  3. Trauer (warum ist die Phase vorbei?)
  4. Annahme (die Phase kommt nicht wieder)
  5. Aufarbeitung (bald kommt eine neue Phase)

Egal, wie es kommt, es kommt immer etwas Neues. Somit: Genießt die guten Phasen! Und: Seid euch in schlechten Zeiten sicher: es wird besser. Es ist ein wenig wie ein Glücksspiel. Und noch was: Erzählt niemandem, wie gut euer Kind schläft. Niemals!

#regrettingbloggerhood: Vom Lieben und Bereuen…

Blogger-Burnout? Zu viel Druck? Panik vor einem verbalen Fäkalien-Hagel im Netz oder Lästereien in der realen Welt? Oder sind es einfach nur Bedenken, zu viel von sich und seiner Familie preis zu geben? Diese Fragen haben mich bei meiner Blogparade zum Thema #regrettingbloggerhood beschäftigt. Ich wollte wissen, wie es anderen Bloggern damit geht. Sind es eher Zweifel oder bereuen sie tatsächlich manchmal das Bloggen? 

Muddi hat gefragt und 31 Blogger haben geantwortet! Die super Resonanz hat mich total umgehauen! Die Blogparade bereue ich somit schon mal nicht. 

Was fast alle 31 Artikel gemeinsam hatten: Alle lieben es zu bloggen und wollen es auch nicht aufgeben. Viele sehen das Schreiben als kreatives Outlet oder als Ausgleich zum Alltag. Einige auch als virtuelles Zeitzeugnis – als Tagebuch, welches sie ihren Kindern einmal hinterlassen. Vielen gehen dabei ähnliche Grundgedanken durch den Kopf:

  • Warum mache ich das eigentlich?
  • Wie viel Öffentlichkeit kann ich meinem Umfeld, aber auch mir selbst zumuten?
  • Soll ich Fotos von den Kindern veröffentlichen? 
  • Schreibe ich für mich oder für meine Statistik?
  • Wie professionell möchte ich das Bloggen betreiben?

Da ich es schwierig finde, 31 Texte von tollen Bloggern hier mal eben zusammenzufassen und hinterher doch nur eine Linksammlung zu präsentieren, habe ich mich dazu entschlossen, die für mich besten und interessantesten Zitate zum Thema einmal vorzustellen. 

#regrettingbloggerhood in Zitaten: 


„Und es macht mir Angst. Denn will ich die gläserne Mutter sein? Ist mir mein Leben nicht zu wertvoll, zu heilig, mein Glück nicht zu filigran, meine Gefühle nicht zu zart, als das jeder sie durch seine Finger drehen kann?“ (Miriam von Emil & Ida)


„Was ich schreibe ist real, genau so passiert, doch es ist nur ein Teil von mir. Ich möchte nicht alles im Internet zeigen und diskutieren.“ (Sarah von Mamaskind)


„Ich beschreibe Szenen und lustige Momente in Artikeln und lasse euch in meinen Alltag schauen. Ich sammle damit jedoch auch für später. (…) Eines Tages, das weiß ich, werde ich all diese Geschichten bündeln und werde sie den Kindern mitgeben.“ (Alu von Grosse Köpfe)


„Aber mit dem Blog kommt die Leserschaft und mit ihr halt auch ein gewisser Druck regelmäßig Content zu produzieren.“  (Perlenmama)


„Unbequeme Kommentare und Kritik kommen zwangsläufig. Wenn ich das nicht vertragen würde, bräuchte ich mit dem Bloggen erst gar nicht beginnen.“ (Anke von Mama geht online)


„Ich muss euch nicht alles mitteilen, worüber ich nachdenke, mich aufrege oder amüsiere. Mein Leben wird nicht gewaltsam von irgendjemand anderem an die Öffentlichkeit gezerrt, sondern ich bestimmte selbst, was ich veröffentliche.“ (Steffi von Kiwimama)


„Ich bereue nicht die zermürbende, anstrengende Arbeit von früher, nicht die Leute von früher, nicht meine Kinder, nicht meinen Weg mit Ihnen, nicht meinen Blog und auch nicht, dass ich darüber schreibe.“ (Kathrin von ÖkoHippieRabenmutter)


„Aber meine Schere gibt es doch. Die Welt um mich herum ist es, die mich manchmal am Bloggen zweifeln lässt. Nicht die kleine Welt, die große. In der Kinder verdursten, in der Menschen sich auf Schlauchbooten übers Meer fahren lassen, in der Beiträge über Familien in ausgebombten Straßenzügen hämische Kommentare ernten und in der der Rassismus wieder salonfähig geworden ist. Das Internet ist zu einem Ort des Hasses geworden. Kann man hier noch Frühjahrsdiäten posten oder Strickmodelle?“ (Sabine von Fadenvogel)


„Ich schreibe über Kinderzeug, aber das ist mein Leben und das ist das einzige was ich gut kann.“ (Lisa von Mama kreativ)


„Meine Leser sehen nur Ausschnitte. Das gilt auch für die Themenwahl. Alles, was ich schreibe, dürfen auch Nachbarn oder Kollegen lesen. Habe ich dabei ein schlechtes Gefühl, ist die Idee für den Post gestorben.“ (Regine von Raise and Shine)


„Keine privaten Probleme, keine intimen und vertrauten Gespräche. Ich werde weder ein Foto meiner Tochter, noch meines Mannes posten, denn  ihre Privatsphäre ist mir heilig.“  (Anna von Never looked so beautiful)


„Und dann, ja dann beschleicht mich eben manchmal das Gefühl es einfach zu lassen. Dann bereue ich es tatsächlich ein klitzekleines bisschen zu bloggen.“ (Kerstin von 30 rockt!!!)


