Schaufelgate auf dem Spielplatz: Lasst eure Kinder doch mal in Ruhe!

Jan-Ole möchte rutschen. Darf er aber nicht, weil die Rutsche noch nass ist und er keine Matschhose trägt. Also sucht sich der kleine Knirps eine andere Beschäftigung: Er steuert auf das Sandspielzeug-Arsenal von Hannah zu, die munter inmitten von Schaufeln, Eimerchen und Förmchen sitzt. Jan-Ole hat eine grüne Schaufel anvisiert und rennt los. Doch bevor er das Objekt seiner Begierde erreicht, schreitet sein Vater verbal ein. „Nein! Das gehört uns nicht!“, sprudelt es panisch aus dem grau-melierten Mittvierziger im Karohemd. Doch Jan-Ole reißt sich los. Mir kommt diese Szene vor wie in Slow-Motion. „Neiiiin! Daaas gehööört uns niicht!“, ruft er erneut und wetzt hinter seinem Sprößling her. In diesem Moment denke ich: Ich hätte gerne eine Tüte Popcorn. Wenn es nicht so traurig wäre, was sich auf vielen Spielplätzen so abspielt, würde ich dieses gratis Entertainment etwas mehr genießen können. Ich meine: Hey, die Sonne scheint. Ich habe frei, mein Kind spielt in einem Spielhäuschen und ich krieg hier noch die Showeinlagen der Heli-Eltern geboten. Doch es ärgert mich.

Schaufelgate und Nachos mit Käse

Jan-Ole hat die Schaufel erwischt und steht siegessicher im Sandkasten und reckt seinen Fund heroisch in die Luft. „Meins!“, ruft er und lacht. Hannah, die rechtmäßige Besitzerin der Schaufel zeigt sich unbeeindruckt. Genauso wie Hannahs Mutter, die auf einer Bank sitzt und zuschaut. Doch Jan-Oles Papa sieht das anders. Er wirkt nervös. „Das tut mir Leid! Mein Sohn hat eine sehr abstrakte Vorstellung von Besitztum!“, sagt er mit lauter und fester Stimme, damit es auch alle hören. Das ist der affigste Satz, den ich je in einem Sandkasten gehört habe. Ich wünsche mir jetzt Nachos mit Käse. Aber pronto. Dieser Nachmittag kann nicht unterhaltsamer werden. Dann versucht er seinem Sohn die Schaufel zu entreißen. Hannahs Mutter schaut teilnahmslos rüber und widmet sich dann wieder ihrem Baby, das sie gerade stillt. Es ist ihr egal, dass ein anderes Kind die Schaufel ihrer Tochter in der Hand hält. Jan-Ole weint jetzt. Sein Vater legt die Schaufel in den Sand zurück und entschuldigt sich nochmal. Bei wem auch immer.

Die Schreie hallen noch lange nach

Dann kommt ein anderes Kind und nimmt die Schaufel. Spielt ein wenig damit und schmeißt sie wieder weg. Keiner protestiert. Keiner verbietet das. Keiner weint. Jan-Ole wurde derweil unter lautem Protest vom Spielplatz  entfernt. Die Schreie aus dem Fahrradanhänger hallen noch eine Weile nach. Und ich fragte mich, warum man es sich manchmal so unnötig schwer macht. Warum gibt es so viele Eltern, die ihre Kinder nicht einfach mal machen lassen? Die sich zurücklehnen und den Moment genießen. Klar, wenn ein Kind zu klein ist, um eine Leiter hoch zukommen, dann hilft man. Oder wenn Kinder handgreiflich werden. Aber sollten es die Kinder nicht erst einmal selbst versuchen dürfen? Warum nicht mal das Kind selbst die Situation lösen lassen?

„Vielen Eltern ist das Verhalten ihrer Kinder peinlich“

Das schlimmste sind dabei die Entschuldigungen der Eltern untereinander. Man merkt so vielen Müttern und Vätern an, dass ihnen das Verhalten der Kinder irgendwie peinlich ist, weil es ja ein schlechtes Licht auf sie selbst werfen könnte. Jan-Oles Papa hatte keine gute Zeit auf dem Spielplatz. Vielleicht auch, weil er denkt, dass sein Mini-Me unangenehm auffallen könnte. Vielleicht auch, weil es manchmal schwieriger ist, eine Situation auszuhalten, anstatt einzugreifen. Deswegen hatte Jan-Ole wohl heute auch keine gute Zeit auf dem Spielplatz.

 

Was meint ihr? Beobachtet ihr auch solche Situationen auf dem Spielplatz? Wie reagiert ihr darauf, wenn euer Kind fremdes Spielzeug haben will?

Zwei Könige & die Sache mit den Kindernamen

Ja, Leude ich weiß: Man lästert nicht über Kindernamen. Das ist super subjektiv und totale Geschmackssache und muss ja jeder selbst wissen und bla…Aber manchmal hört man einen Namen und denkt: Jetzt ernsthaft? Was zum Henker habt ihr euch dabei gedacht? Und dann würde mich wirklich interessieren, was die Geschichte hinter diesem Namen ist. Leider habe ich noch nie gefragt. Meistens hat man auch nicht die Gelegenheit, weil man so einen Namen nur irgendwo liest oder davon über Freunde und Bekannte hört. Aber auch, wenn man den Eltern direkt gegenüber stehen würde: Tut man irgendwie nicht. So aus Höflichkeit und so. Denn niemand will nach der Geburt des Kindes sparsame Blicke und doofe Kommentare bezüglich des Namens ernten.

Aber: Come on! 

