Zwei Könige & die Sache mit den Kindernamen

Ja, Leude ich weiß: Man lästert nicht über Kindernamen. Das ist super subjektiv und totale Geschmackssache und muss ja jeder selbst wissen und bla…Aber manchmal hört man einen Namen und denkt: Jetzt ernsthaft? Was zum Henker habt ihr euch dabei gedacht? Und dann würde mich wirklich interessieren, was die Geschichte hinter diesem Namen ist. Leider habe ich noch nie gefragt. Meistens hat man auch nicht die Gelegenheit, weil man so einen Namen nur irgendwo liest oder davon über Freunde und Bekannte hört. Aber auch, wenn man den Eltern direkt gegenüber stehen würde: Tut man irgendwie nicht. So aus Höflichkeit und so. Denn niemand will nach der Geburt des Kindes sparsame Blicke und doofe Kommentare bezüglich des Namens ernten.

Aber: Come on! 

Es gibt ein aktuelles Beispiel, welches mich umtreibt und mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet: Ich hörte von einem Paar, das den erstgeborenen Sohn“Caspar“genannt hat. Soweit so unspektakulär. Süßer Name. Durchaus gängig. Kein Thema. Die besagten Eltern haben aber kürzlich noch einen zweiten Sohn bekommen und dieser heißt…..Trommelwirbel….Melchior. Kein Witz. Ich meine (und den Namen selbst bewerte ich hier gar nicht, sondern den Zusammenhang): Die haben doch jetzt ein ernsthaftes Problem. Denn: Die MÜSSEN doch jetzt einen dritten Sohn bekommen und diesen Balthasar nennen. Oder sollen die Kinder Caspar, Melchior und Anton heißen? Und was passiert, wenn als nächstes ein Mädchen kommt? Vielleicht bleibt es auch bei Caspar und Melchior. Und dann? Es wirkt unvollendet. So oder so: Ich bin verwirrt.

Wie läuft wohl so eine Namensfindung ab? Die Beiden standen am 6. Januar* vor einer Krippe rum und hatten plötzlich einen Geistesblitz? Oder hat der Stern von Betlehem ihnen ein Zeichen gegeben? Oder Gott himself? Haben die das schon beim ersten Kind festgelegt? Wie ihr seht: Ich habe 1000 Fragen. Es lässt mich nicht los. Vielleicht steigere ich mich da auch rein. Ich möchte es nur verstehen.

Grausame Kinder?

Sicherlich ist es ein abgedroschenes Argument, dass Kinder grausam sind und Eltern deswegen vielleicht bei der Namenswahl nicht zu sehr den Schalk oder Gott im Nacken haben sollten. Da ich allerdings selbst wegen meines Nachnamens als Kind gehänselt wurde, sehe ich die Sache etwas anders. Ich fand es ätzend. Richtig richtig ätzend. Deswegen war es auch sehr ok für mich, meinen Mädchennamen nach der Hochzeit nicht zu behalten. Denn so ein Scheiß sitzt tief. Das sollte man vielleicht im Hinterkopf haben. Denn vielen Eltern ist es anscheinend super wichtig, dass die eigenen Kinder auf gar keinen Fall so heißen wie andere Kinder.

Ich heiße Kristina. Ein Allerweltsname. In den 90ern hießen sehr viele Kinder so. Als ich einmal beim Kieferorthopäden mit Vornamen aufgerufen wurde, sind vier Mädchen gleichzeitig aufgesprungen. Ich fand das damals cool. Ich war 13 und wollte nicht anders sein. Mein Nachname war schon anders. Ich fand es toll, einen normalen Vornamen zu haben, den auch mehrere Freundinnen von mir trugen. Wir konnten uns ja immer noch mit unseren Spitznamen auseinander halten. Und das taten wir.

Ich glaube Kinder wollen keinen super special Sondernamen. Eltern wollen das. Vielleicht aus guten Gründen. Vielleicht gibt es eine besondere Geschichte. Aber in den meisten Fällen werde ich es wohl nie erfahren. Doch an den zwei heiligen Königen bleibe ich dran. Versprochen!

 

*die Taufe von Melchior hat tatsächlich am 6. Januar statt gefunden. 

 

 

 

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4 Kommentare zu „Zwei Könige & die Sache mit den Kindernamen

  1. Namen machen Leute, das ist leider so. Mein Name, sowohl Vor- als auch Nachname, hat mich immer geärgert und mir so schrecklich viel Spott eingebracht. Selbst an der Uni, wo ja die Kinder nun angeblich schon etwas größer sind, wird gekichert, wenn der Dozent meinen Nachnamen vorliest. An den Vornamen hab ich mich gewöhnt, und sogar schon ein oder zwei Mariannes UNTER sechzig kennengelernt 😉 Aber es hat eben ein bisschen gedauert, und er ist nicht halb so außergewöhnlich wie das, was ich manchmal auf der Straße rufen höre. Ich verstehe solche Eltern einfach nicht. Da fehlt doch jedes Einfühlungsvermögen und jede Akzeptanz dafür, dass ein Kind auch einzigartig ist, wenn es einen Namen hat, der keine hochgezogenen Augenbrauen hervorruft.

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    1. Ich kenne tatsächlich auch eine Marianne U40 und war anfangs selbst ein wenig verwundert, da ich auch nur Ü65 Frauen mit dem Namen kannte, aber finde den Namen je häufiger ich ihn höre echt schön. Aber ich kann deine Gefühle voll nachvollziehen. Mit meinem Nachnamen war es in der Schule echt kein Zuckerschlecken. Zumindest ganz früher. Irgendwann steht man dann drüber, aber das hat gedauert. Ich konnte trotzdem auch später doofe Witze von Kollegen nicht gut haben. Die dachten dann „man was stellt die sich so an, ist doch sonst so witzig drauf“. Aber ich war dann einfach nur genervt….

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  2. Mich hat mein Name als Kind nie gestört. Jetzt im Beruf bekomme ich aber immer wieder Emails oder Briefe an Herrn Bekke Söderhielm. Mein Schlusssatz also: gebt den Kindern Namen die eindeutig das Geschlecht bestimmen, ansonsten kann es zu dummen Situationen kommen.

    P.S. Bei Niklas an der Schule heißen die Kinder einer Familie: Flora, Fauna und Phönix…

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    1. Danke für dein Feedback😁 Ich finde es gibt auch einen Unterschied zwischen seltenen Namen und bizarren Namen…Viele seltene und alte Namen sind ja sehr schön…aber manchmal scheint es nur darum zu gehen, dem Kind einen möglichst auffälligen und außergewöhnlichen Namen zu geben. Und wer will schon Fauna oder Phönix heißen😂

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