Blogger fragen – Muddi antwortet

Es gibt Dinge zwischen dem echten Leben und der virtuellen Blogger-Blase, von denen ich anfangs keine Ahnung hatte. So wusste ich bei meiner ersten Nominierung zum „Liebster-Award“ gar nicht, was das überhaupt soll und was es damit auf sich hat. Ein Preis für mich? Von wem? Warum? Die ersten Nominierungen habe ich deswegen einfach mal ignoriert. Nicht die feine Art, aber ich wusste damit nichts anzufangen. Jetzt weiß ich: Der Liebster-Award ist quasi ein fiktiver Preis, der von Blogger zu Blogger als Art Kettenbrief vergeben wird. Man nominiert Blogs, die man gerne liest, beantwortet die Fragen von der Person, die einen nominiert hat und gibt dann den Staffelstab an andere Blogger weiter.

Ich denke, dass es nun an der Zeit ist, den Liebster-Award auch mal anzunehmen. Denn ich wurde von zwei ganz tollen Bloggern nominiert. Einmal von Anni mit ihrem wunderbaren Familien-Blog Marmeladenschuh und einmal von Kimi, die mit ihrem Kreativ-Blog kitoremi begeistert. Beide haben mir Fragen gestellt:

Hier die Fragen von Anni:

1. Welches Mama-Tool hast du IMMER dabei?
Feuchttücher und Quetschies. Dann ist man eigentlich für jede Situation gewappnet. Mehr braucht man nicht. Gut, vielleicht noch Windeln.

2. Die größte Herausforderung des Elternseins ist …. ?
Mit der Umstellung klar zu kommen. Von der Einsam- und Zweisamkeit zum Leben zu dritt. Was es tatsächlich bedeutet, nicht mehr alleine zu sein, merkt man erst nach ein paar Wochen. Es ist wunderschön und mega beängstigend zugleich. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es das Allerbeste.

3. Was magst Du eigentlich nicht besonders, hast es aber bisher ungern mitgeteilt?
…am Elternsein oder generell? Also am Elternsein ist es definitiv die Sache mit dem Schlaf bzw. dem fehlenden Schlaf. Ich träume regelrecht vom Ausschlafen. Einfach mal ohne Unterbrechung so lange schlafen am Wochenende wie ich möchte. Ansonsten war ich kein besonders großer Still-Fan. Ich hab es gemacht, weil es gut fürs Kind ist. Manchmal war es auch ganz kuschelig, aber so knorke fand ich es generell nicht. Ich hab es zwischendurch einfach nur als ziemlich großen Druck empfunden. In der Öffentlichkeit habe ich es gehasst und solche Situationen auch meist gemieden. Mit dem Fläschchen Milch am Abend find ich es jetzt manchmal sogar schöner und kuscheliger.

4. Welcher Duft erinnert Dich am ehesten an die Kindheit?
Dieser Geruch von Pommes und Chlor an einem heißen Tag im Freibad.

5. Was wolltest Du bei Deinen Kindern anders machen als Deine Eltern und machst es heute genau so?
Ich wollte konsequenter sein! Fail! Dieses süße Wesen tanzt uns schon jetzt auf der Nase rum.

6. Welches schöne Kompliment hast Du zu Deiner Mama-Leistung schon mal bekommen und von wem?
Für mich ist das keine extra Leistung, Mama zu sein. Ich bin halt Muddi. So wie mein Mann eben Papa ist. Wir versuchen einen guten Job zu machen. Wenn mein Mann auf meine Tochter zeigt und mir sagt: „Da hat dich aber jemand unglaublich lieb!“ Oder, wenn sie mich ganz feste umarmt. Das ist das schönste Kompliment. Diese Liebe zu spüren.

7. Was war Deine dunkelste Mama-Stunde?
Da gab es die eine oder andere düstere Stunde während der ersten Wochen nach der Geburt, in denen unser Kind sehr sehr viel geschrien hat. Da hatte ich so kurz mal einen Anflug von regretting Motherhood. Danach schämt man sich dafür. Aber jeder, der das mal erlebt hat, weiß wovon ich rede.

8. Hast Du einen super Kinderbuch-Tipp?
Ich liebe die Pepe & Milli Bücher. Die sind soo süß gemacht und meine Tochter liebt sie.