„Im Großen und Ganzen ist ein Blog immer etwas sehr Persönliches, und es lauert tendenziell an jeder Ecke die Gefahr: wenn man meinen Blog nicht mag, dann mag auch mich keiner. Weil Blog = Ich.“  (Ani von a83)


„Ich stehe zu allem, was ich je gebloggt habe. Die Motzereien über Claire, meine Ängste, Sorgen und Zweifel, mein Ärger mit der Mutterrolle. Diese Beiträge dokumentieren den Prozess, den ich gebraucht habe, um an den Punkt zu kommen, meine Mutterrolle zu akzeptieren.“  (Yasmin von Die Rabenmutti)


„Natürlich habe ich bei bestimmten Themen ‚Angst‘ , dass ‚die falschen Personen‘ mitlesen und mich vielleicht drauf ansprechen / verurteilen oder was auch immer.Doch genau diese Themen, bei denen ich diese Angst verspüre , veröffentliche ich lieber auf anderen Blogs.“ (Lisa von Geborgen und geliebt)


„Wenn ich keine Lust mehr hab oder anders angefeindet werde, dann lass ich es eben. Deswegen habe ich auch keine Angst davor auch mal problematische Themen abzureißen.“ (Ludwig von Becherwürfel


„Angst machen mir die Dämonen, die im Dunkel der Ecke lauern und nur darauf warten, zuzubeißen. Wer ist da draußen? (…) Manchmal, in dunklen Momenten, da bereue ich das Bloggen. Manchmal, da möchte ich alles hinwerfen. Manchmal werde ich beinahe paranoid und setze alle „kritischen“ Beiträge auf „privat“, nur um sie später doch wieder zu veröffentlichen.“  (Larissa von No Robots Magazine)


„Zum Bloggen fehlt mir meist die Energie. Die Antriebslosigkeit wird wiederum verstärkt durch die wachsenden Zweifel: Warum das Ganze? Ein Teufelskreis.“ (Daddy Dahoam)


„Tatsächlich habe ich kurz überlegt, mit dem Bloggen aufzuhören, als ich mitbekommen habe, dass mein Vater mitliest, mit dem ich seit vielen Jahren keinen Kontakt habe. Es hat mich gestört (und das tut es auch heute noch), dass er auf diesem Wege so viel über mein Leben erfährt, ohne sich die Mühe machen zu müssen, tatsächlich mit mir in Kontakt zu treten.“ (Biene von Klitze-kleine Dinge)


„Natürlich schreibe ich nicht über jedes persönliche Detail, über jede persönliche Anekdote, sondern wäge sorgfältig ab, was öffentlich vertretbar ist und was eventuell nicht. Auf der Straße oder im Hausflur weiß ich doch auch, wem ich was erzählen möchte.“ (Tobias von Weddinger Berg)


„Meine Blogbeiträge sind nicht nur für mich Erinnerungen an meine Erfahrungen als junge Mama, sondern auch wunderschöne Geschichten über die Entwicklungsschritte meiner Tochter.“  (Steffi von Mami und ich)


„Ich fragte mich nach jedem Post „So – und wer hasst mich jetzt?“ Ja, ich hätte fast das Handtuch geworfen, wenn ich das Schreiben nicht so sehr Lieben würde.“ (Marsha von Mutter und Söhnchen)


„Man kann nicht von allen geliebt werden und es auch nicht allen recht machen und das ist gut so. Das Schöne an Blogs wie in vielem im Leben ist ja: man kann sie auch ignorieren…“ (Lorelai von Mama mal 2)


„Beim Blick in meine Statistik möchte ich dann manchmal schon alles hinschmeißen. Aber bereue ich das Bloggen deshalb gleich?NEIN.“  (Kerstin von Mamahoi)


„Wer weiß wohin wir ´treiben´ werden mit diesem Blog…So viele Ideen die es noch zu verwirklichen gibt. Doch alles zu seiner Zeit! Kein Stress, kein Zwang, keine Hektik!“ (Nadine von  OffshorePapaOnlineMama)


„Es gibt nichts zu bereuen. Denn, was ich schreibe, schreibe ich bewusst. Ich weiß, was es in mir auslöst. Ich ahne, welche Feuer es entfacht, wie heiß und glühend die Glut ist, und wieviel Asche es hinterlässt.“ (Juliane von einfach nur sein)


„Die Kunst des Bloggens liegt vermutlich ohnehin darin, einen Eindruck von ganz viel Nähe zu vermitteln – ohne die teils ja sehr große Leserschaft zu nah an und in das eigene Leben zu lassen.“ (Sophie von Kinder haben…und glücklich leben)


„Ständig um neue Leser bemüht fühle ich mich wie in einem Hamsterrad und der Blick auf meine Klickraten macht mich manchmal mürbe. Dennoch: ich schreibe einfach gerne, und das auch für ein kleines Publikum.“ (Laura von Heute ist Musik)


