Und plötzlich ist man zu dritt! Zwischen Schockstarre und Glücksgefühl

Eine liebe Freundin hat kürzlich ein Kind bekommen und vieles von dem, was sie so erzählt und fühlt, kommt mir sehr bekannt vor. Die Fragen, Ängste und die Verwirrung der ersten Zeit – plötzlich ist das alles wieder da. Sie hat irgendwann im angemerkt: „Du hast mir aber nicht erzählt, dass es am Anfang bei dir auch so war!“ Mmh! Echt nicht? Erst wollte ich direkt antworten: „Doch klar! Hab ich doch erzählt!“ Aber dann wurde mir klar, dass ich vielleicht doch einige Dinge verschwiegen habe. Denn: Ja, die Anfangszeit war nicht diese super happy Kuschelzeit, von der man immer so hört. War ich über alle Maßen glücklich in der Zeit? Geht so! Klar war ich froh, ein Kind zu haben, das gesund und munter ist. Klar war ich froh, die Geburt einigermaßen gut über die Bühne bekommen zu haben. Aber am Anfang war ich vor allem eines: im Schockzustand.

Denn wie krass ist es bitteschön, dass man von jetzt auf gleich zu dritt ist? Ich war nie die Schwangere, die mit ihrem Bauch geredet hat oder in den mega Nestbautrieb verfallen ist. Klar wusste ich, dass da bald ein Kind kommt, aber der Gedanke war irgendwie zu abstrakt und manchmal war die Vorstellung auch ein bisschen Akte-X-Alien-mässig. Einfach nicht vorstellbar.

Und dann hast du plötzlich ein Kind auf dem Arm und das gehört jetzt dir. Für immer. Aus zwei wird drei. Einfach so. Das Glücksgefühl wurde von Panik verdrängt. Für die Generation ‚mal sehen‘ ist ‚für immer‘ ne krasse Nummer. Ich war in Schock. Eine ganze Weile. Man hört immer, dass sich das Leben ändert, aber man weiß vorher nicht, wie es sich anfühlt. Und es ist ein Schock. Jetzt sage ich: Es war die beste Veränderung ever! Aber in dem Moment habe ich gedacht: What the fuck! Warum hat mir das keiner gesagt? Man denkt, das selbstbestimmte Leben hört auf.

Doch es wird besser. Man gewöhnt sich so schnell an das Leben zu dritt und an diese unglaublich krasse Verantwortung. Und schwupps ist das erste Jahr vorbei und aus dem Baby wird ein Kleinkind und man liegt nachts vor dem ersten Geburtstag der Tochter im Bett und verdrückt ein Tränchen. Exakt ein Jahr vorher habe ich Tränchen verdrückt, weil ich wollte, dass das erste Jahr endlich rum ist und alles etwas entspannter wird.

Und ja: Es wird entspannter. Weil man selbst entspannter wird. Letzte Nacht hatte ich von 3.30 Uhr bis 7 Uhr ein unruhiges Kind im Arm, das nicht schlafen konnte. Vor einem Jahr wäre ich vor Erschöpfung innerlich durchgedreht. Heute ist es mir egal. Dann schlaf ich eben mal eine Nacht nicht. Kein Weltuntergang. Es wird besser. Alles!

Also an alle Neu-Muddis da draußen: Durchhalten! Ihr schafft das! Es lohnt sich!

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3 Kommentare zu „Und plötzlich ist man zu dritt! Zwischen Schockstarre und Glücksgefühl

  1. Ich erzähle allen werdenden Eltern gerne die Geschichte als ich meine Frau und unser erstes Kind aus dem Krankenhaus abgeholt habe und wir es am ersten Abend zu zweit gerade mal schafften eine Pizza zu bestellen. Ich war mir damals sicher, dass wir bzw ich uns übernommen haben und es nie auf die Reihe bringen werden. Das Kind lebt immer noch und hat sogar Geschwister.

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