Es gibt ein aktuelles Beispiel, welches mich umtreibt und mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet: Ich hörte von einem Paar, das den erstgeborenen Sohn“Caspar“genannt hat. Soweit so unspektakulär. Süßer Name. Durchaus gängig. Kein Thema. Die besagten Eltern haben aber kürzlich noch einen zweiten Sohn bekommen und dieser heißt…..Trommelwirbel….Melchior. Kein Witz. Ich meine (und den Namen selbst bewerte ich hier gar nicht, sondern den Zusammenhang): Die haben doch jetzt ein ernsthaftes Problem. Denn: Die MÜSSEN doch jetzt einen dritten Sohn bekommen und diesen Balthasar nennen. Oder sollen die Kinder Caspar, Melchior und Anton heißen? Und was passiert, wenn als nächstes ein Mädchen kommt? Vielleicht bleibt es auch bei Caspar und Melchior. Und dann? Es wirkt unvollendet. So oder so: Ich bin verwirrt.

Wie läuft wohl so eine Namensfindung ab? Die Beiden standen am 6. Januar* vor einer Krippe rum und hatten plötzlich einen Geistesblitz? Oder hat der Stern von Betlehem ihnen ein Zeichen gegeben? Oder Gott himself? Haben die das schon beim ersten Kind festgelegt? Wie ihr seht: Ich habe 1000 Fragen. Es lässt mich nicht los. Vielleicht steigere ich mich da auch rein. Ich möchte es nur verstehen.

Grausame Kinder?

Sicherlich ist es ein abgedroschenes Argument, dass Kinder grausam sind und Eltern deswegen vielleicht bei der Namenswahl nicht zu sehr den Schalk oder Gott im Nacken haben sollten. Da ich allerdings selbst wegen meines Nachnamens als Kind gehänselt wurde, sehe ich die Sache etwas anders. Ich fand es ätzend. Richtig richtig ätzend. Deswegen war es auch sehr ok für mich, meinen Mädchennamen nach der Hochzeit nicht zu behalten. Denn so ein Scheiß sitzt tief. Das sollte man vielleicht im Hinterkopf haben. Denn vielen Eltern ist es anscheinend super wichtig, dass die eigenen Kinder auf gar keinen Fall so heißen wie andere Kinder.

Ich heiße Kristina. Ein Allerweltsname. In den 90ern hießen sehr viele Kinder so. Als ich einmal beim Kieferorthopäden mit Vornamen aufgerufen wurde, sind vier Mädchen gleichzeitig aufgesprungen. Ich fand das damals cool. Ich war 13 und wollte nicht anders sein. Mein Nachname war schon anders. Ich fand es toll, einen normalen Vornamen zu haben, den auch mehrere Freundinnen von mir trugen. Wir konnten uns ja immer noch mit unseren Spitznamen auseinander halten. Und das taten wir.

Ich glaube Kinder wollen keinen super special Sondernamen. Eltern wollen das. Vielleicht aus guten Gründen. Vielleicht gibt es eine besondere Geschichte. Aber in den meisten Fällen werde ich es wohl nie erfahren. Doch an den zwei heiligen Königen bleibe ich dran. Versprochen!

 

*die Taufe von Melchior hat tatsächlich am 6. Januar statt gefunden. 

 

 

 

Blogger fragen – Muddi antwortet

Es gibt Dinge zwischen dem echten Leben und der virtuellen Blogger-Blase, von denen ich anfangs keine Ahnung hatte. So wusste ich bei meiner ersten Nominierung zum „Liebster-Award“ gar nicht, was das überhaupt soll und was es damit auf sich hat. Ein Preis für mich? Von wem? Warum? Die ersten Nominierungen habe ich deswegen einfach mal ignoriert. Nicht die feine Art, aber ich wusste damit nichts anzufangen. Jetzt weiß ich: Der Liebster-Award ist quasi ein fiktiver Preis, der von Blogger zu Blogger als Art Kettenbrief vergeben wird. Man nominiert Blogs, die man gerne liest, beantwortet die Fragen von der Person, die einen nominiert hat und gibt dann den Staffelstab an andere Blogger weiter.

Ich denke, dass es nun an der Zeit ist, den Liebster-Award auch mal anzunehmen. Denn ich wurde von zwei ganz tollen Bloggern nominiert. Einmal von Anni mit ihrem wunderbaren Familien-Blog Marmeladenschuh und einmal von Kimi, die mit ihrem Kreativ-Blog kitoremi begeistert. Beide haben mir Fragen gestellt:

Hier die Fragen von Anni:

1. Welches Mama-Tool hast du IMMER dabei?
Feuchttücher und Quetschies. Dann ist man eigentlich für jede Situation gewappnet. Mehr braucht man nicht. Gut, vielleicht noch Windeln.

2. Die größte Herausforderung des Elternseins ist …. ?
Mit der Umstellung klar zu kommen. Von der Einsam- und Zweisamkeit zum Leben zu dritt. Was es tatsächlich bedeutet, nicht mehr alleine zu sein, merkt man erst nach ein paar Wochen. Es ist wunderschön und mega beängstigend zugleich. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es das Allerbeste.

3. Was magst Du eigentlich nicht besonders, hast es aber bisher ungern mitgeteilt?
…am Elternsein oder generell? Also am Elternsein ist es definitiv die Sache mit dem Schlaf bzw. dem fehlenden Schlaf. Ich träume regelrecht vom Ausschlafen. Einfach mal ohne Unterbrechung so lange schlafen am Wochenende wie ich möchte. Ansonsten war ich kein besonders großer Still-Fan. Ich hab es gemacht, weil es gut fürs Kind ist. Manchmal war es auch ganz kuschelig, aber so knorke fand ich es generell nicht. Ich hab es zwischendurch einfach nur als ziemlich großen Druck empfunden. In der Öffentlichkeit habe ich es gehasst und solche Situationen auch meist gemieden. Mit dem Fläschchen Milch am Abend find ich es jetzt manchmal sogar schöner und kuscheliger.