„…ich bereue es, zu wenig zu bloggen! Denn alles was ich hier über mich und meine Projekte erzähle unterliegt meiner Kontrolle. (…) Alle Beiträge spiegeln meine Interessen wieder und ich hinterlasse damit Spuren.“ (Stefan von stefan-graf.com


„Manchmal wünschte ich mir, den Blog anders aufgezogen zu haben. Weniger emotional und persönlich. Ich sehe das Glas oft halb leer, obwohl ich dadurch nicht unglücklich bin.“ (Sabine von Daheim und mehr)


Bei aller Anonymität, die ich mir bewahre, bin es doch ich, die hier schreibt. Mein Blog spiegelt mein Leben wieder und wer hier regelmäßig liest kennt mich wahrscheinlich besser, als mir bewußt, oder lieb ist.“ (Andrea von Kinderalltag)


 

Ich danke Euch nochmal fürs Mitmachen. Es sind so tolle Texte entstanden und es macht mich ein bisschen stolz, dass wir gemeinsam eine echt einzigartige Sammlung zusammen getragen haben. Mit so vielen verschiedenen Facetten und Herangehensweisen. Super auch: Es gab auch etliche Teilnehmer, die nichts mit dem Thema „Familie“ zu tun haben. Das gab nochmal interessante Einblicke! 

Da das Thema gerade wieder an anderer Stelle eifrig diskutiert wird, bleibt es aktuell!

In diesem Sinne: Je ne regrette rien! Immer schön weiter machen! Rockt die Bloggerie! 

What a week! Die Muddi-Geburtstags-Woche ist vorbei!

Puh! Es ist vollbracht! Ich hatte mir diese Challenge selbst auferlegt: Eine Woche lang jeden Tag ein Beitrag veröffentlichen! Anlass war mein erster Bloggeburtstag am 31. März. Natürlich hatte ich viele Artikel vorher geplant und geschrieben. Es hat auch riesig Spaß gemacht, die Aktionswoche zu planen und durchzuziehen. Dennoch: Acht Artikel in einer Woche ist viel und anstrengend. Vor allem, wenn man das alles nach der Arbeit und mit Kind wuppen muss. Ich habe die Artikel und Antworten oft zwischen 20 und 23 Uhr geschrieben, wenn meine Tochter im Bett war.

Aber die Reaktionen waren der Hammer! Danke! So viele Klicks, Likes, Kommentare und Mails in einer Woche! Toll!

Dennoch wird es Muddi nun wieder etwas relaxter angehen. Aber vielleicht nicht ganz so relaxt, wie vorher. So ein Mittelding. Ich hab schon wieder einige Ideen für Texte im Kopf. Es geht somit weiter!

Übrigens: die Verlosung und die Blogparade laufen noch! Also Mitmachen!

Eure müde Muddi!

Neues Jahr – neues Glück!

Ich wünsche euch allen ein frohes neues mega gutes und außerordentlich galaktisches Jahr 2016!

Auf Vorsätze pfeiffe ich dieses Jahr! Allerdings habe ich Wünsche…der größte und wichtigste: GESUNDHEIT!

Ich wünsche mir, dass alle gesund und munter bleiben! Weniger Stress, mehr Fokus auf das, was wirklich zählt. Das hat 2015 mir ganz deutlich gezeigt!

Ich schwafle jetzt auch nicht weiter rum…ich habe einen bösen bösen Kater, der auskuriert werden will!

Alles Liebe

Muddi!

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The Grinch – ein Weihnachtsmuffel wird bekehrt!

Ich habe mich bislang mit weihnachtlichen Inhalten auf meinem Blog sehr zurückgehalten. Bis auf einen Artikel zum Adventskalender-Bashing meiner Tochter und einen Gastbeitrag bei Kellerbande zum Geschenke-Dilemma habe ich nichts beigetragen. Bis jetzt. Warum? Die Flut an Verlosungen, Adventskalendern und besinnlichen Texten auf all den Blogs hat bei mir genau das Gegenteil von „in Weihnachtsstimmung kommen“ bewirkt. Bereits am 2. Dezember konnte ich das Wort „Adventskalender“ nicht mehr hören. Mitte Dezember hatte ich dann die Schnauze voll von Verlosungen und Texten über Weihnachten. Zu viel. Überall.

Ich sehnte mich nur noch nach Ruhe. Auch auf dem Blog. Einfach mal nen Knoppers essen und den Gang rausnehmen;) Auch, wenn es nicht halb zehn in Deutschland ist. Denn eigentlich mag ich die Zeit um Weihnachten, aber zu viel Trubel, Termine und dieser Konsumkack haben es mir in diesem Jahr ein wenig verhagelt. Doch in den letzten Tagen hat sich das geändert. Diese unbändige Freude meiner Tochter über den Weihnachtsbaum hat mir das warme fuzzy Feeling so rund ums Herz zurückgebracht. Ihr Staunen macht es zu dem tollsten Fest überhaupt: „Tannenbaum groß! So schön!“ Jeden Morgen rennt sie nun ins Wohnzimmer und will sich den Baum angucken. Ihr Lachen. Ihre Freude an Weihnachtsliedern. Das macht die Stimmung aus. Ich danke meiner kleinen frechen wunderbaren süßen Tochter dafür, dass sie mir zeigt, warum Weihnachten toll ist und worum es eigentlich geht. Nämlich um Familie, Liebe und Beisammensein. Und natürlich um die Geburt von JC (wird ja oft vergessen in diesen Tagen).

