#regrettingbloggerhood: Vom Lieben und Bereuen…

Blogger-Burnout? Zu viel Druck? Panik vor einem verbalen Fäkalien-Hagel im Netz oder Lästereien in der realen Welt? Oder sind es einfach nur Bedenken, zu viel von sich und seiner Familie preis zu geben? Diese Fragen haben mich bei meiner Blogparade zum Thema #regrettingbloggerhood beschäftigt. Ich wollte wissen, wie es anderen Bloggern damit geht. Sind es eher Zweifel oder bereuen sie tatsächlich manchmal das Bloggen? 

Muddi hat gefragt und 31 Blogger haben geantwortet! Die super Resonanz hat mich total umgehauen! Die Blogparade bereue ich somit schon mal nicht. 

Was fast alle 31 Artikel gemeinsam hatten: Alle lieben es zu bloggen und wollen es auch nicht aufgeben. Viele sehen das Schreiben als kreatives Outlet oder als Ausgleich zum Alltag. Einige auch als virtuelles Zeitzeugnis – als Tagebuch, welches sie ihren Kindern einmal hinterlassen. Vielen gehen dabei ähnliche Grundgedanken durch den Kopf:

  • Warum mache ich das eigentlich?
  • Wie viel Öffentlichkeit kann ich meinem Umfeld, aber auch mir selbst zumuten?
  • Soll ich Fotos von den Kindern veröffentlichen? 
  • Schreibe ich für mich oder für meine Statistik?
  • Wie professionell möchte ich das Bloggen betreiben?

Da ich es schwierig finde, 31 Texte von tollen Bloggern hier mal eben zusammenzufassen und hinterher doch nur eine Linksammlung zu präsentieren, habe ich mich dazu entschlossen, die für mich besten und interessantesten Zitate zum Thema einmal vorzustellen. 

#regrettingbloggerhood in Zitaten: 


„Und es macht mir Angst. Denn will ich die gläserne Mutter sein? Ist mir mein Leben nicht zu wertvoll, zu heilig, mein Glück nicht zu filigran, meine Gefühle nicht zu zart, als das jeder sie durch seine Finger drehen kann?“ (Miriam von Emil & Ida)


„Was ich schreibe ist real, genau so passiert, doch es ist nur ein Teil von mir. Ich möchte nicht alles im Internet zeigen und diskutieren.“ (Sarah von Mamaskind)


„Ich beschreibe Szenen und lustige Momente in Artikeln und lasse euch in meinen Alltag schauen. Ich sammle damit jedoch auch für später. (…) Eines Tages, das weiß ich, werde ich all diese Geschichten bündeln und werde sie den Kindern mitgeben.“ (Alu von Grosse Köpfe)


„Aber mit dem Blog kommt die Leserschaft und mit ihr halt auch ein gewisser Druck regelmäßig Content zu produzieren.“  (Perlenmama)


„Unbequeme Kommentare und Kritik kommen zwangsläufig. Wenn ich das nicht vertragen würde, bräuchte ich mit dem Bloggen erst gar nicht beginnen.“ (Anke von Mama geht online)


„Ich muss euch nicht alles mitteilen, worüber ich nachdenke, mich aufrege oder amüsiere. Mein Leben wird nicht gewaltsam von irgendjemand anderem an die Öffentlichkeit gezerrt, sondern ich bestimmte selbst, was ich veröffentliche.“ (Steffi von Kiwimama)


„Ich bereue nicht die zermürbende, anstrengende Arbeit von früher, nicht die Leute von früher, nicht meine Kinder, nicht meinen Weg mit Ihnen, nicht meinen Blog und auch nicht, dass ich darüber schreibe.“ (Kathrin von ÖkoHippieRabenmutter)


„Aber meine Schere gibt es doch. Die Welt um mich herum ist es, die mich manchmal am Bloggen zweifeln lässt. Nicht die kleine Welt, die große. In der Kinder verdursten, in der Menschen sich auf Schlauchbooten übers Meer fahren lassen, in der Beiträge über Familien in ausgebombten Straßenzügen hämische Kommentare ernten und in der der Rassismus wieder salonfähig geworden ist. Das Internet ist zu einem Ort des Hasses geworden. Kann man hier noch Frühjahrsdiäten posten oder Strickmodelle?“ (Sabine von Fadenvogel)