4. Welcher Duft erinnert Dich am ehesten an die Kindheit?
Dieser Geruch von Pommes und Chlor an einem heißen Tag im Freibad.

5. Was wolltest Du bei Deinen Kindern anders machen als Deine Eltern und machst es heute genau so?
Ich wollte konsequenter sein! Fail! Dieses süße Wesen tanzt uns schon jetzt auf der Nase rum.

6. Welches schöne Kompliment hast Du zu Deiner Mama-Leistung schon mal bekommen und von wem?
Für mich ist das keine extra Leistung, Mama zu sein. Ich bin halt Muddi. So wie mein Mann eben Papa ist. Wir versuchen einen guten Job zu machen. Wenn mein Mann auf meine Tochter zeigt und mir sagt: „Da hat dich aber jemand unglaublich lieb!“ Oder, wenn sie mich ganz feste umarmt. Das ist das schönste Kompliment. Diese Liebe zu spüren.

7. Was war Deine dunkelste Mama-Stunde?
Da gab es die eine oder andere düstere Stunde während der ersten Wochen nach der Geburt, in denen unser Kind sehr sehr viel geschrien hat. Da hatte ich so kurz mal einen Anflug von regretting Motherhood. Danach schämt man sich dafür. Aber jeder, der das mal erlebt hat, weiß wovon ich rede.

8. Hast Du einen super Kinderbuch-Tipp?
Ich liebe die Pepe & Milli Bücher. Die sind soo süß gemacht und meine Tochter liebt sie.

9. Was liebst Du am Bloggen besonders?
Einfach so zu schreiben, wie ich denke. Genial. Keine Schere im Kopf. Ich kann freier schreiben, als für die Zeitung.

10. Und was nervt Dich daran am meisten ab?
Diese Blogger-Blase nervt mich manchmal sehr. Ich finde, dass sich Blogger oft zu sehr um sich selbst drehen. Ich finde eine gute Balance wichtig. Bei mir sollen die Geschichten und Artikel im Vordergrund stehen und nicht, ob ich heute Kopfschmerzen hab oder nicht. Deswegen mache ich solche Selbst-Interviews auch nicht so oft mit. Klar, muss man sich als Blogger vorstellen, aber so interessant bin ich dann auch nicht, dass ich jeden Mittag mein Essen fotografieren oder ein Selfie posten muss.

11. Was war die sinnloseste Anschaffung von der Du dachtest, sie als Mama zu brauchen?
Der Laufstall. Der kam einfach zu spät. Wir hatten eine Wiege und ein Gitterbettchen. Das reicht eigentlich. Völlig überbewertet sind auch Babykostwärmer.

Hier die Fragen von Kimi:

1) Gibt es eine Geschichte hinter deinem Profilbild?
Es war ein Selfie mit dem iPad. Ich hatte meine Tochter auf dem Arm und sie hat neugierig auf den Bildschirm geguckt. Dabei sind sehr schöne Fotos entstanden. Allerdings soll man uns gar nicht so genau erkennen. Denn Fotos von meiner Tochter wird es auf dem Blog nicht geben. Höchstens sehr verfremdet. Privatsphäre ist mir sehr wichtig.

2) Planst du deine Blogbeiträge oder entstehen die spontan?
Ich habe anfangs erst ganz viel geschrieben und dann den Blog direkt mit zehn Artikeln gestartet. Manchmal plane ich noch, aber sehr selten. Ich bin eine Impuls-Bloggerin. Brenn ich für ein Thema, dann muss ich dazu schreiben. Das ist so toll am Bloggen.

3) Bist du ein Selbermacher oder hast du zwei linke Hände?
Sowohl als auch;)) Ich versuche alles erst einmal selbst. Ob es dann gut wird, ist eine andere Sache. Beim Streichen des Kinderzimmers war ich so semi erfolgreich und meine ersten Cupcakes wurden von meinem Mann liebevoll Kackcakes genannt. Ich mach meistens einfach. Lange einlesen oder Anleitungen angucken, ist nicht so mein Ding. Das rächt sich dann manchmal auch.

4) Welches Buch liest du gerade?
Ich lese nun schon sehr lange das Buch „Galveston“. Das ist ein Roman von Nic Pizzolatto, dem Drehbuchautor der HBO-Serie True Detective, die ich sehr toll finde. Das Buch ist sehr gut, aber mega düster und beklemmend. Deswegen habe ich es erstmal zur Seite gelegt. Ich muss erst wieder in Stimmung sein. Ansonsten lese ich unheimlich viel online. Am liebsten Artikel der NY Times. Ich koche auch deren Rezepte nach. Ich liebe diese Zeitung einfach.

5) Gibt es Bücher, die du mehr als einmal gelesen hast? Welche?
Ja, Fight-Club habe ich zwei Mal gelesen. Ich habe eine handsignierte Ausgabe und bin großer Fan von Chuck Palahniuk. Auch, wenn ich einige seiner Werke nicht weiter lesen konnte, weil sie so verstörend waren. Scheint bei mir Methode zu haben.

6) Gehst du lieber ins Theater oder ins Kino?
Ganz ehrlich? Ich sitze am liebsten auf dem Sofa und schaue Serien bei Netflix und Co.. Serien wie Mad Men, Breaking Bad oder auch wie The Affair oder Bloodline sind wie zwölf Stunden lange Arthouse-Filme. Besser wird es nicht. Deswegen wird an Leuten wie mir die Kino-Industrie wohl zugrunde gehen.