Ich freue mich jetzt schon auf ihren Gesichtsausdruck, wenn sie ihre Geschenke bekommt und wir mit unserer Familie und insgesamt zwölf Leuten zusammen feiern. Wie sie sich über den Besuch ihrer Cousins und Cousinen freuen wird. Ich freue mich darauf.

Ja, jetzt ist es da. Dieses Gefühl, das ich bis jetzt vermisst habe.

Danke Maus!

Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und entspannte Tage im Kreise eurer Lieben! Genießt es!

Blogger fragen – Muddi antwortet

Es gibt Dinge zwischen dem echten Leben und der virtuellen Blogger-Blase, von denen ich anfangs keine Ahnung hatte. So wusste ich bei meiner ersten Nominierung zum „Liebster-Award“ gar nicht, was das überhaupt soll und was es damit auf sich hat. Ein Preis für mich? Von wem? Warum? Die ersten Nominierungen habe ich deswegen einfach mal ignoriert. Nicht die feine Art, aber ich wusste damit nichts anzufangen. Jetzt weiß ich: Der Liebster-Award ist quasi ein fiktiver Preis, der von Blogger zu Blogger als Art Kettenbrief vergeben wird. Man nominiert Blogs, die man gerne liest, beantwortet die Fragen von der Person, die einen nominiert hat und gibt dann den Staffelstab an andere Blogger weiter.

Ich denke, dass es nun an der Zeit ist, den Liebster-Award auch mal anzunehmen. Denn ich wurde von zwei ganz tollen Bloggern nominiert. Einmal von Anni mit ihrem wunderbaren Familien-Blog Marmeladenschuh und einmal von Kimi, die mit ihrem Kreativ-Blog kitoremi begeistert. Beide haben mir Fragen gestellt:

Hier die Fragen von Anni:

1. Welches Mama-Tool hast du IMMER dabei?
Feuchttücher und Quetschies. Dann ist man eigentlich für jede Situation gewappnet. Mehr braucht man nicht. Gut, vielleicht noch Windeln.

2. Die größte Herausforderung des Elternseins ist …. ?
Mit der Umstellung klar zu kommen. Von der Einsam- und Zweisamkeit zum Leben zu dritt. Was es tatsächlich bedeutet, nicht mehr alleine zu sein, merkt man erst nach ein paar Wochen. Es ist wunderschön und mega beängstigend zugleich. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es das Allerbeste.

3. Was magst Du eigentlich nicht besonders, hast es aber bisher ungern mitgeteilt?
…am Elternsein oder generell? Also am Elternsein ist es definitiv die Sache mit dem Schlaf bzw. dem fehlenden Schlaf. Ich träume regelrecht vom Ausschlafen. Einfach mal ohne Unterbrechung so lange schlafen am Wochenende wie ich möchte. Ansonsten war ich kein besonders großer Still-Fan. Ich hab es gemacht, weil es gut fürs Kind ist. Manchmal war es auch ganz kuschelig, aber so knorke fand ich es generell nicht. Ich hab es zwischendurch einfach nur als ziemlich großen Druck empfunden. In der Öffentlichkeit habe ich es gehasst und solche Situationen auch meist gemieden. Mit dem Fläschchen Milch am Abend find ich es jetzt manchmal sogar schöner und kuscheliger.

4. Welcher Duft erinnert Dich am ehesten an die Kindheit?
Dieser Geruch von Pommes und Chlor an einem heißen Tag im Freibad.

5. Was wolltest Du bei Deinen Kindern anders machen als Deine Eltern und machst es heute genau so?
Ich wollte konsequenter sein! Fail! Dieses süße Wesen tanzt uns schon jetzt auf der Nase rum.

6. Welches schöne Kompliment hast Du zu Deiner Mama-Leistung schon mal bekommen und von wem?
Für mich ist das keine extra Leistung, Mama zu sein. Ich bin halt Muddi. So wie mein Mann eben Papa ist. Wir versuchen einen guten Job zu machen. Wenn mein Mann auf meine Tochter zeigt und mir sagt: „Da hat dich aber jemand unglaublich lieb!“ Oder, wenn sie mich ganz feste umarmt. Das ist das schönste Kompliment. Diese Liebe zu spüren.

7. Was war Deine dunkelste Mama-Stunde?
Da gab es die eine oder andere düstere Stunde während der ersten Wochen nach der Geburt, in denen unser Kind sehr sehr viel geschrien hat. Da hatte ich so kurz mal einen Anflug von regretting Motherhood. Danach schämt man sich dafür. Aber jeder, der das mal erlebt hat, weiß wovon ich rede.

8. Hast Du einen super Kinderbuch-Tipp?
Ich liebe die Pepe & Milli Bücher. Die sind soo süß gemacht und meine Tochter liebt sie.

9. Was liebst Du am Bloggen besonders?
Einfach so zu schreiben, wie ich denke. Genial. Keine Schere im Kopf. Ich kann freier schreiben, als für die Zeitung.