9. Was liebst Du am Bloggen besonders?
Einfach so zu schreiben, wie ich denke. Genial. Keine Schere im Kopf. Ich kann freier schreiben, als für die Zeitung.

10. Und was nervt Dich daran am meisten ab?
Diese Blogger-Blase nervt mich manchmal sehr. Ich finde, dass sich Blogger oft zu sehr um sich selbst drehen. Ich finde eine gute Balance wichtig. Bei mir sollen die Geschichten und Artikel im Vordergrund stehen und nicht, ob ich heute Kopfschmerzen hab oder nicht. Deswegen mache ich solche Selbst-Interviews auch nicht so oft mit. Klar, muss man sich als Blogger vorstellen, aber so interessant bin ich dann auch nicht, dass ich jeden Mittag mein Essen fotografieren oder ein Selfie posten muss.

11. Was war die sinnloseste Anschaffung von der Du dachtest, sie als Mama zu brauchen?
Der Laufstall. Der kam einfach zu spät. Wir hatten eine Wiege und ein Gitterbettchen. Das reicht eigentlich. Völlig überbewertet sind auch Babykostwärmer.

Hier die Fragen von Kimi:

1) Gibt es eine Geschichte hinter deinem Profilbild?
Es war ein Selfie mit dem iPad. Ich hatte meine Tochter auf dem Arm und sie hat neugierig auf den Bildschirm geguckt. Dabei sind sehr schöne Fotos entstanden. Allerdings soll man uns gar nicht so genau erkennen. Denn Fotos von meiner Tochter wird es auf dem Blog nicht geben. Höchstens sehr verfremdet. Privatsphäre ist mir sehr wichtig.

2) Planst du deine Blogbeiträge oder entstehen die spontan?
Ich habe anfangs erst ganz viel geschrieben und dann den Blog direkt mit zehn Artikeln gestartet. Manchmal plane ich noch, aber sehr selten. Ich bin eine Impuls-Bloggerin. Brenn ich für ein Thema, dann muss ich dazu schreiben. Das ist so toll am Bloggen.

3) Bist du ein Selbermacher oder hast du zwei linke Hände?
Sowohl als auch;)) Ich versuche alles erst einmal selbst. Ob es dann gut wird, ist eine andere Sache. Beim Streichen des Kinderzimmers war ich so semi erfolgreich und meine ersten Cupcakes wurden von meinem Mann liebevoll Kackcakes genannt. Ich mach meistens einfach. Lange einlesen oder Anleitungen angucken, ist nicht so mein Ding. Das rächt sich dann manchmal auch.

4) Welches Buch liest du gerade?
Ich lese nun schon sehr lange das Buch „Galveston“. Das ist ein Roman von Nic Pizzolatto, dem Drehbuchautor der HBO-Serie True Detective, die ich sehr toll finde. Das Buch ist sehr gut, aber mega düster und beklemmend. Deswegen habe ich es erstmal zur Seite gelegt. Ich muss erst wieder in Stimmung sein. Ansonsten lese ich unheimlich viel online. Am liebsten Artikel der NY Times. Ich koche auch deren Rezepte nach. Ich liebe diese Zeitung einfach.

5) Gibt es Bücher, die du mehr als einmal gelesen hast? Welche?
Ja, Fight-Club habe ich zwei Mal gelesen. Ich habe eine handsignierte Ausgabe und bin großer Fan von Chuck Palahniuk. Auch, wenn ich einige seiner Werke nicht weiter lesen konnte, weil sie so verstörend waren. Scheint bei mir Methode zu haben.

6) Gehst du lieber ins Theater oder ins Kino?
Ganz ehrlich? Ich sitze am liebsten auf dem Sofa und schaue Serien bei Netflix und Co.. Serien wie Mad Men, Breaking Bad oder auch wie The Affair oder Bloodline sind wie zwölf Stunden lange Arthouse-Filme. Besser wird es nicht. Deswegen wird an Leuten wie mir die Kino-Industrie wohl zugrunde gehen.

7) Was hast du dir zuletzt im Theater oder im Kino angesehen?
Das ist noch gar nicht so lange her. Der Film hieß „Der große Trip – Wild“ mit Reese Witherspoon und handelt von einer Frau, die sich auf eine lange Wanderung begibt. Ich habe das Buch vorher gelesen und war begeistert.