7) Was hast du dir zuletzt im Theater oder im Kino angesehen?
Das ist noch gar nicht so lange her. Der Film hieß „Der große Trip – Wild“ mit Reese Witherspoon und handelt von einer Frau, die sich auf eine lange Wanderung begibt. Ich habe das Buch vorher gelesen und war begeistert.

8) Wie stehst du zur Kunst?
Gut;) Ich kann zumindest Rothko von Monet unterscheiden. Mit Kind geht man nicht mehr so häufig in die großen Ausstellungen. Als ich mal in Paris war, habe ich einen ganzen Tag im Louvre verbracht, obwohl das Wetter fantastisch war und ich nur zwei Tage in der Stadt hatte. Es war herrlich.

9) Hast du ein Lieblingszitat? Welches?
„Today, the weather is awesome“. Das hat mir Chuck Palahniuk auf die zweite Seite von „Fight Club“ geschrieben und ich weiß bis heute nicht, ob er mich einfach nur verarschen wollte damit. Aber ich mag so einen Humor.

10) Hattest du schon mal eine gruselige Begebenheit? 
Zählt die Geburt? Scherz beiseite. Ich hatte schon mal so einen Moment, in dem jemand von einer verstorbenen Person erzählt hat und abrupt die Kerze auf dem Tisch ausgegangen ist. Das fand ich spooky. Dafür gibt es aber sicherlich eine gute Erklärung. Zum Beispiel Wind;)

11) Gibt es einen Traum, den du unbedingt verwirklichen möchtest? Verrätst du ihn mir?
Einen hab ich mir in diesem Jahr verwirklicht: Ich habe den Sänger meiner Lieblingsband getroffen. Aber es gibt noch einen weiteren großen Traum, den erzähle ich nicht. Sonst klappt es nicht. Außerdem ist der ein bisschen naiv und peinlich.

Ich nominieren hiermit folgende Blogs für den Liebster-Award:
Mama geht online
Mutterseelesonnig
Frau Rabe
Lächeln und Winken
Wundermädchen

Das sind meine Fragen:

  1. Welche Serie beschreibt deinen Alltag am besten?
  2. Bier oder Prosecco?
  3. Erstes Reiseziel mit Kind?
  4. Letztes Reiseziel ohne Kind?
  5. Das coolste am Muddi-Sein?
  6. Der schlimmste Tag als Muddi?
  7. Was bedeutet Vereinbarkeit für dich?
  8. Hattest du schon Regretting-Motherhood-Momente?
  9. Welche Musik läuft an einem guten Tag?
  10. Was liest du bei anderen Blogs am liebsten?
  11. Was machst du an einem freien Tag ohne Kind?

Und hier nochmal die Liebster-Award-Regeln

Danke der Person, die dich für den Liebster-Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
Beantworte alle 11 Fragen, die dir der Blogger stellt, der dich nominiert hat.
Nominiere 5 – 11 weitere Blogger für den Liebster-Award.
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
Schreibe diese Regeln in deinen Artikel über den Liebster-Award.
Informiere die von dir nominierten Blogger über deinen Artikel.

Ich freue mich, wenn ihr mitmacht und bin super gespannt auf eure Antworten!

Was ich von meiner Tochter gelernt habe…

– Schlaf wird überbewertet
– Wir waren vorher echt ziemliche Pussys
– Wie leidensfähig man wirklich ist
– Pekip ist nicht so scheiße, wie ich dachte
– Spielplätze sind so scheiße, wie ich dachte
– Arzttermine um 8 Uhr morgens sind mit Baby der Horror
– eine Verabredung am Tag reicht
– Inkonsequenz ist ne Bitch
– Erziehung fängt leider sofort an
– Die Angst vor anderen Mütten ist meist unbegründet
– Das Babybecken ist an einem verregneten Sonntagmorgen immer voll
– Man sollte immer Wechselklamotten dabei haben
– Verlasse nie das Haus ohne Schnuller und/oder Dinkelstangen
– Ich bin viel stressresistenter als ich dachte
– Ich kann Geräusche ausblenden, die mich früher verrückt gemacht hätten
– Ich kann in Scheiße lesen, wie eine Fährtenleserin
– Fünf Stunden Schlaf am Stück sind der Hammer
– Never change a happy baby – never ever!
– Schlafendes Kind = glückliche Eltern
– einhändig kochen, spülen, anziehen, waschen…
– Slipwindeln sind bei ganz kleinen Kindern keine gute Idee
– Das Kind pinkelt immer, sobald es ohne Windel auf dem Schoß sitzt
– große Kieselsteine sind der perfekte Babysitter am Strand
– Wenn man ganz genau hinguckt, entdeckt man überall Federn
– Batikkleidung ist perfekt, um Flecken zu vertuschen
– Kinderschuhe sind arschteuer
– alles ist immer nur eine Phase
– lass dein Kind nicht mit Schampooflaschen spielen
– Penatencreme rules!
– Klostein ist nicht giftig und nicht ätzend
– ich hatte früher zu viel Freizeit
– ein Tag, der um 4.30 Uhr beginnt, ist unendlich lang
– ich hätte nie gedacht, dass man jemanden so dermaßen doll lieben kann

Kita-Eingewöhnung: Und jetzt heule ich doch…

Jetzt ist es doch passiert: Ich sitze auf dem Dachboden der Kita und kann mir ein paar heimliche Tränchen nicht verdrücken. Heute ist der dritte Tag der Eingewöhnung und unsere kleine Möhre macht sich so gut, dass wir es heute erstmals mit einer räumlichen Trennung gewagt haben. Deshalb sitze ich jetzt auf dem Dachboden. Mit einem kalten Kaffee und einer Flasche Wasser. Und Pipi in den Augen.