„Ich schreibe über Kinderzeug, aber das ist mein Leben und das ist das einzige was ich gut kann.“ (Lisa von Mama kreativ)


„Meine Leser sehen nur Ausschnitte. Das gilt auch für die Themenwahl. Alles, was ich schreibe, dürfen auch Nachbarn oder Kollegen lesen. Habe ich dabei ein schlechtes Gefühl, ist die Idee für den Post gestorben.“ (Regine von Raise and Shine)


„Keine privaten Probleme, keine intimen und vertrauten Gespräche. Ich werde weder ein Foto meiner Tochter, noch meines Mannes posten, denn  ihre Privatsphäre ist mir heilig.“  (Anna von Never looked so beautiful)


„Und dann, ja dann beschleicht mich eben manchmal das Gefühl es einfach zu lassen. Dann bereue ich es tatsächlich ein klitzekleines bisschen zu bloggen.“ (Kerstin von 30 rockt!!!)


„Im Großen und Ganzen ist ein Blog immer etwas sehr Persönliches, und es lauert tendenziell an jeder Ecke die Gefahr: wenn man meinen Blog nicht mag, dann mag auch mich keiner. Weil Blog = Ich.“  (Ani von a83)


„Ich stehe zu allem, was ich je gebloggt habe. Die Motzereien über Claire, meine Ängste, Sorgen und Zweifel, mein Ärger mit der Mutterrolle. Diese Beiträge dokumentieren den Prozess, den ich gebraucht habe, um an den Punkt zu kommen, meine Mutterrolle zu akzeptieren.“  (Yasmin von Die Rabenmutti)


„Natürlich habe ich bei bestimmten Themen ‚Angst‘ , dass ‚die falschen Personen‘ mitlesen und mich vielleicht drauf ansprechen / verurteilen oder was auch immer.Doch genau diese Themen, bei denen ich diese Angst verspüre , veröffentliche ich lieber auf anderen Blogs.“ (Lisa von Geborgen und geliebt)


„Wenn ich keine Lust mehr hab oder anders angefeindet werde, dann lass ich es eben. Deswegen habe ich auch keine Angst davor auch mal problematische Themen abzureißen.“ (Ludwig von Becherwürfel


„Angst machen mir die Dämonen, die im Dunkel der Ecke lauern und nur darauf warten, zuzubeißen. Wer ist da draußen? (…) Manchmal, in dunklen Momenten, da bereue ich das Bloggen. Manchmal, da möchte ich alles hinwerfen. Manchmal werde ich beinahe paranoid und setze alle „kritischen“ Beiträge auf „privat“, nur um sie später doch wieder zu veröffentlichen.“  (Larissa von No Robots Magazine)


„Zum Bloggen fehlt mir meist die Energie. Die Antriebslosigkeit wird wiederum verstärkt durch die wachsenden Zweifel: Warum das Ganze? Ein Teufelskreis.“ (Daddy Dahoam)


„Tatsächlich habe ich kurz überlegt, mit dem Bloggen aufzuhören, als ich mitbekommen habe, dass mein Vater mitliest, mit dem ich seit vielen Jahren keinen Kontakt habe. Es hat mich gestört (und das tut es auch heute noch), dass er auf diesem Wege so viel über mein Leben erfährt, ohne sich die Mühe machen zu müssen, tatsächlich mit mir in Kontakt zu treten.“ (Biene von Klitze-kleine Dinge)


„Natürlich schreibe ich nicht über jedes persönliche Detail, über jede persönliche Anekdote, sondern wäge sorgfältig ab, was öffentlich vertretbar ist und was eventuell nicht. Auf der Straße oder im Hausflur weiß ich doch auch, wem ich was erzählen möchte.“ (Tobias von Weddinger Berg)


„Meine Blogbeiträge sind nicht nur für mich Erinnerungen an meine Erfahrungen als junge Mama, sondern auch wunderschöne Geschichten über die Entwicklungsschritte meiner Tochter.“  (Steffi von Mami und ich)


„Ich fragte mich nach jedem Post „So – und wer hasst mich jetzt?“ Ja, ich hätte fast das Handtuch geworfen, wenn ich das Schreiben nicht so sehr Lieben würde.“ (Marsha von Mutter und Söhnchen)