8) Wie stehst du zur Kunst?
Gut;) Ich kann zumindest Rothko von Monet unterscheiden. Mit Kind geht man nicht mehr so häufig in die großen Ausstellungen. Als ich mal in Paris war, habe ich einen ganzen Tag im Louvre verbracht, obwohl das Wetter fantastisch war und ich nur zwei Tage in der Stadt hatte. Es war herrlich.

9) Hast du ein Lieblingszitat? Welches?
„Today, the weather is awesome“. Das hat mir Chuck Palahniuk auf die zweite Seite von „Fight Club“ geschrieben und ich weiß bis heute nicht, ob er mich einfach nur verarschen wollte damit. Aber ich mag so einen Humor.

10) Hattest du schon mal eine gruselige Begebenheit? 
Zählt die Geburt? Scherz beiseite. Ich hatte schon mal so einen Moment, in dem jemand von einer verstorbenen Person erzählt hat und abrupt die Kerze auf dem Tisch ausgegangen ist. Das fand ich spooky. Dafür gibt es aber sicherlich eine gute Erklärung. Zum Beispiel Wind;)

11) Gibt es einen Traum, den du unbedingt verwirklichen möchtest? Verrätst du ihn mir?
Einen hab ich mir in diesem Jahr verwirklicht: Ich habe den Sänger meiner Lieblingsband getroffen. Aber es gibt noch einen weiteren großen Traum, den erzähle ich nicht. Sonst klappt es nicht. Außerdem ist der ein bisschen naiv und peinlich.

Ich nominieren hiermit folgende Blogs für den Liebster-Award:
Mama geht online
Mutterseelesonnig
Frau Rabe
Lächeln und Winken
Wundermädchen

Das sind meine Fragen:

  1. Welche Serie beschreibt deinen Alltag am besten?
  2. Bier oder Prosecco?
  3. Erstes Reiseziel mit Kind?
  4. Letztes Reiseziel ohne Kind?
  5. Das coolste am Muddi-Sein?
  6. Der schlimmste Tag als Muddi?
  7. Was bedeutet Vereinbarkeit für dich?
  8. Hattest du schon Regretting-Motherhood-Momente?
  9. Welche Musik läuft an einem guten Tag?
  10. Was liest du bei anderen Blogs am liebsten?
  11. Was machst du an einem freien Tag ohne Kind?

Und hier nochmal die Liebster-Award-Regeln

Danke der Person, die dich für den Liebster-Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
Beantworte alle 11 Fragen, die dir der Blogger stellt, der dich nominiert hat.
Nominiere 5 – 11 weitere Blogger für den Liebster-Award.
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
Schreibe diese Regeln in deinen Artikel über den Liebster-Award.
Informiere die von dir nominierten Blogger über deinen Artikel.

Ich freue mich, wenn ihr mitmacht und bin super gespannt auf eure Antworten!

In eigener Sache: Ich blogge, also spinne ich?

Früher oder später musste es in meiner zarten Blogger-Karriere ja so kommen: Ich mache bei einer Blogparade mit. Thema: Mein Blog, Dein Blog, Unsere Blogosphäre  (#bloggerhausen). Ins Leben gerufen wurde das Thema von Terrorpüppi mit ihrem tollen und sehr lesenswerten Blog.

Warum blogge ich also? Was steckt dahinter… Profilneurose? Unbändiger Mitteilungsdrang? Zu viel Zeit? Keine Freunde? Zu viel Sido gehört? Eigentlich ging es bei mir immer ums Schreiben. Viele Texte waren schon da, bevor ich überhaupt wusste, dass ich jemals „Noch ne Muddi“ starten würde. Die Kleine war da, die erste krasse Zeit war vorbei und diese ganzen Dinge, die da auf mich einprasselten, wollten raus. Also schrieb ich mir die Finger wund. Gedichte, Anekdoten, kurze Geschichten, Episoden. Über das Leben als Muddi. Über komische Begebenheiten. Skurrile Erlebnisse. Nachdenkliches. Den Alltag mit Kind.

Im Job war ich zuletzt – trotz Festanstellung bei einer Zeitung – nicht mehr so viel zum Schreiben gekommen. Die Journalistin in mir wollte aber nicht länger ruhen. Also raus damit. Anfangs nur für mich. Dann hat mein Mann mit gelesen. Nach sechs Monaten habe ich die Seite gestaltet. Dann wieder Zweifel. Interessiert das überhaupt eine Sau, was ich über das Muddi-Dasein schreibe. Ist das peinlich? Gebe ich zu viel preis?