Warum kann ich gar nicht sagen. Alles läuft super. Gestern Abend noch hatte ich bei meinem Mann getönt, wie erstaunt ich über mich selbst bin, dass ich das Ganze emotional doch sehr gut wegstecke und es mich gar nicht stört, dass nun eine neue Phase in Minis Leben beginnt. Gestern noch hat mich die Erzieherin gelobt, dass ich außergewöhnlich gut damit klar kommen würde, mich zurückzuhalten. Sie sagte, die meisten Mütter könnten das nicht so gut. Ich könne stolz auf mich sein, dass ich meiner Tochter so leicht mache und unsere Bindung offensichtlich so stark sei. Ich war, ehrlich gesagt, erstaunt über mich selbst.

Jetzt höre ich ein zartes „Mama“ von unten und es zerreißt mich innerlich. Nicht direkt hinzurennen, fällt schwer. Gestern war ich noch so cool. Jetzt fühle ich mich nicht mehr so gut. Hormone? Es können nur irgendwelche Hormone sein. Vielleicht auch nicht. Vielleicht kann es auch noch so gut laufen – am Ende des Tages holen einen die Emotionen eben doch ein. Unser Baby ist ein Kita-Kind. Unsere Kleine wird groß. Und das Muttertier weint. Wahrscheinlich der normalste Vorgang auf der Welt. Die Erzieherin wartet bestimmt nur auf den Moment. Weil bestimmt jede Mutter während der Eingewöhnung mal an diesem Punkt ist.

Arschlochkinder – ein Phänomen in der Diskussion

Vor ein paar Tagen habe ich den Artikel „Gibt es Arschlochkinder wirklich?“ veröffentlicht. Es ging dabei um eine unliebsame Begegnung mit ein paar Kindern auf einem Sommerfest und die Frage, ob Kinder wirklich schon Arschlöcher sein können. Der Beitrag ist innerhalb von 24 Stunden mehr als 500 Mal geteilt worden. Auch Bloggerin Bea von Tollabea hat meinen Artikel bei Facebook geteilt und die Resonanz war überwältigend. Ich erlebte einen richtigen Ansturm auf meinen Blog. Innerhalb weniger Stunden haben mehr als 2000 Besucher den Artikel angeklickt und es wurden insgesamt rund 100 Kommentare bei Facebook und auf meiner Seite gepostet. Die Diskussion wurde sehr kontrovers geführt. Klar, das Wort „Arschlochkind“ polarisiert. Auch ich hatte ja meine Probleme mit dem Ausdruck. Dennoch, die Diskussion zeigt: Es ist was dran an dem Phänomen. Es bewegt und spaltet die Leser.

Die großen Fragen bei dem Thema: Was kommt von den Genen und was macht Erziehung aus? Und was ist mit Kindern, die sich aufgrund von Krankheiten wie dem Asperger-Syndrom auffällig verhalten? Kann ein Kind einfach von Geburt an einen fiesen Charakter haben oder ist es ein Produkt von Erziehung und Umwelt? Oder ist die Aufteilung 50/50 wie es erst kürzlich in einem Artikel in der Zeit Online stand, als es um die Weitergabe von Intelligenz ging? Da sich über diese Thematik schon seit Jahrzehnten Pädagogen und Psychologen uneinig sind, werden wir an dieser Stelle wohl keine Lösung finden. Aber: Ich möchte hier einmal ein paar Positionen und Meinungen der Leser von der Facebook-Seite von Tollabea präsentieren, wo mein Artikel unter anderem geteilt und heftig diskutiert wurde. Außerdem habe ich ein paar tolle Artikel anderer Bloggerinnen zu dem Thema gefunden, die verschiedene Perspektiven beleuchten. Ich persönlich glaube übrigens, dass die Thematik komplexer ist, als auf den ersten Blick ersichtlich. Und: Ich bin der Meinung, dass sowohl Justin und Chantal, als auch Friedrich-Konstantin und Marie-Louise fiese Kinder sein können:)

Viel Spaß beim Lesen*:

  • „Kinder, so zu bezeichnen, ist ja wohl das Letzte. Da frage ich mich ernsthaft, wer hier Das Ar…ist. Klar ist man frustriert, wenn die eigenen Kinder betroffen sind. Aber es sind immer noch Kinder. Als wenn hier, alle als Kind, Engel wahren. Früher hießen sie Rowdies und jetzt Ar…Kinder?? Pfff…“
  • „Es gibt definitiv welche, unbestreitbar. Ich kenne auch einige Kinder von der Sorte… Wobei ich die Meinung vieler hier nicht teilen kann, dass die Eltern immer asozial sind oder antiautoritäre Erziehung praktizieren. Ich kenne auch Eltern, die ich sehr gerne mag, die verzweifelt versuchen ihr Kind zu erziehen und es einfach nicht schaffen, weil das Kind ständig bockig und uneinsichtig ist. Ist halt der Charakter, dagegen kann man nicht viel tun.“
  • „Meiner Meinung nach steht hinter jedem A-Kind die A-Eltern. Also wenn es wirklich so was wie A-Kinder gibt, sind sie so, weil ihre Eltern sie so geformt bzw. sie zu dem gemacht haben.“
  • „Kein Kind wird böse geboren. Bei manchen versagen die Erziehungsberechtigten, andere haben in ihrem kurzen Leben unsäglich schlimme Dinge erlebt, wieder andere haben tatsächlich ein „Handicap“ im sozialen Umgang und in ihrer Wahrnehmung. Natürlich verteidige ich mein Kind gegen Angriffe, aber wer bin ich, dass ich über den Kontrahenten urteilen könnte?“
  • „Leute, Leute. Hört euch mal selbst reden. Habt Ihr eure eigene Kindheit und Kinderstube vergessen? Was ist bloß mit euch los? Es wird immer Kinder geben, die lauter, frecher, aktiver sind, als andere. Na und? Alles, was diese Kinder brauchen, ist EUER Lächeln, ein paar klare Regeln und die Geduld, sich mit ihnen auseinander zu setzen. Einige von euch müssen dringend runter vom „Gott sei Dank nicht mein Kind“-Reden und „Alles nur Erziehungssache“-Thron! Früher gab es Rowdies und kleine Machos und Diven und heute auch. Punkt!“
  • „Ich halte weder was vom Titel „Arschlochkind“ noch von der These, dass es an der Erziehung und der vermeintlichen Nichterziehung durch die Eltern liegt. Jeder Mensch ist ein Individuum und somit spielt bei jedem etwas anderes eine Rolle, wieso er sich in solchen sozialen Konstellationen so oder so verhält. Ob Justin (Schublade auf, Klischee raus, Kind rein) nun einfach ätzend ist, seine Eltern sich nicht kümmern, er von älteren Geschwistern selbst gegängelt wird, ob er Asperger hat, keinen Schimmer von kleinen Kindern und der dazugehörigen Rücksicht, ob ihm an diesem Tag erstmals was gelungen ist und jetzt sind die Steine alle, ob er heut schon 100 Mal gesagt bekommen hat, was er falsch macht und jetzt rot sieht…. alles und nix davon ist möglich. Dem Kind zeigen: so geht es nicht, so toleriere ich das hier nicht ist wichtig. Die Eltern müssen bei 7/8 jährigen sicher nicht mehr am Rand des XXL-Duplo Bereiches sitzen. Also muss man halt selbst eingreifen. Da kann er toben und wütend sein wie er will. Und im Zweifel zieht man sich aus der Situation.“
  • „Es gibt sie und ich persönlich finde, es werden immer mehr.“
  • „Natürlich gibt es Arschlochkinder, woraus sollten sonst die ganzen Erwachsenen Arschlöcher erwachsen …. und ob das immer die Eltern oder das Umfeld sind? Unter Geschwistern kann auch ein einziges sein …“
  • „Ich kann zwar noch nicht aus Erfahrung sprechen, da bei uns noch alle äußerst süß und nett sind, aber ich glaub jedes Kind durchläuft eine Arschlochkinderphase.“
  • „Das sind die Manager von Morgen.“
  • „So wie wir unsere Genetik an den Nachwuchs weitergeben, so geben wir auch unsere Intelligenz mit. Das ist schon mal die Basis des „kleinen, neuen Menschen“. Der Rest des Sozialverhaltens resultiert aus Umgang und Erziehung. Ist die Basis aber schon mal weit unter dem Durchschnitt, ist das leider schon kein guter Start. Da die Basis ja bei den Eltern logischerweise auch nicht höher angesiedelt ist, wird dann auch fatalerweise so erzogen und zack: Fertig ist der Duplo Dieb….“

Weitere Kommentare findet ihr hier.

Auch andere Blogger-Kolleginnen haben sich mit dem Thema – wenn auch in anderer Form – beschäftigt:

Muttis Nähkästchen: „Ich bin eine Arschlochmutter“

kiddo.the.kid: „Dein Kind ist ein Arsch“

…und dann kam sie: „Dein Kind ist doof“

*Ich habe die Zitate weder inhaltlich noch grammatikalisch verändert, sondern nur ganz grobe Rechtschreibfehler verbessert.

Ein Abend ohne Kind: Date-Night!

Wir hatten es uns so schön ausgemalt. Ein abend zu zweit in einem Restaurant. Cocktails. Kerzenschein. Tapas. Ohne Kind. Die Großeltern hatten sich zum Babysitten angekündigt. Das hieß: Date-Night! YEAH! Der letzte Abend in trauter Zweisamkeit war schon eine Weile her. Es kommt ja immer was dazwischen. Das Leben. Oder das Kind. Naja, eben das Leben mit Kind.

Doch heute Abend hatten wir es vor. Alles klappte wie am Schnürchen. Das Töchterchen ließ sich ohne Murren von Oma zeitig ins Bett legen. Wir hatten uns ausgehfein gemacht. In Schale geschmissen und die Klamotten mit den Flecken in die Wäschetonne gekloppt. Die Nacht war lau. Wir schafften es sogar noch rechtzeitig ins Restaurant und bestellten übermütig wie zwei Teenager direkt zwei Jumbo-Cocktails vor Ablauf der Happy Hour. Wir scherzten mit dem Kellner darüber. Fühlten uns wie früher. Cocktails an einem Samstagabend. In einem Restaurant. Mit Erwachsenen. Ohne Hochstuhl und ohne Kinder. Auch mal ganz schön. Leichte Chill-Out-Klänge im Hintergrund und die Stimmung bestens.

Das Essen kam. Es war gut. Die Cocktails gingen gut runter. Doch dann um 20.40 Uhr das Unvorstellbare: wir können uns plötzlich kaum noch auf den Stühlen halten. Nein, nicht weil wir betrunken waren. Das wäre ja eine coole Geschichte. Wir waren plötzlich totmüde. Erst erstarrten nur die anfangs euphorischen und anregenden Gespräche. Stille. Wir guckten uns mit müden Augen an – daran änderte auch mein aufwendiges Augen-Makeup nichts mehr. Schließlich sprach ich das Unaussprechliche aus: „Bist du auch so furchtbar müde? Ich kann kaum die Augen aufhalten. Ich will schlafen!“ Mein Mann nickte mit schweren Augenlidern und erwiderte: „Meinst du es ist peinlich, wenn wir jetzt schon Heim gehen?“ Wir mussten lachen, aber nur kurz, weil wir zu müde waren. Wir hatten diesen Abend zwei Wochen lang geplant und uns ewig darauf gefreut, mal wieder zu zweit Essen zu gehen. Das konnte jetzt echt nicht sein. Die Großeltern waren extra angereist. „Das können wir nicht machen!“, sagte ich. Zu peinlich. Wir einigten uns, dass 22 Uhr etwas weniger peinlich für eine Rückkehr wäre. Mindestens bis dann durchhalten. Irgendwie. Es war armselig. Wir waren mal Partyanimals. Doch Schlafmangel ist einfach eine Bitch.