„Man kann nicht von allen geliebt werden und es auch nicht allen recht machen und das ist gut so. Das Schöne an Blogs wie in vielem im Leben ist ja: man kann sie auch ignorieren…“ (Lorelai von Mama mal 2)


„Beim Blick in meine Statistik möchte ich dann manchmal schon alles hinschmeißen. Aber bereue ich das Bloggen deshalb gleich?NEIN.“  (Kerstin von Mamahoi)


„Wer weiß wohin wir ´treiben´ werden mit diesem Blog…So viele Ideen die es noch zu verwirklichen gibt. Doch alles zu seiner Zeit! Kein Stress, kein Zwang, keine Hektik!“ (Nadine von  OffshorePapaOnlineMama)


„Es gibt nichts zu bereuen. Denn, was ich schreibe, schreibe ich bewusst. Ich weiß, was es in mir auslöst. Ich ahne, welche Feuer es entfacht, wie heiß und glühend die Glut ist, und wieviel Asche es hinterlässt.“ (Juliane von einfach nur sein)


„Die Kunst des Bloggens liegt vermutlich ohnehin darin, einen Eindruck von ganz viel Nähe zu vermitteln – ohne die teils ja sehr große Leserschaft zu nah an und in das eigene Leben zu lassen.“ (Sophie von Kinder haben…und glücklich leben)


„Ständig um neue Leser bemüht fühle ich mich wie in einem Hamsterrad und der Blick auf meine Klickraten macht mich manchmal mürbe. Dennoch: ich schreibe einfach gerne, und das auch für ein kleines Publikum.“ (Laura von Heute ist Musik)


„…ich bereue es, zu wenig zu bloggen! Denn alles was ich hier über mich und meine Projekte erzähle unterliegt meiner Kontrolle. (…) Alle Beiträge spiegeln meine Interessen wieder und ich hinterlasse damit Spuren.“ (Stefan von stefan-graf.com


„Manchmal wünschte ich mir, den Blog anders aufgezogen zu haben. Weniger emotional und persönlich. Ich sehe das Glas oft halb leer, obwohl ich dadurch nicht unglücklich bin.“ (Sabine von Daheim und mehr)


Bei aller Anonymität, die ich mir bewahre, bin es doch ich, die hier schreibt. Mein Blog spiegelt mein Leben wieder und wer hier regelmäßig liest kennt mich wahrscheinlich besser, als mir bewußt, oder lieb ist.“ (Andrea von Kinderalltag)


 

Ich danke Euch nochmal fürs Mitmachen. Es sind so tolle Texte entstanden und es macht mich ein bisschen stolz, dass wir gemeinsam eine echt einzigartige Sammlung zusammen getragen haben. Mit so vielen verschiedenen Facetten und Herangehensweisen. Super auch: Es gab auch etliche Teilnehmer, die nichts mit dem Thema „Familie“ zu tun haben. Das gab nochmal interessante Einblicke! 

Da das Thema gerade wieder an anderer Stelle eifrig diskutiert wird, bleibt es aktuell!

In diesem Sinne: Je ne regrette rien! Immer schön weiter machen! Rockt die Bloggerie! 

Andere Blogs, andere Muddis…

So, liebe Leserinnen und Leser, es ist soweit: Die Blogparade „Mein Blog, dein Blog, unsere Blogosphäre“ #Bloggerhausen geht in die zweite Runde. Für den zweiten Teil hat Jessi von Terrorpüppi alle teilnehmenden Blogs in einen Topf geworfen und ausgelost, welche Blogs sich näher miteinander beschäftigen sollen. Diese Vorstellungsrunde der anderen Blogs steht nun an.

Dabei sollen wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • Beschreibe die anderen Blogs. Wie wirken sie auf dich? Was charakterisiert sie?
  • Welche tollen Beiträge hast du entdecken können?
  • Was magst du besonders an den teilnehmenden Blogs?
  • Hast du vielleicht Vorschläge für einzelne Blogger, was gut zu ihren Blogs passen könnte?