10. Und was nervt Dich daran am meisten ab?
Diese Blogger-Blase nervt mich manchmal sehr. Ich finde, dass sich Blogger oft zu sehr um sich selbst drehen. Ich finde eine gute Balance wichtig. Bei mir sollen die Geschichten und Artikel im Vordergrund stehen und nicht, ob ich heute Kopfschmerzen hab oder nicht. Deswegen mache ich solche Selbst-Interviews auch nicht so oft mit. Klar, muss man sich als Blogger vorstellen, aber so interessant bin ich dann auch nicht, dass ich jeden Mittag mein Essen fotografieren oder ein Selfie posten muss.

11. Was war die sinnloseste Anschaffung von der Du dachtest, sie als Mama zu brauchen?
Der Laufstall. Der kam einfach zu spät. Wir hatten eine Wiege und ein Gitterbettchen. Das reicht eigentlich. Völlig überbewertet sind auch Babykostwärmer.

Hier die Fragen von Kimi:

1) Gibt es eine Geschichte hinter deinem Profilbild?
Es war ein Selfie mit dem iPad. Ich hatte meine Tochter auf dem Arm und sie hat neugierig auf den Bildschirm geguckt. Dabei sind sehr schöne Fotos entstanden. Allerdings soll man uns gar nicht so genau erkennen. Denn Fotos von meiner Tochter wird es auf dem Blog nicht geben. Höchstens sehr verfremdet. Privatsphäre ist mir sehr wichtig.

2) Planst du deine Blogbeiträge oder entstehen die spontan?
Ich habe anfangs erst ganz viel geschrieben und dann den Blog direkt mit zehn Artikeln gestartet. Manchmal plane ich noch, aber sehr selten. Ich bin eine Impuls-Bloggerin. Brenn ich für ein Thema, dann muss ich dazu schreiben. Das ist so toll am Bloggen.

3) Bist du ein Selbermacher oder hast du zwei linke Hände?
Sowohl als auch;)) Ich versuche alles erst einmal selbst. Ob es dann gut wird, ist eine andere Sache. Beim Streichen des Kinderzimmers war ich so semi erfolgreich und meine ersten Cupcakes wurden von meinem Mann liebevoll Kackcakes genannt. Ich mach meistens einfach. Lange einlesen oder Anleitungen angucken, ist nicht so mein Ding. Das rächt sich dann manchmal auch.

4) Welches Buch liest du gerade?
Ich lese nun schon sehr lange das Buch „Galveston“. Das ist ein Roman von Nic Pizzolatto, dem Drehbuchautor der HBO-Serie True Detective, die ich sehr toll finde. Das Buch ist sehr gut, aber mega düster und beklemmend. Deswegen habe ich es erstmal zur Seite gelegt. Ich muss erst wieder in Stimmung sein. Ansonsten lese ich unheimlich viel online. Am liebsten Artikel der NY Times. Ich koche auch deren Rezepte nach. Ich liebe diese Zeitung einfach.

5) Gibt es Bücher, die du mehr als einmal gelesen hast? Welche?
Ja, Fight-Club habe ich zwei Mal gelesen. Ich habe eine handsignierte Ausgabe und bin großer Fan von Chuck Palahniuk. Auch, wenn ich einige seiner Werke nicht weiter lesen konnte, weil sie so verstörend waren. Scheint bei mir Methode zu haben.

6) Gehst du lieber ins Theater oder ins Kino?
Ganz ehrlich? Ich sitze am liebsten auf dem Sofa und schaue Serien bei Netflix und Co.. Serien wie Mad Men, Breaking Bad oder auch wie The Affair oder Bloodline sind wie zwölf Stunden lange Arthouse-Filme. Besser wird es nicht. Deswegen wird an Leuten wie mir die Kino-Industrie wohl zugrunde gehen.

7) Was hast du dir zuletzt im Theater oder im Kino angesehen?
Das ist noch gar nicht so lange her. Der Film hieß „Der große Trip – Wild“ mit Reese Witherspoon und handelt von einer Frau, die sich auf eine lange Wanderung begibt. Ich habe das Buch vorher gelesen und war begeistert.

8) Wie stehst du zur Kunst?
Gut;) Ich kann zumindest Rothko von Monet unterscheiden. Mit Kind geht man nicht mehr so häufig in die großen Ausstellungen. Als ich mal in Paris war, habe ich einen ganzen Tag im Louvre verbracht, obwohl das Wetter fantastisch war und ich nur zwei Tage in der Stadt hatte. Es war herrlich.

9) Hast du ein Lieblingszitat? Welches?
„Today, the weather is awesome“. Das hat mir Chuck Palahniuk auf die zweite Seite von „Fight Club“ geschrieben und ich weiß bis heute nicht, ob er mich einfach nur verarschen wollte damit. Aber ich mag so einen Humor.

10) Hattest du schon mal eine gruselige Begebenheit? 
Zählt die Geburt? Scherz beiseite. Ich hatte schon mal so einen Moment, in dem jemand von einer verstorbenen Person erzählt hat und abrupt die Kerze auf dem Tisch ausgegangen ist. Das fand ich spooky. Dafür gibt es aber sicherlich eine gute Erklärung. Zum Beispiel Wind;)

11) Gibt es einen Traum, den du unbedingt verwirklichen möchtest? Verrätst du ihn mir?
Einen hab ich mir in diesem Jahr verwirklicht: Ich habe den Sänger meiner Lieblingsband getroffen. Aber es gibt noch einen weiteren großen Traum, den erzähle ich nicht. Sonst klappt es nicht. Außerdem ist der ein bisschen naiv und peinlich.