Dann hätte ich fast einen Rückzieher gemacht und die Seite wieder gelöscht, die ich schon mit ersten Texten befüllt und eingerichtet hatte. Doch nach zwei weiteren Monaten gab ich mir einen Ruck. Warum nicht. Ich muss es versuchen. Vielleicht gefällt es mir – vielleicht aber auch nicht. Wenn ich es nicht mache, dann werde ich es wohl nie erfahren. Viele Texte waren schon da. Manche – zu intime Artikel – habe ich nicht veröffentlicht. Die schlummern auf meinem iPad und da werden sie auch bleiben. Für mich. Für später. Denn eines sollte mein Blog nie sein: kompletter Seelenstriptease. Mein Blogger-Motto: Ich erzähle das, was ich auch auf einer Party erzählen würde. Kann sein, dass ich manche Geschichten eher leicht angetrunken in schummeriger Atmosphäre erzählen würde. Somit gibt es auch ernste Themen und persönliche Einblicke. Aber eine gewisse Grenze möchte ich nicht überschreiten. Einen Echtzeit-Geburtsbericht gibt es hier nicht. Auch keine Fotos von unserer Tochter. Einfach nur Geschichten aus dem Leben einer Muddi, die gerne schreibt.

Und? Es macht mir Spaß und es freut mich, dass es Leute gibt, die das wirklich lesen und sogar nette Kommentare hinterlassen. Keine Ahnung, wie lange ich bloggen werde. Vielleicht wird mein Blog auch irgendwann wieder privat. Mal sehen! Aber für jetzt sage ich: Coole Sache!

So, jetzt muss ich noch Fragen beantworten:

Beschreibe deinen Blog in drei Worten
Offen. Skurril. Rock’n’Roll

Beschreibe dich als Bloggerin in zwei Sätzen
Noch ne Muddi, die über Muddi-Dinge bloggt – dabei manchmal von Gin Tonic träumt und sich auch mal eine Nacht ganz alleine im Hotel wünscht.

In welchen Situationen und welchen Menschen erzählst du außerhalb des Internets von deinem Blog?
Viele liebe Menschen wissen von dem Blog, aber ich erzähle nicht groß davon.

Welchen Blog – abgesehen von deinem eigenen – würdest du mir als allererstes empfehlen wollen?
Ich mag den Schreibstil und die entwaffnende Offenheit von kiddo.the.kid. Ich lese aber auch gerne Seit Du da bist, weil es sich auch um einen kleinen, recht neuen Blog handelt und ich mich häufig wiedererkenne.

Welchen Blogger oder welche Bloggerin möchtest du gerne mal im richtigen Leben kennenlernen?
Eigentlich mag ich die Tatsache, dass man die Blogger nur so kennt, wie sie sich online präsentieren. Es entzaubert vielleicht einen Blog auch, wenn man die Person dahinter treffen würde. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann vielleicht die Blogger von „Ich bin dein Vatter„.

Wenn du dir aussuchen könntest, mit jemanden ein Interview auf deinem Blog zu führen – egal mit wem – wer wäre das?
Brad Pitt: Sieben Kinder und offensichtlich die falsche Frau;) – das bietet doch Gesprächsstoff.

Welche Art von Beiträgen liest du gerne auf anderen Blogs?
Situationskomik. Skurrile Begebenheiten aus dem Alltag. Ehrliche Erfahrungsberichte.

Welche Art von Beiträgen magst du überhaupt nicht gerne auf anderen Blogs lesen?
Selbstbeweihräucherung a lá Chakka-Seht-Her-Ich-Wuppe-Kind-und-Karriere-Backe-Nähe-Blogge-Twittere-Bin-Supermuddi. Ultra detaillierte 1000-Zeilen-Geburtsberichte (ich bewundere den Mut und frage mich, ob man das nicht irgendwann bereut, aber es interessiert mich nicht).

Was hast du dich beim Bloggen schon „immer“ gefragt?
Liest das wirklich jemand?

Was würdest du Blogger-Neulingen raten?
Meldet euch nicht bei Twitter an.

Was wünscht du dir für das Miteinander in der Blogosphäre?
Immer schön geschmeidig bleiben.