Folgende Blogs hab ich mal etwas genauer unter die Lupe genommen:

MomsOffice

Zwei Jungen, ein Mann, ein Rudel Vierbeiner – so die kurze Beschreibung von Sam. Viel mehr erfährt man über sie allerdings nicht. Der Blog von Sam wirkt unaufgeregt und bodenständig. Sie schreibt über das, was sie gerade bewegt. Dabei ist sie herrlich unprätentiös. Sie ist einfach sie selbst und gibt nicht vor Expertin, Supermom oder irgendetwas anderes zu sein, außer sie selbst. Hat sie gerade kein Thema oder keine Zeit, dann bloggt sie auch mal ein paar Wochen nicht. Was mir wiederum sympathisch ist, weil sie sich anscheinend nicht unter Druck setzen lässt und einfach nach Lust und Laune schreibt und nicht, weil sie muss.

Ihre Themenauswahl ist sehr unterschiedlich. Ob Alltagsdinge oder aktuelle Diskussionen. Sie selbst beschreibt ihre Themen so: Kinder, Erziehung und Schule, Gesundfutter vs. Fastfood, Job, Arbeitslosigkeit und Selbstständigkeit, Partnerschaft und Ehekrisen, Trennungen und Neuanfang in allen Bereichen. Sie schreibt offen und ehrlich. Gut gefallen hat mir ihr Beitrag zu #regrettingmotherhood. Weil sie hier mal eine andere Seite beleuchtet und das Thema nochmal aufarbeitet, für alle, die nicht im Thema sind.

Schönstes Zitat: „Meine Kinder sind nicht mein Leben, das wird mir mit jedem Jahr, das sie älter werden, bewusster. Aber sie sind ein großer Teil davon, den ich niemals bereuen werde!“

Die Optik des Blogs ist sehr schlicht gehalten. Es gibt im Haupt-Menü nur zwei Punkte. Dies lässt die Seite minimalistisch, aber auch übersichtlich wirken. Dafür ist die Sidebar sehr gut strukturiert. Man findet schnell, was man sucht.  Ein kleines Minus: Die Seite wird auf mobilen Endgeräten nicht richtig dargestellt. Vielleicht kann man das noch optimieren, weil es den Lesespaß auf dem iPad und Co. doch etwas mindert.

Bines Welt – eine Mama packt aus

Bine ist 33 Jahre alt und „Vollzeitmama mit Leidenschaft“. Mit ihrem Mann und Sonnenscheinsohn (geb. 2013) wohnt sie im Rhein-Kreis-Neuss. Ihre Hobbys sind: lesen, Musik hören, backen/kochen und fotografieren.

Bines Blog macht neugierig – verspricht sie doch interessante Einblicke. Sie schreibt über Rezepte, Erfahrungen, gibt Wochenrückblicke und generell viele Einblicke in ihren Tagesablauf. Manchmal sind auch praktische Themen dabei. Viele Fotos spicken ihre Beiträge. Sie lässt so die Leser an ihrem Familienleben teilhaben. Es geht dabei häufig um Alltagsdinge, die sicherlich vielen Lesern Impulse oder Anregungen geben. Auch Produktvorstellungen finden ihren Platz. Bine ist eine fleißige Bloggerin. Alle ein his zwei Tage gibt es einen neuen Artikel. Sie macht dabei auch häufig bei Blogreihen und Blogparaden mit. Interessant fand ich ihren Beitrag zum Thema Rooming-in im Krankenhaus nach der Geburt. Der Artikel war erfrischend ehrlich und zeigt auch mal die andere Seite der Medaille. Solche Artikel mag ich persönlich am liebsten. Toll finde ich auch den Text „Warum es mein Leben, mein Kind und meine Entscheidungen sind“. Sie schreibt sich den Frust von der Seele und der Leser merkt das mit jedem Wort. Offen und ehrlich.

Schönstes Zitat: „Für alle da draußen, die meinen Mütter und Hausfrauen ständig für dumm zu verkaufen und ungefragt ihren Senf zu allen Mütterthemen geben zu müssen, denen sage ich „Klappe halten“. Jede Mutter hat ihren Stil und einen gesunden Instinkt.“

Optisch ist Bines Blog sehr schlicht. Ihre Rubriken sind übersichtlich. Aufgrund der vielen Fotos scrollt man sich manchmal einen Wolf, um zum nächsten Text zu kommen, aber das liegt an der Struktur der Seite und ist wohl nicht zu ändern und auch nur eine Kleinigkeit.