Ich nominieren hiermit folgende Blogs für den Liebster-Award:
Mama geht online
Mutterseelesonnig
Frau Rabe
Lächeln und Winken
Wundermädchen

Das sind meine Fragen:

  1. Welche Serie beschreibt deinen Alltag am besten?
  2. Bier oder Prosecco?
  3. Erstes Reiseziel mit Kind?
  4. Letztes Reiseziel ohne Kind?
  5. Das coolste am Muddi-Sein?
  6. Der schlimmste Tag als Muddi?
  7. Was bedeutet Vereinbarkeit für dich?
  8. Hattest du schon Regretting-Motherhood-Momente?
  9. Welche Musik läuft an einem guten Tag?
  10. Was liest du bei anderen Blogs am liebsten?
  11. Was machst du an einem freien Tag ohne Kind?

Und hier nochmal die Liebster-Award-Regeln

Danke der Person, die dich für den Liebster-Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
Beantworte alle 11 Fragen, die dir der Blogger stellt, der dich nominiert hat.
Nominiere 5 – 11 weitere Blogger für den Liebster-Award.
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
Schreibe diese Regeln in deinen Artikel über den Liebster-Award.
Informiere die von dir nominierten Blogger über deinen Artikel.

Ich freue mich, wenn ihr mitmacht und bin super gespannt auf eure Antworten!

Väter-Bashing: Darf man seinen Mann öffentlich doof finden?

Mal sind es Mütter, die bereuen – jetzt sind es Väter, die sich nicht kümmern. Morgen sind es vielleicht Mütter, die sich nicht kümmern und Väter, die bereuen. Wer weiß das schon. Die Trend-Themen in der Welt der Familienblogs sind schnelllebiger als Fake-Kettenbriefe zum Thema Kindergeld. Dennoch sind alle diese Themen natürlich nicht uninteressant. Denn: sie polarisieren. Der Traum aller Blogger. Allerdings bin ich bei der aktuellen Thematik extrem verwundert.

Zum Hintergrund: Einige Blogger haben ihrer Wut über faule Partner und nicht helfende Väter Luft gemacht. Das ist an sich nichts weltbewegendes. Dies online und öffentlich zu tun, dann aber anscheinend schon, denn es gab viele Kommentatoren, die das ätzend finden. Es wird kontrovers über das Thema diskutiert.

Ich denke man kann und darf vieles schreiben und veröffentlichen, allerdings sollte man sich etwaiger Konsequenzen bewusst sein. Auch, wenn man vermeintlich anonym im Netz unterwegs ist. Der Partner würde sich wohl fragen, warum die halbe Welt nun weiß, dass er ein fauler Sack ist, bevor die Frau mit ihm mal persönlich in aller Ernsthaftigkeit darüber gesprochen hat. Und die Kinder? Die würden es wohl auch leicht befremdlich finden, dass Mami Papi öffentlich als Doofmann hinstellt. Ich finde es befremdlich. Aber die Autorinnen werden sich diese Dinge sicherlich überlegt haben.

Was mich auch verwundert bei der Lektüre der Kommentare zu den Artikeln ist die Tatsache, dass es anscheinend viele Frauen gibt, die ihre Männer doof finden. Mütter, die vermeintlich ungewollt in eine sehr klassische Rollenverteilung gedrängt werden und deren Männer Haushalt und Kindererziehung eindeutig nicht zu ihren eigenen Themengebieten zählen. Hierbei handelt es sich um Mütter, die berufstätig sind und mit dem ganzen Kram im Alltag von ihren Männern alleine gelassen werden. Ich hörte von dieser Spezies Mann. Glaubte aber an eine aussterbende Gattung. Übrigens finde ich es völlig o.k, wenn Paare an klassischen Mustern festhalten, wenn beide Seiten dies wollen. Wenn aber beide arbeiten und einer sich aus dem Thema Haushalt völlig raushält, sich ständig Auszeiten mit Freunden gönnt und nicht wirklich viel Interesse an Interaktion mit den Kindern hat, dann wäre ich auch nicht amused. Allerdings wäre ich mit so einem Mann auch nicht zusammen. Denn über Nacht werden Menschen ja nicht so. Keine Ahnung. Vielleicht mutieren manche modernen Männer auch zu Steinzeit-Menschen, sobald Kinder auf der Welt sind. Ich weiß es nicht. Für mich gehört die Aufgabenteilung daheim auch vielleicht eher in die Privatsphäre einer Partnerschaft. Ein Artikel über einen doofen Mann ändert ja nichts an der akuellen Situation zu Hause. So oder so muss man irgendwann das Gespräch suchen und Lösungen finden. Oder eben Konsequenzen ziehen, wenn es für einen selbst nicht mehr tragbar ist. Aber da sind alles sehr intime Dinge. Bleibt dennoch die Ausgangsfrage: Darf man seinen Mann online bashen?