Wir brauchten frische Luft. Sonst hätte ich mich auf einer Bank eingerollt und wäre noch im Restaurant eingeschlafen. Ein Spaziergang brachte uns wieder nach vorne. Wir genossen es, einfach mal zu zweit Hand in Hand durch die Stadt zu gehen. Auch schön. Wir waren dann noch ganz verrückt und haben einen Absacker getrunken und tatsächlich bis Mitternacht durchgehalten. Wir waren stolz auf uns. Früher sind wir im Morgengrauen angeduselt nach Hause getorkelt. Heute stehen wir im Morgengrauen auf. So ist das eben. Aber Date-Night muss sein – auch, wenn man sich manchmal durchbeißen muss. Vielleicht fangen wir demnächst einfach früher an.

Gibt es Arschlochkinder wirklich?

Kinder sind für mich unschuldige und reine Wesen, die als Babys gut riechen und die einen (abgesehen von Schlafmangel und Co.) tierisch glücklich machen. Gut, später riechen Kinder nicht mehr so gut und haben immer irgendwas im Gesicht kleben, aber das tut hier nichts zur Sache. Sie sind gut. Unverdorben. Kinder können nicht schlecht sein. Sie können nicht böse sein. Egal, wie viele Horrorfilme man geguckt hat. In der Realität sind sie einfach erst einmal gut. Erst einmal. Aber wann fängt das an, dass sie das vielleicht nicht mehr sind? Ich bin mir unschlüssig. Vielleicht auch naiv. Das Wort ‚Arschlochkind‘ fand ich immer irgendwie amüsant. Meist aber eher in einem sarkastischen und überspitzten Kontext. Ansonsten fand ich den Ausdruck eher fies.

Nun bin ich kürzlich mit meiner Familie in eine Situation geraten, die mich an meiner Grundthese zweifeln lässt. Auf einem Sommerfest spielte unsere Tochter (15 Monate alt) selig mit XXL-Duplosteinen. Ein großer Spaß, bei dem Oma, Papa und Mama halfen, riesige Türme zu bauen. Drei Jungs neben uns bauten eine Festung mit den Steinen. Eine Weile koexistierten wir und einige andere Kinder alle friedlich nebeneinander. Doch dann gingen dem Trio die Steine aus. Und von da an lief irgendetwas schief.

Survival of the biggest. Denn die großen Jungs, die so zwischen 6 und 8 Jahre alt waren, fingen nun an, systematisch den anderen Kindern die Steine zu klauen. Erst noch subtil. Wir lachten darüber, wie sie sich anschlichen und Steine stibitzten. Dann wehrten sich erste Kinder. Erst verbal. Dann wurde das Trio handgreiflich. Ich ermahnte einen der Jungs, der Justin hieß und sich irgendwann Zähne fletschend auf einen kleinen Jungen stürzte. Keine Reaktion.

Und plötzlich wurde unsere Tochter zum Ziel. Sie wuselten wild um sie herum, zerstörten ihren Turm, klauten Steine, traten ihr dabei fast auf ihre kleine Beinchen, rempelten sie an. Unsere kleine, süße, unschuldige Tochter saß nun perplex da, umringt von diesen Aggro-Kindern und verstand die Welt nicht mehr. Wut kroch in mir hoch. In meinem Mann sah ich es ebenfalls brodeln und Oma fing plötzlich an, die Steine zu verteidigen und den Jungs wieder abzunehmen, hinter ihnen zu rennen. Jeder Versuch, die Jungs in ruhigem Ton zur Raison zu bringen, scheiterte. Sie wurden immer aggressiver. Wir innerlich auch. Puh, wie schwierig es ist, cool zu bleiben, wenn man beobachtet, wie das eigene Kind geärgert wird.

Die Eltern des Terror-Trios waren nicht in Sicht. Justin rastete schließlich aus. Schlug um sich. Schimpfte. Kloppte sich mit den anderen Jungs. Unsere Tochter hatten wir zu dem Zeitpunkt in Sicherheit gebracht. Sie tat mir Leid. Und: Ich war erschrocken darüber, wie aggressiv Kinder in dem Alter schon sein können. Und: wie wenig Respekt sie vor Erwachsenen hatten. Wir überließen ihnen das Feld. Ein Kriegsschauplatz in Miniaturformat. Zum Abschied ließ Oma trotzig einen ihrer Festungstürme zusammenstürzen. Es war albern und vieleicht auch pädagogisch wenig wertvoll, aber ich war stolz auf sie. Die Jungs guckten uns mit zusammengekniffenen Augen nach. Justin sah sogar so aus, als müsste er gleich weinen. Ich schämte mich für den Anflug von Genugtuung, den ich verspürte. Dann hatte ich Angst, dass sie sich nun auf uns stürzen könnten. In diesem Moment dachte ich: „Das müssen wohl die sagenumwobenen Arschlochkinder gewesen sein. Es gibt sie doch!“ Und: sie tun mir unendlich Leid.