Mama on the rocks

MamaOTR alias Séverine (38) ist Medienmanagerin und selbstständig als Verlegerin und Journalistin tätig. Sie hat zwei Kinder LadyGaga (November 2009) und Copperfield (März 2014) und eine Schwäche für Whiskey on the rocks. Sie stellt sich und ihre Kinder sehr ausführlich auf ihrer Seite vor. Auf der Startseite bekommt man die Kurzfassung mit Bild, was sehr praktisch ist. Zur langen Version geht es hier.

MamaOTR ist schon ein alter Hase im Blogger-Business und gilt als feste Institution. Erste Beiträge stammen von 2009. Der Themenmix ist bunt. Es gibt viele Einblicke in ihr Leben und ihren Alltag mit den Kindern. Produkte werden auch vereinzelt getestet und es gibt auch kurzweilige Top-Ten-Listen. Dass sie mit Kritik umgehen kann, zeigt sie in ihrem Beitrag „Der gläserner Blogger“. Für mich sticht MamaOTR vor allem durch ihre erfrischend offene Schreibe hervor. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und vertritt offen ihre Meinung – auch, wenn diese nicht immer bequem ist. MamaOTR betreibt ihren Blog mit Passion und das merkt man. Besonders gefallen hat mir der Artikel „Blues. Baby. Babyblues!“ Ich mag diese Art von ehrlichen und derben Erfahrungsberichten mit viel Humor. Ich hätte gerne noch mehr davon. Sehr detaillierte Tagesabläufe sind hingegen nicht so meins, aber das ist eben Geschmackssache. Bei dem Mix ist für jeden etwas dabei. Witzig finde ich das aktuelle Quiz. MamaOTR ist viel bei Twitter und Co. unterwegs und insgesamt sehr präsent.

Schönstes Zitat: „Ich fühlte mich wie Neo, der in der Matrix ein Déjà-vu mit einer Katze hat und dabei die Matrix enttarnt. Diese Heulerei konnte nicht echt sein, das war nicht ich.“

Optisch ist die Seite gut strukturiert. Mir gefällt der Header und die Auswahl der Menüpunkte. Wie erwähnt, mag ich die Kurz-Bio mit Foto in der Sidebar. Für den Lesefluss und die Augen finde ich das Spiel mit Schriftgröße und Farbe etwas anstrengend. Groß, klein, fett, kursiv, rot, schwarz – mir ist das zu viel. Dennoch fällt der Blog so natürlich auch ins Auge.

In eigener Sache: Ich blogge, also spinne ich?

Früher oder später musste es in meiner zarten Blogger-Karriere ja so kommen: Ich mache bei einer Blogparade mit. Thema: Mein Blog, Dein Blog, Unsere Blogosphäre  (#bloggerhausen). Ins Leben gerufen wurde das Thema von Terrorpüppi mit ihrem tollen und sehr lesenswerten Blog.

Warum blogge ich also? Was steckt dahinter… Profilneurose? Unbändiger Mitteilungsdrang? Zu viel Zeit? Keine Freunde? Zu viel Sido gehört? Eigentlich ging es bei mir immer ums Schreiben. Viele Texte waren schon da, bevor ich überhaupt wusste, dass ich jemals „Noch ne Muddi“ starten würde. Die Kleine war da, die erste krasse Zeit war vorbei und diese ganzen Dinge, die da auf mich einprasselten, wollten raus. Also schrieb ich mir die Finger wund. Gedichte, Anekdoten, kurze Geschichten, Episoden. Über das Leben als Muddi. Über komische Begebenheiten. Skurrile Erlebnisse. Nachdenkliches. Den Alltag mit Kind.

Im Job war ich zuletzt – trotz Festanstellung bei einer Zeitung – nicht mehr so viel zum Schreiben gekommen. Die Journalistin in mir wollte aber nicht länger ruhen. Also raus damit. Anfangs nur für mich. Dann hat mein Mann mit gelesen. Nach sechs Monaten habe ich die Seite gestaltet. Dann wieder Zweifel. Interessiert das überhaupt eine Sau, was ich über das Muddi-Dasein schreibe. Ist das peinlich? Gebe ich zu viel preis?