Klar, darf man. Es ist eine Stilfrage, ob man es tut. Muss immer alles öffentlich sein? Wie würde ich es finden, wenn ich einen solchen Artikel von meinem Mann über mich online entdecken würde? Ganz ehrlich? Ich wäre verletzt und fassungslos. Und: Mein Mann hätte ein ziemlich großes Problem.

Keine Frage: Ich finde es super wichtig über Rollenmuster und solche Themen öffentlich zu diskutieren und zu sprechen, aber vielleicht sollte man ein anderes Stilmittel benutzen.

Übrigens wollte ich erst einen Artikel darüber schreiben, warum mein Mann nicht doof ist. Er wollte das aber nicht.

Hier der Text, der den Stein ins Rollen gebracht hat. Bloggerin Teilzeitmutter hat sogar eine Blogparade zu dem Thema gestartet. Mit dem Aufruf, dass alle Muddis mal kräftig ablästern dürfen.

Muddi kocht: Pasta für Faule in 9 Minuten

Ich würde mal sagen, dass ich keine klassische Rezept-Tante bin. Allerdings koche ich sehr gerne und probiere auch super gerne neue Rezepte aus – wenn ich Muße habe. Das ist der Haken an der Sache. Mit Kind kommt das leider nicht mehr sooo häufig vor. Da koche ich eher schnell und pragmatisch, was ich so im Repertoire habe.

Aber dieses Rezept ist einfach der Hammer – gerade für Neu-Muddis oder generell Menschen, die ganz wenig Zeit haben, aber lecker und gesund essen wollen. Ich nenne es „Paste für Faule“. Es könnte aber auch „Pasta für Muddis, die ein Zeitfenster von 30 Minuten haben, bevor das Kind aufwacht“ heißen. Das tolle an diesem Rezept: Alle Zutaten werden einfach roh zusammen in eine Pfanne geschmissen und nach 9 Minuten ist alles fertig. Und: Es schmeckt super. Kein Witz. So geht’s:

Zutaten:
340 Gramm Linguini (Spaghetti gehen auch)
340 Gramm Cherry- oder kleine Rispen-Tomaten (halbiert oder geviertelt)
1 Zwiebel (fein gehackt)
2-4 Knoblauchzehen (fein gehackt)
1/2 Teelöffel getrockenete Chilli-Flocken (hatte ich nicht – geht auch ohne)
2 Esslöffel Basilikumblätter (grob zerkleinert)
2 Esslöffel extra virgin Olivenöl
Salz und frisch gemahlenen Pfeffer
1 Liter Wasser
Parmesan nach belieben

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Wichtig: Die Mengenangaben müssen genau eingehalten werden!

Zubereitung:
Die ungekochten Nudeln und alle weiteren Zutaten einfach alle zusammen in eine Pfanne geben. Dann auf hoher Stufe kochen lassen, bis das Wasser verdampft ist. Zwischendurch immer mal umrühen. Nach ca. 9 Minuten ist die Pasta fertig und al dente. Mit Parmesan und Basilikum garnieren und fertig!

Das Original-Rezept ist von Martha Stewart und kommt aus den USA. Diese Variante wurde ein bisschen modifiziert.

Vereinbarkeit? Die Teilzeitfalle: Wir brauchen Vorbilder!

Eigentlich wollte ich diesen Text nicht schreiben. Mein Mann wollte auch nicht, dass ich diesen Text schreibe. Könnte ja jemand lesen. Von der Firma. Aber ich schreibe ihn jetzt doch. Denn eigentlich geht es dabei gar nicht um die Firma. Es geht um eine Frage, die sich jede Mutter und – ja – auch jeder Vater stellen muss. Und damit geht es um das große Wort Vereinbarkeit. Von Beruf und Kind. Oft hört man auch Kind und Karriere. Aber ich glaube das Hauptthema ist meist ja gar nicht die „Karriere“ im klassischen Sinne. Vielmehr geht es um den Job generell, einen guten Wiedereinstieg, Entwicklungsmöglichkeiten und Geld. Ja, genau. Geld. Es fallen oft Begriffe wie Selbstverwirklichung, wenn es darum geht, dass Mütter wieder arbeiten gehen. Ich frage mich manchmal, wie viele Leute sich so eine Selbstverwirklichung eigentlich leisten können. Denn ich kenne nur sehr wenige Menschen, die dauerhaft mit nur einem Gehalt über die Runden kommen. (An alle Meckerköppe da draußen: Ja, bla, ich weiß – das liegt daran, dass wir alle zu hohe Ansprüche an unseren Lebensstil haben und wir alle ständig schick Essen gehen und fancy Urlaub machen wollen – Sarkasmus aus).  So, das hätten wir dann ja geklärt. Deswegen nun zum Punkt.

Ich kann es selbst nicht mehr hören. Dieses Wort: Vereinbarkeit. Und irgendwie bleibt dieses Thema fast immer bei den Müttern hängen. Väter können ja anscheinend ganz gut vereinbaren.  Mmh, wieso eigentlich? (Keine Panik, ich trete hier jetzt keine Gender-Debatte los.) Ich kann nur erzählen, wie es bei mir war/ist. Bevor das Baby geboren wurde, war mir klar: Ich nehme zwar Elternzeit, aber wir teilen uns das auf. Und: Ich werde nach sechs Monaten schon wieder mit Homeoffice leicht einsteigen und recht schnell wieder auf Vollzeit gehen. Kita mit 12 Monaten? Kein Ding! So der Plan.