Zwischen Skorpionen und Exorzismus: Eine ganz normale Horror-Nacht

Es gibt Nächte, da wundert einen gar nichts mehr und es gibt Nächte, da geht gar nichts mehr. Manchmal vereinen sich diese dunklen Nächte zu einer einzigen HORROR-NACHT! So geschehen im Urlaub. In Italien. Obwohl der Begriff „Urlaub“ mit Kind neu definiert werden müsste, denn mit dem „Urlaub“, den man aus dem Vor-Baby-Zeitalter kannte, hat die ganze Nummer wenig bis gar nichts mehr zu tun, aber dazu später einmal mehr…

Zurück zur Nacht der Nächte. Das Kind schlummerte friedlich im Reisebettchen am Fußende des Elternbettes. Ich sage das jetzt bewusst so. Es ist kein Familienbett, kein Kinderbett, sondern das ELTERNBETT. Denn es gehört eigentlich den Eltern. Eigentlich. Nur nicht morgens um 5 Uhr oder wenn das Kind zahnt oder das Kind krank ist oder wenn das Kind einen Schub hat oder wenn der Wassermann in der Waage steht und der Blutmond die Sonnenfinsternis verdeckt.

In dieser recht heißen Nacht der Nächte im wunderschönen Italien traf all das zu. Denn das friedlich schlummernde Kind mutierte von jetzt auf gleich zu HULK. So stand unsere Tochter – ein sonst eher zartes und elfenhaftes Wesen mit sonnigem Gemüt, aber einem mega Organ – plötzlich aufrecht im Bett und wackelte an den Stäben wie ein Häftling aus Prison Break. Dabei schrie sie in einer ohrenbetäubenden Lautstärke. Beruhigungsversuche schlugen fehl. Der Umzug ins Elternbett ebenso. Sie reagierte nicht. Brüllte weiter. Zähnchen? Ich dachte an Nachtschreck. War es das? Dagegen sprach, dass sie plapperte und auf Dinge im Zimmer zeigte. Sie ist 15 Monate alt und kann schon viele Wörter, aber das war nun etwas unheimlich. „Mama, Papa, Oma, Opa, Auto, Ball!“ Sie wiederholte das mehrfach. Dann wieder Geschrei. „Mama, Papa, Oma, Opa, Auto, Ball!“ O.K. Ich bekam Angst. Dann plötzlich plapperte sie wie von Sinnen Kauderwelsch in einem Tempo, das Eminems Rap-Skills alt aussehen lassen. Dabei wälzte sie sich im Bett umher. Immer wieder. Ließ sich rückwärts auf die Bettdecke fallen. War nicht zu beruhigen.

Da ich leider zu viele Horrorfilme gesehen habe, in denen kleine Mädchen aus Fernsehern klettern oder die Wände hoch krabbeln, hätte es mich auch nicht gewundert, wenn die Kleine plötzlich mit einer Männerstimme rückwärts aramäisch gesprochen hätte. Scheiß Horrorfilme. Danke Stephen King. Meine Angst wankte zwischen Fiktion und Realität. Dies war mein persönlicher Nightmare on Elmstreet. Was ist mit ihr los? Muss ich einen Arzt oder einen Exorzisten rufen? Und wie findet man letzteren? Im Film rufen die dann immer eine geheimnisvolle Person im Vatikan an, die dann jemanden schickt. Zumindest waren wir ja schon in Italien. Keine Ahnung.

Ich schickte meinen Mann panisch in die Küche, um schnell eine Flasche Milch zu machen. Vielleicht half das ja zur Beruhigung. Er kam nach einer gefühlten Ewigkeit wieder. Die Kleine schrie zumindest nicht mehr. War aber immer noch völlig aus dem Häuschen. Er kam ohne Milch rein, guckte leicht schockiert und sagte nur: „Im Flur sitzt ein Skorpion! Ich kümmer mich mal darum!“ Ich schaute ihn sauer an und antwortete: „Und was ist jetzt mit der Milch?“ Fassungslosigkeit. Auf beiden Seiten. Aus unterschiedlichen Gründen.

Es gibt Situationen, in denen man Prioritäten setzen muss. Kind und Schlaf: Wichtig! Skorpion vor der Schlaffzimmertür: Unwichtig! Eigentlich nicht, aber Schlafmangel macht das mit einem. Es gibt nachts nur schwarz und weiß und ein Ziel: Schlaf. Skorpione sind dann egal. Ein Problem nach dem anderen.

Nach drei Stunden schlief unsere Tochter schließlich zwischen uns ein. Nach Schreiattacken und Kauderwelsch war sie noch eine Weile hellwach und plötzlich im Spielmodus, danach brauchte sie noch anderthalb Stunden, um endlich in den Schlaf zu kommen. Die Milch wollte sie übrigens nicht. Sie drangsallierte uns noch ein wenig mit Tritten und schnarchte irgendwann selig. Da war es schon hell. Im Vatikan habe ich nicht mehr angerufen. Leider hatten wir kein WLAN und die Nummer habe ich nicht gespeichert. Kommt aber auf meine To-Do-List. Wichtig war nur, dass sie sich irgendwann beruhigt hatte und am nächsten Morgen gut gelaunt aufwachte und ganz die „Alte“ war. Allerdings fing ich dann an, mir Sorgen um das Thema „Skorpione“ zu machen.

Serien-Charts für gestresste Eltern

Serienjunkies aufgepasst: Hier gibt es die aktuellen Charts für gestresste Eltern. Ob Drama, Comedy, Sitcom, Thriller oder Dramedy – für jeden Geschmack und jede Situation ist etwas dabei! Breischlachten, Windelalarm oder Heulattacke! Es gibt hierbei definitiv keine SPOILER!

Desperate Housewives
House of farts
Mommy in the middle
Lost
Homeland
The walking Dad
Baking Bread
The Breier
Babys of anarchy
The good wife
How I fed your brother
Circus Halligalli
Das AA-Team
The big burp theory
Eine schrecklich nette Familie
Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Berlin Tag und Nacht
Modern family