Dann hätte ich fast einen Rückzieher gemacht und die Seite wieder gelöscht, die ich schon mit ersten Texten befüllt und eingerichtet hatte. Doch nach zwei weiteren Monaten gab ich mir einen Ruck. Warum nicht. Ich muss es versuchen. Vielleicht gefällt es mir – vielleicht aber auch nicht. Wenn ich es nicht mache, dann werde ich es wohl nie erfahren. Viele Texte waren schon da. Manche – zu intime Artikel – habe ich nicht veröffentlicht. Die schlummern auf meinem iPad und da werden sie auch bleiben. Für mich. Für später. Denn eines sollte mein Blog nie sein: kompletter Seelenstriptease. Mein Blogger-Motto: Ich erzähle das, was ich auch auf einer Party erzählen würde. Kann sein, dass ich manche Geschichten eher leicht angetrunken in schummeriger Atmosphäre erzählen würde. Somit gibt es auch ernste Themen und persönliche Einblicke. Aber eine gewisse Grenze möchte ich nicht überschreiten. Einen Echtzeit-Geburtsbericht gibt es hier nicht. Auch keine Fotos von unserer Tochter. Einfach nur Geschichten aus dem Leben einer Muddi, die gerne schreibt.

Und? Es macht mir Spaß und es freut mich, dass es Leute gibt, die das wirklich lesen und sogar nette Kommentare hinterlassen. Keine Ahnung, wie lange ich bloggen werde. Vielleicht wird mein Blog auch irgendwann wieder privat. Mal sehen! Aber für jetzt sage ich: Coole Sache!

So, jetzt muss ich noch Fragen beantworten:

Beschreibe deinen Blog in drei Worten
Offen. Skurril. Rock’n’Roll

Beschreibe dich als Bloggerin in zwei Sätzen
Noch ne Muddi, die über Muddi-Dinge bloggt – dabei manchmal von Gin Tonic träumt und sich auch mal eine Nacht ganz alleine im Hotel wünscht.

In welchen Situationen und welchen Menschen erzählst du außerhalb des Internets von deinem Blog?
Viele liebe Menschen wissen von dem Blog, aber ich erzähle nicht groß davon.

Welchen Blog – abgesehen von deinem eigenen – würdest du mir als allererstes empfehlen wollen?
Ich mag den Schreibstil und die entwaffnende Offenheit von kiddo.the.kid. Ich lese aber auch gerne Seit Du da bist, weil es sich auch um einen kleinen, recht neuen Blog handelt und ich mich häufig wiedererkenne.

Welchen Blogger oder welche Bloggerin möchtest du gerne mal im richtigen Leben kennenlernen?
Eigentlich mag ich die Tatsache, dass man die Blogger nur so kennt, wie sie sich online präsentieren. Es entzaubert vielleicht einen Blog auch, wenn man die Person dahinter treffen würde. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann vielleicht die Blogger von „Ich bin dein Vatter„.

Wenn du dir aussuchen könntest, mit jemanden ein Interview auf deinem Blog zu führen – egal mit wem – wer wäre das?
Brad Pitt: Sieben Kinder und offensichtlich die falsche Frau;) – das bietet doch Gesprächsstoff.

Welche Art von Beiträgen liest du gerne auf anderen Blogs?
Situationskomik. Skurrile Begebenheiten aus dem Alltag. Ehrliche Erfahrungsberichte.

Welche Art von Beiträgen magst du überhaupt nicht gerne auf anderen Blogs lesen?
Selbstbeweihräucherung a lá Chakka-Seht-Her-Ich-Wuppe-Kind-und-Karriere-Backe-Nähe-Blogge-Twittere-Bin-Supermuddi. Ultra detaillierte 1000-Zeilen-Geburtsberichte (ich bewundere den Mut und frage mich, ob man das nicht irgendwann bereut, aber es interessiert mich nicht).

Was hast du dich beim Bloggen schon „immer“ gefragt?
Liest das wirklich jemand?

Was würdest du Blogger-Neulingen raten?
Meldet euch nicht bei Twitter an.

Was wünscht du dir für das Miteinander in der Blogosphäre?
Immer schön geschmeidig bleiben.