Die Realität sah anders aus. Das lag aber nicht an meinem Arbeitgeber. Ich hatte schlichtweg unterschätzt, was es bedeutet, ein Kind zu haben. Die ersten Monate waren hart. Das Baby hat viel geschrien. Alles neu. Das ganze Leben umgekrempelt. In meinem Kopf war kein Platz für das Thema „Arbeit“. Ich wollte erstmal als Mutter ankommen und meinen Alltag mit Baby meistern. Im eigenen Tempo. Nach fünf Monaten war für mich klar, dass es nicht möglich ist, in nur einem Monat wieder zu arbeiten. Nein, nicht mal für einen Tag die Woche. Denn: unsere Tochter fremdelte schon sehr sehr früh, sehr stark. Es war uns die ersten 8 Monaten kaum möglich, sie nur mal auf einen anderen Arm zu geben. Nicht mal bei Oma und Opa, die sie gut kannte. Es wäre nicht möglich gewesen, sie betreuen zu lassen. Außerdem stillte ich noch.

Doch es wurde besser. Die Situation entspannte sich mit der Kurzen und je näher das Ende meiner Elternzeit rückte, desto mehr freute ich mich auch wieder auf die Arbeit. Ich hatte Glück: Konnte mit flexiblen Arbeitszeiten wieder einsteigen. Ich hab die Möglichkeit, Homeofficetage mit Büropräsenz zu kombinieren und die Tage nach Bedarf auch zu tauschen – solange ich meinen Kram erledigt bekomme, ist es egal, wie ich meine Stunden aufteile. Das hat mir den Einstieg erleichtert. Dafür bin ich dankbar.

Fakt ist aber auch: Ein Kind zu bekommen und Elternzeit zu nehmen, stellt immer eine Zäsur dar. Im eigenen Leben, aber eben auch im Berufsleben. Ich wollte das anfangs nicht so wahrhaben. Letztendlich habe ich nicht den gleichen Job wie vorher. Das lag bei mir aber auch daran, dass meine Abteilung in meiner Abwesenheit generell neu strukturiert wurde. Dennoch ist vieles nicht so wie vorher. Man muss sich sein Standing, seine Kompetenzen plötzlich wieder neu erarbeiten. Schnell war auch klar: Karriere in Teilzeit ist bei uns in der Firma nur schwer bis gar nicht möglich.

Mit Karriere meine ich übrigens Perspektiven. Auf lange Frist Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten haben. Komischerweise wird einem als Frau der Begriff Karriere immer um die Ohren gehauen. Warum auch immer. Vollzeit wäre das alles kein Problem. Das weiß ich. Bleibt nur die Frage, ob ich das will. Und ich denke, das ist die Frage, die wirklich zählt. Männer, die Karriere machen, sehen ihre Kinder zwar auch nicht, aber es nimmt ihnen auch niemand krum. Bei Frauen ist es ein Stigma. Dennoch ist es ja meine Entscheidung. Egal, ob unfair oder nicht.

Würde ich eine Vollzeitstelle hinkriegen? Mit Kind. Ich denke irgendwie schon, aber zurzeit ist mir der Preis zu hoch. Ich will Zeit mit meiner Tochter verbringen. Da sein. Mein Mann übrigens auch. Er arbeitet zwar vollzeit, hat aber Schichtdienst und ist oft bereits mittags daheim. Er sagt, wenn er das nicht hätte, würde er auch nicht vollzeit arbeiten wollen. So arbeitet er voll und ich 60 Prozent. Das klappt gut. Er hat einfach die besseren Arbeitszeiten. Da sind wir ganz pragmatisch. Und die Karriere? Kommt vielleicht, wenn es sich endlich etabliert, dass man in Teilzeit (und das bedeutet ja nicht immer 20 Stunden) und einem flexiblen Modell einen verantwortungsvollen Job geregelt kriegt.

Und Kitaplätze? Sind super wichtig, aber ich denke das hilft nur bedingt. Menschen wie ich, die zur Arbeit pro Strecke 45 Minuten pendeln müssen, kommen mit den Öffnungszeiten nie hin. Mir hilft nichtmal 18 Uhr. Ich brauche immer jemanden, der mein Kind abholt, wenn ich zwei Mal die Woche im Büro arbeite. Das Zauberwort ist Flexibilität. Neue Arbeitszeitenmodelle. Homeoffice. Gleitzeit. Clever geplante Teilzeit. Und: Es muss in die Köpfe. Sonst helfen Kitaplätze auch nicht. Letztendlich geht es doch gar nicht um Karriere, sondern um die Möglichkeit, wählen zu können. Als Frau. Als Mann. Vielleicht würden dann auch mehr Männer in Teilzeit arbeiten.

Ich habe übrigens kürzlich einen Artikel für die Zeitung über Vereinbarkeit geschrieben. Da habe ich drei Mütter in Führungspositionen vorgestellt. Tolle Frauen – keine Frage, aber in Teilzeit arbeitet keine von ihnen. Mir fehlen somit die Vorbilder. Das macht nicht gerade Mut. Doch ich bin zuversichtlich.